Death Valley – Alles tot bis auf die Bienen

So schön kann trockene Hitze sein

Der Death Valley Nationalpark war eines meiner Wunschziele auf der vergangenen USA-Reise. Da aber auch der Yellowstone Nationalpark auf dem Programm stand und dieser für mein Empfinden aus klimatischen Gründen nur im Hochsommer bereist werden kann, musste ich mit einem Death Valley Vorlieb nehmen, das seinem Namen alle Ehre machte.

Bei 119 Grad Fahrenheit, 48 Grad Celsius, sind die Bedingungen im Death Valley Nationalpark im August nicht eben fürs Wandern geeignet. Im Grunde ist nicht einmal das Autofahren zu empfehlen, denn nicht alle Motoren und Armaturen funktionieren bei diesen Bedingungen ideal. Ich kann aber mit Hitze besser umgehen als mit Kälte und daher erreiche ich gut gelaunt die Rangerstation, die auf erstaunliche 20 Grad heruntergekühlt ist. Der nette Mann hinter dem Schalter reicht mir eine Karte des Nationalparks, bedankt sich dafür, dass ich ein Eintrittsticket am Automaten erstanden habe („Das ist nett von Ihnen. Wir nehmen es da nicht so ernst“) und rät mir davon ab, eine längere Wanderung zu unternehmen. Ich kann ihn beruhigen. Meine vertrocknete Leiche muss er in den nächsten Wochen nicht irgendwo auflesen, denn ich werde schön brav in der Nähe meines Autos bleiben.

Die Landschaften sind grandios und trotz der schieren Hitze und Trockenheit sehr abwechslungsreich. Es gibt eine richtige kleine Sandwüste mit Dünen, auf der sich sogar eine höchst fotogene Windhose hin und her bewegt, als sei sie von einem Regisseur hier platziert worden. Einige Kilometer weiter befinden sich weite Salzbecken in einem Tal, dessen Tiefpunkt sich auf 89 Metern unter dem Meeresspiegel. Dort wo ich aus dem Auto aussteige bin ich auf minus 35 Metern, was mir ein Schild mitteilt.

Als ich von oben ins 1700 Meter unter mir gelegene Tal hinab blicke, sehe ich ausgedehnte weiß in der Sonne schimmernde Flächen, die mir anzeigen, dass sich dort unten Salz befindet. Als ich dann später unten im Tal auf der weißen Fläche stehe, sieht sie plötzlich aus wie ein riesiger brauner grob umgegrabener Acker. Erst als ich mich hinknie, erkenne ich die Salzkrusten auf den braunen Steinen und ich erahne nun, warum diese Gegend als Death Valley bezeichnet wird. Zwar hat das Tal seinen Namen wohl von einer Reisegruppe erhalten, die im 19. Jahrhundert keinen Ausweg daraus fand, aber trotzdem ohne tatsächliche Verluste aus dem Tal des Todes entkam. Aber man kann sich kaum einen Ort auf der Welt vorstellen, der noch toter wirkt als dieses Death Valley.

 

Umso überraschter bin ich, dass auf dem Parkplatz am Dantes Viewpoint ein Schild vor Bienen warnt. Tatsächlich umschwirren Schwärme von Bienen die parkenden Autos. Da sich jedoch im Umkreis von mehreren Kilometern außer ein paar kümmerlichen Flechten keine Vegetation befindet, frage ich mich, wo diese Bienen herkommen oder mehr noch, warum sie noch am Leben sind.

Am Zabriskie Point sehe ich gelbliche Felsformationen und an der Artist Palette ein traumhaftes Farbenschauspiel in den unverändert trockenen und leblosen Felsen. Das Death Valley ist unheimlich fotogen und man braucht nicht damit zu rechnen, dass einem ein Regenschauer einen Strich durch die Rechnung macht oder dass eine Wolke die Sonne verdunkelt. Der Death Valley Nationalpark ist eine der besonders schönen und außergewöhnlichen Landschaften in den USA!

Eure Beatrice!

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