Burkina Faso – Staub, grüne Bohnen und Elefanten

Burkina faso Tengrela see

In Burkina Faso warten die Menschen jedes Jahr auf die Regenzeit, die im April oder Mai beginnt und je nach Region vier oder sogar sechs Monate dauert. Die Touristen hingegen suchen sich für ihren Besuch in Burkina faso natürlich die Trockenzeit aus.  Der Dezember war eigentlich perfekt für eine Tour durch dieses westafrikanische Land: nachts um die 20 Grad, tags bis zu 30 Grad. Und das Beste: immer strahlender Sonnenschein. Etwas unangenehm ist nur der allgegenwärtige Staub, der sich erst nach dem 4. Mal Haare waschen zu Hause wieder vollständig entfernt hat.

Unterwegs auf staubigen Straßen in Westafrika

Neben den klimatischen Jahreszeiten gibt es auch die kulinarischen Jahreszeiten, von denen ich auch schon in anderen afrikanischen Ländern gehört habe. Im Dezember herrscht in Burkina Faso nach meiner Erfahrung die Grüne-Bohnen-Zeit. Zumindest ließ das der Speiseplan vermuten, auf dem täglich mindestens einmal grüne Bohnen standen.

Nere Früchte Keriguela

Neben den freundlichen Menschen ist die Natur ein Grund, um Burkina Faso zu besuchen. Ich habe tolle Wasserfälle gesehen die auch noch den schönen Namen Kerfiguela tragen. Und ziemlich spektakuläre Steine, die Domes de Fabedougou. Sie haben nicht nur einen wohlklingenden Namen, sondern können auch noch locker mit den Olga-Bergen in Australien mithalten. Nur leider kennt sie kein Mensch außerhalb von Burkina Faso. Unter anderem deshalb habe ich beschlossen, ein wenig beim Marketing mitzuhelfen, indem ich wahrscheinlich im März einen Reiseführer auf Deutsch veröffentlichen werde.

Fabedougou

Die Felsen haben schöne Formen und noch schönere Namen

Die Domes de Fabedougou liegen irgendwo im Niemandsland zwischen Zuckerrohrfeldern und der Stadt Banfora. Etwas weiter weg liegen die Pics de Sindou, noch mehr Felsen, in denen die Einheimischen sogar das Gesicht von Muammar al Gadaffi zu erkennen glauben.

Pics de sindou Sindou

Architektonisch ist Burkina Faso nicht unbedingt ein Land, in dem sich Norman Foster Inspiration holen würde. Aber trotzdem wird man immer wieder auf die Unterschiede aufmerksam gemacht, die die verschiedenen Stämme beim Bau ihrer Hütten an den Tag legen. Ich fand es auf jeden Fall interessant zu sehen, wie mühsam es ist, aus Lehm und Stroh Speicher oder gar Wohnhäuser zu bauen. Nach jeder Regenzeit müssen die Häuser neu verputzt werden.

Senoufo Senoufo

Die Elefanten verstecken sich, weil sie Angst vor Wilderern haben – die Nilpferde haben vor niemandem Angst.

Bei Afrika denkt man natürlich auch an Tiere. Tatsächlich habe ich Elefanten und Nilpferde, einige Moskitos, viele Esel und Kühe gesehen. Sogar einen Pavian und zwei Krokodile, allerdings nur von weitem. Absoluter Spitzenreiter in der Tiersichtung waren jedoch die Hühner. Streng genommen habe ich mehr tote als lebendige Hühner gesehen, aber so ist das Leben nun mal für ein Huhn in Burkina Faso. Wahrscheinlich stirbt kein einziges Huhn in diesem Land eines natürlichen Todes. Entweder wird man gegrillt oder in einer Zeremonie geopfert und dann gegrillt.

Nächste Woche berichte ich mehr über die Fetisch-Zeremonien und über die allgegenwärtigen Opferhühner.

Eure Beatrice!

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