Chile – Pinguine, Politik und das Weltall

 

 Kirche in La Serena  Isla Damas

Nachdem ich die Atacama, die trockenste Wüste der Welt etwas näher unter die Lupe genommen habe, geht die Reise weiter in Richtung Süden. Nach Osten und Westen kann man ohnehin nicht besonders lange fahren, wenn man in Chile bleiben will. Ein komfortabler Reisebus bringt mich nach nur 17 Stunden Busfahrt nach La Serena, an die Küste Chiles.

Nur 17 Stunden Busfahrt nach La Serena

Weil es hier immer auf und ab geht, haben sich die Chilenen entschieden, lieber mit Bussen zu fahren, statt mit der Eisenbahn, die einfach nicht alle Höhenunterschiede so ohne Weiteres überwinden könnte. Aufzüge wären da schon praktischer… aber die Wahl fiel nunmal auf den Bus. Eine 17 stündige Busfahrt ist also alles andere als außergewöhnlich.

La Serena ist ein eher beschauliches Küstenstädtchen mit einer kolonial geprägten Altstadt. Es gibt Kirchen, natürlich eine Plaza de Armas und jede Menge Shops. In meinem Hotel hat sogar schon mal Yassir Arafat gewohnt. Er scheint auf Luxus keinen so großen Wert gelegt zu haben. Ein Mann aus dem Volk eben!

In La Serena gibt es im Grunde nicht so viel zu sehen, so dass ich wieder den Bus nehme, um mir die Umgebung anzusehen. Um eine der Hauptattraktionen zu besuchen, muss man nicht nur den Bus, sondern danach auch noch ein Boot nehmen. Von Punta de Choros aus tuckere ich also mit einem wackeligen Kahn los in die Reserva National Pingüino de Humboldt. Wie der Name schon sagt, soll es hier Pinguine geben.

 Naturschutzgebiet Pinguinos Humboldt  Isla Choros

Tatsächlich gibt es auf der Isla Choros, die von Menschen nicht betreten werden darf Pinguine, Kormorane in verschiedenen Größen und sogar Seelöwen, die sich auf den Steinen räkeln und sonnen.

Pinguine, Seelöwen, Kormorane und Delfine

Auf der Isla Damas nebenan darf man aussteigen, aber nur maximal eine Stunde Zeit verbringen. Alles zum Schutz der Tiere. Das scheint auch ganz gut zu funktionieren. Die Tiere sehen entspannt aus und stören sich nicht an den Besuchern.

Das Wasser muss ganz schön kühl sein, wenn sich die Pinguine hier wohl fühlen. Mir ist schon die Luft zu kalt und ich bin fast ein wenig froh, als der Ausflug am Nachmittag in einem kleinen Restaurant irgendwo in der Wallachei endet. Hier scheint die Sonne und es gibt frischen Salat.

Eine weitere Attraktion ist das Hinterland von La Serena, und zwar, weil es dort so schön dunkel ist. Hier gibt es Observatorien, von denen es in Chile ohnehin recht viele gibt. Jeder, der was auf sich hält, zum Beispiel die Nasa und die Esa, stellen ihre Teleskope nach Chile, weil hier so wenig Luftverschmutzung herrscht und weil die Atmosphäre über der Wüste so schön dünn ist. Dann sieht man besser. Ein junger Mann erklärt mir nach Einbruch der Dunkelheit, was es im Weltall so alles zu sehen gibt und was es alles nicht zu sehen gibt. Das ist noch viel mehr. Erstaunlich.

 Santiago de Chile

Ich bin leicht zu beeindrucken. Aber ich muss echt sagen, dass ich beeindruckt bin. WOW! Ein Mond und sooooo viele Sterne. Auf der Nordhalbkugel hat man offenbar keinen so schönen Ausblick auf die ganzen Sternbilder, die jede Menge Fantasie fordern.

Das Weltall zu beobachten ist in Chile am schönsten

Die letzte Etappe meiner Reise ist dann die Hauptstadt Santiago de Chile. Es handelt sich um eine moderne Großstadt voller Menschen, Geschäfte und Lustiger Straßencafés. In den Museen kann man viel über die bewegte Geschichte des Landes erfahren. Auch in den Taxis und beim Stadtbummel lerne ich einiges über Chile und seine Bewohner. Ein Taxifahrer bedankt sich sogar bei mir dafür, dass ich mich für sein Land interessiere. Offenbar war er so überrascht, dass sich ein Ausländer ernsthaft die Museen anschauen will.

 Isla Choros  Observatory

In Santiago kann man sich eines der Häuser von Pablo Neruda ansehen, ein Mann, der eine Ode an die Zwiebel verfasst hat und tatsächlich auch einen Literaturnobelpreis erhalten hat. Wahrscheinlich mit einem anderen Werk. Seine Todesursache ist umstritten und es gibt jede Menge Verschwörungstheorien.

Mehr über Chile, die Besonderheiten der Straßencafés in Santiago, die blutige Vergangenheit und die Pinguine erfahrt Ihr dann in meinem nächsten Buch…. Insha Allah 2015.

Eure Beatrice!

 

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