Amman – Qumran Rollen und römische Ruinen

Zwischen Orient und Moderne

Die schöne Hauptstadt von Jordanien ist eine Mischung aus Orient und moderner Großstadt. Man findet hier sowohl römische Ruinen als auch einen arabisch anmutenden Basar wie moderne Haute Couture Boutiquen, Moscheen und ein Museum, in dem mit den Qumran Rollen Dokumente ausgestellt sind, die für die Christenheit und das Judentum von essentieller Bedeutung sind.

Dieses Museum, in dem einige der weltberühmten Qumranrollen ausgestellt sind, ist ein unscheinbares winziges Gebäude. Zumindest war es das 2010. Damals warteten die Rollen und einige andere Artefakte darauf, dass man ihnen ein angemessenes Museum bauen würde. Ich werde demnächst mal wieder dorthin fahren müssen, um nachzusehen, ob das geschehen ist. Die Qumranrollen sind uralte Schriftstücke aus der Zeit zwischen 250 vor Christus und zu Lebzeiten Christi. Viele dieser Schriftstücke geben eine etwas andere Version dessen wieder, was in der Bibel steht. Daher waren sie in den 40er und 50er Jahren, als sie im Westjordanland entdeckt wurden auch ein wenig ein Pulverfass und eine Bedrohung für die Macht der Kirche. Ein faszinierendes Thema. Leider kann ich natürlich nichts lesen, denn die Texte sind in aramäisch, hebräisch und griechisch geschrieben.

Die Moschee von Amman ist wunderschön. Sie hat eine tolle blaue Kuppel, die in der Sonne strahlt. Hier war ich zum ersten Mal in meinem Leben gezwungen, mich in einen langen schwarzen Sack zu hüllen, um das Gebäude auch von innen bestaunen zu dürfen. Seither habe ich das vermieden, denn das Gefühl war eher beklemmend. Ich fühlte mich beleidigt, diskriminiert und herabgesetzt, denn die männlichen Touristen durften das Gebäude einfach so betreten, wie sie wollten.

Das römische Amphitheater von Amman ist in einem erstaunlich guten Zustand und wenn man Glück hat – so wie ich damals – dann ist jemand zugegen, der eine kleine improvisierte musikalische Darbietung zum Besten gibt. So konnte ich über die hervorragende Akustik in dem alten Gemäuer staunen.

Im Zentrum der Stadt liegt der Souk, also der arabische Basar. Ein solcher Markt ist immer ein Erlebnis. Tausende von Gerüchen strömen auf den Besucher ein. Die Farbenpracht und das Gedränge wirken überwältigend. Als Tourist aus Europa kann man sich nicht entscheiden, ob man verzaubert und fasziniert oder schlicht und einfach von den vielen Eindrücken und dem scheinbaren Chaos überfordert sein soll. In diesem Gewirr trifft man auf Frauen, die vollständig von Kopf bis Fuß verschleiert sind aber auch auf solche, die eher modern und hübsch anzusehen sind.

Eure Beatrice!

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