Chittorgarh – Eine alte Festung und ein Drama mit vielen Toten

In Chittorgarh haben sich die Maharanas ausgetobt

Chittorgarh ist nicht gerade weltberühmt, aber nachdem feststand, dass ich nach Rajasthan fahren würde, erschien der Name schnell auf meinem Bildschirm. Ich hatte nach Sehenswürdigkeiten in Rajasthan gesucht und dabei sind dann schnell neben den schönen quirligen Städten des Bundesstaates auch die stattlichen Festungsanlagen aufgetaucht, die auf der Liste des UNESCO Welterbes stehen. Unter ihnen auch Chittorgarh.

Die riesige Festung liegt auf einem kleinen Berg oberhalb der heutigen Stadt Chittorgarh und sie ist noch immer von der 15 Kilometer langen Mauer umgeben, die im 12. Jahrhundert schon hier stand. Schnell wird ersichtlich, warum die UNESCO hier Interesse gezeigt hat. Auf dem gesamten Gebiet innerhalb der alten Stadtmauer gibt es jede Menge Tempel, Paläste, Türme und Ruinen, für deren Besichtigung man etwa einen Tag braucht.

Da gibt es zum Beispiel den Palast von Maharana Kumbha, der nur noch teilweise erhalten ist. Einige Gebäudeteile lassen jedoch erahnen, in welchem Luxus er hier gelebt hat. Etwas weiter gibt es die verschiedenen Tempelanlagen, die Kumbha erbauen ließ. Er hat Hindutempel wie auch Jain-Tempel errichten lassen, damit alle glücklich waren.

Unmittelbar bei den Tempeln gibt es ein hübsches Wasserbecken, in dem sich die Menschen baden. Offenbar handelt es sich um heiliges Wasser. Sehenswert ist auch der neunstöckige Siegesturm, den ebenfalls Kumbha in Auftrag gegeben hatte. Er hatte eine wichtige Schlacht gegen die muslimischen Truppen gewonnen, die eine ständige Bedrohung darstellten. Über mehrere Jahrhunderte kämpften die Module und Sultane gegen die Maharanas und Manarajas in Rajasthan.

So geschah es auch einmal, dass die Hindus einen herben Verlust hinnehmen mussten. Nach einem erbitterten Krieg und einer langen Belagerung waren fast alle Soldaten des Maharanas im Jahr 1303 gefallen. Die Frauen im Palast erkannten die Niederlage und sahen die islamischen Truppen schon auf ihre Mauern zukommen. Also errichteten sie einen riesigen Scheiterhaufen aus Holz und Butter, um sich ins Feuer zu stürzen. Das war ihnen offenbar lieber, als zu erfahren, was die Muslime mit ihnen vorhatten. 16.000 Frauen verbrannten sich an diesem Tag in Chittorgarh und die Muslime fanden niemanden mehr vor. Das erklärt dann auch, warum sie wütend wurden und Teile der Palastanlage zerstörten. Wie es überhaupt zu diesem Krieg gekommen ist, werde ich in meinem nächsten Buch beschreiben. Auf jeden Fall kann ich Euch Chittorgarh nur empfehlen, wenn Ihr mal in der Nähe unterwegs seid. Die Anlage ist riesig und wunderschön!

Eure Beatrice!

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