Darwaza – Ein Unfall wird zur Touristenattraktion

Darwaza ist ein Loch im Boden. Aber nicht irgendein Loch. Hier ging vor vielen Jahren eine Probebohrung nach Gas etwas schief und es entstand ein Krater von etwa 70 Metern Durchmesser. Man weiß bis heute nicht genau, wie das Gas sich entflammte. Vermutlich waren es die Bewohner der Umgebung, die es leid waren, dass ihre Ziegen in den Krater fielen oder sich Gasvergiftungen in der Nähe holten, die etwas Brennendes hinein warfen.

Seither brennt auf jeden Fall dieser Krater. Tag und Nacht. Das aus Sitzen und Öffnungen entweichende Gas brennt lichterloh. Am Boden in der Mitte gibt es eine fünf Meter hohe Stichflamme und rundherum brennen zahlreiche kleinere Flammen. Seit fast 50 Jahren brennt der Krater, den man liebevoll als das Tor zur Hölle bezeichnet.

Der Gaskrater hat sich zu einer Art Touristenattraktion entwickelt. Eigentlich jeder ausländische Besucher von Turkmenistan unternimmt den Ausflug hierher. Man muss drei Stunden lang durch die Wüste Karakum fahren. Entweder von Aschgabat oder von Daschoguz aus. Der Krater liegt ziemlich genau in der Mitte der Wüste.

Es gibt keine Massen von Touristen, aber als ich dort war, waren ganze 18 Jeeps mit Besuchern auch da, um sich das Schauspiel anzusehen. Sie alle übernachten in Zelten oder Jurten, denn der Krater ist bei Dunkelheit am eindrucksvollsten und bei Nacht kann man die Heimreise über staubige Wüstenpisten vergessen.

Darwaza macht Turkmenistan zu einem dieser Ziele, die man als verrückte Reisetante eigentlich einmal gesehen haben muss. Es ist einfach einzigartig und absolut sehenswert. Ich war auf jeden Fall vollends begeistert und würde fast sagen, dass dieser Krater noch aufregender war als die historischen Ausgrabungsstätten von Turkmenistan.

Eure Beatrice!

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