Cerro Negro – ein junger und übermütiger Vulkan

Cerro Negro – gebrochene Knochen und Geschwindigkeitsrekorde

Der Cerro Negro ist ein aktiver Vulkan, der nur wenige Kilometer von der Stadt León in Nicaragua entfernt liegt. Er befindet sich in einem Nationalpark, der nach zwei anderen Vulkanen benannt ist, aber er ist der Star des Parks. Daran besteht kein Zweifel. Der Cerro Negro ist quasi das Nesthäkchen des Landes. Der Vulkan entstand erst 1850, ist aber seither ziemlich aktiv. Jugendlicher Übermut möglicherweise.

Der Cerro Negro ist knapp 730 Meter hoch und er ist, wie es sein Name schon nahe legt, ziemlich schwarz. Kaum ein Pflänzchen wächst an seinen Hängen, denn er bricht ständig aus. Zuletzt hat er 1999 wieder Asche und Lava von sich gegeben. Da die Vegetation normalerweise etwa 50-60 Jahre braucht, um Fuß zu fassen und der Cerro Negro ständig ausbricht, wäre es voreilig sich als Pflanze hier anzusiedeln.

Zudem ist der Boden auch ziemlich unwirtlich. Wenn man nur ein paar Zentimeter tief gräbt, merkt man schon die enorme Hitze, die sich in dem Berg verbirgt. Gräbt man etwas tiefer als eine Hand breit, verbrennt man sich ordentlich. Schon das ist eine eindrucksvolle Demonstration von vulkanischer Energie. Zudem gibt es an den Rändern der einzelnen Krater Fumarolen, aus denen ständig schweflige Dämpfe strömen.

Alle Leute in der Gegend kennen den Cerro Negro unter anderem weil er sich perfekt dazu eignet, auf einem hölzernen Board den Hang hinab zu sausen. Der Hang, der am besten geeignet ist, ist etwa 510 Meter lang und hat eine Neigung von 45 Grad. Boards und Schutzhelme sowie -brillen werden am Parkeingang vermietet. Hier kann man auch mehr über den irren Franzosen erfahren, der mit einem Rennrad einen halsbrecherischen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt hat. Beim ersten Versuch hat er sich tatsächlich auch rekordverdächtig viele Knochen gebrochen, aber beim zweiten Versuch, mit einem stabileren Rad hat er dann endlich den Weltrekord geknackt. 176 Stundenkilometer.

Ich begnüge mich mit einer deutlich geringeren Geschwindigkeit. Aber die Abfahrt auf dem Board macht wirklich ziemlich Spaß. Laut einer bedeutenden amerikanischen Zeitung ist das Volcano-Boarding am Cerro Negro eines der 10 Dinge, die man unbedingt in seinem Leben einmal gemacht haben muss. Wenn man unterhalb der 100 Stundenkilometer bleibt, ist das Vergnügen auch nicht gefährlich.

Eure Beatrice!

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