Copan – Das Paris der Maya

Copan hat wohl die kunstvollsten Ruinen in Mittelamerika

Copan heißt eine kleine Stadt, die sich unmittelbar neben den berühmten Ruinen von Copan befindet. Wahrscheinlich gäbe es ohne diese Ruinen keine Stadt. Die Ruinen beweisen aber, dass es früher hier eine echt große Stadt gab. Von 250 bis 900 nach Christus war Copan eines der wichtigsten Zentren des Mayareiches. Zu ihren Glanzzeiten hatte sie 30.000 Einwohner.

Genau das wurde der prachtvollen Stadt auch schließlich zum Verhängnis. Die Bewohner von Copan holzten über Jahrhunderte die Wälder in der Umgebung ab und verursachten durch ihre rücksichtslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen ihren eigenen Untergang. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor.

Die Ruinen von Copan werden als das Paris der Maya-Welt angepriesen, und zwar weil sie im Gegensatz zu anderen Ruinenstädten der Maya-Zivilisation sehr viel kunstvoller war. Die Gebäude, Plätze, Tempel und Städte sind deutlich reicher und filigraner verziert als das in Chichen Itza oder in Tikal der Fall war. Die Dekorationen sieht man auch überall noch ziemlich gut. Ich bin beeindruckt, vor allem von der 22 Meter hohen Treppe, auf der eine Art Ahnenstammbaum die 16 Herrscher der Stadt Copan zeigt. Nur die Nummer 13 fehlt.

An vielen Stellen haben die Archäologen Tunnel gegraben, um unterhalb der sichtbaren Gebäude nach älteren Gebäuden zu suchen. Es hat sich nämlich dank Ultraschalluntersuchungen herausgestellt, dass die Herrscher jeweils die Tempel ihrer Väter eingerissen und auf den Grundmauern neue Tempel errichtet haben. Copan hat also mehrere unterirdische Schichten, die den Wissenschaftlern noch für Jahrzehnte eine Beschäftigung bieten werden.

Selbstverständlich gibt es hier auch einen Ballspielplatz, wie sich das für eine richtige Maya-Metropole gehört. Wunderschöne rote Papageien fliegen in Zweierteams über die Ruinen. Der Archäologe, der die ganze Zeit über Steine und Reliefs geredet hat, beginnt plötzlich, über Papageien zu referieren. Er ist ganz begeistert von der Tatsache, dass diese Aras sehr treu sind, ein Leben lang zusammen bleiben und sich auch keinen neuen Partner suchen, wenn der einmal erwählte Partner stirbt. Zumindest trifft das auf die Männchen zu. Dieses treue Tier ist der Nationalvogel von Honduras. Hier unten in Mittelamerika haben alle Länder wirklich schöne und bunte Nationalvögel. Nicht wie im Norden, wo es irgendwie überall nur Adler sind.

Mit Copan, seinen Ruinen und dem Museum in dem winzigen Dorf habe ich wahrscheinlich eines der schönsten Fleckchen von Honduras gesehen. Ich habe aber noch ein paar Lempiras übrig und werden daher sicher irgendwann auch mal die Karibikküste dieses schönen Landes besuchen.

 

Eure Beatrice!

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