León – Zwischen Denkmälern und Hot Dog Buden steht eine riesige Kathedrale

León – eine Stadt der Revolutionäre

Die Stadt León liegt im Westen von Nicaragua, etwa 20 Kilometer von Pazifik und 30 Kilometer vom Managuasee entfernt. Sie war eine der ersten Städte, die von den Spaniern hier in Nicaragua gegründet wurde. Die Spanier, die hierher kamen, stammten aus León und gaben der neuen Stadt kreativerweise den Namen ihrer Heimatstadt. Eine lästige Angewohnheit, die Reisenden und Google Schwierigkeiten bereitet und sicher auch bei der Kolonialisierung des Mondes angewendet werden wird.

Trotzdem ist dieses León natürlich ein wunderschönes Reiseziel, auch wenn es ganz anders aussieht als das spanische León. Es gibt eine ganze Reihe von richtig alten Kirchen, die das typische spanische Kolonialstädte-Flair verbreiten. Pferdekutschen tun ihr übriges dazu. Die Kathedrale ist ziemlich eindrucksvoll, weiß und wuchtig. Es ist die größte Kathedrale Mittelamerikas. Sie wurde nach einem Konzept errichtet, das sie erdbebensicher macht und das bisher ja auch ziemlich gut funktioniert hat. Eine größere Bedrohung als Erdbeben stellen allerdings die Vulkane dar, welche in den vergangenen Jahrhunderten auch immer wieder Städte verschüttet haben. Da kann dann nur Gott einschreiten und seine Kathedrale beschützen.

Im Innern ist Ruben Dario beerdigt, der hier in Nicaragua als der bedeutendste spanischsprachige Dichter überhaupt gefeiert wird. Ihm sind zahlreiche Denkmäler gewidmet, die über die ganze Stadt verteilt sind. Straßen, Plätze und Hotels sind nach ihm benannt und sein Geburtshaus wurde in ein Museum ihm zu Ehren verwandelt.

Weitere Denkmäler erinnern an die Revolution der Sandinisten. Direkt neben der Kathedrale sind einige Rebellen begraben. Ein paar Straßen weiter findet sich an einer Hauswand ein Denkmal für vier Studenten, die bei einer Demonstration für freie Hochschulbildung vom Militär unter Somoza erschossen wurden.

Zwischen den Denkmälern befinden sich unzählige kleine Buden, die Hot Dogs, Tacos, Burritos und Süßigkeiten anbieten. Sie scheinen einen der gastronomischen Schwerpunkte der Stadt zu bilden und bevölkern jeden Platz der Stadt. Natürlich gibt es auch andere Gaststätten. Viele von ihnen haben hübsche Innenhöfe, wie sie in den alten Kolonialbauten üblich sind.

León ist aber nicht nur wegen seiner schönen Kolonialgebäude sehenswert, sondern auch wegen der Vulkane, die sich in der Umgebung der Stadt befinden. Darüber berichte ich in den nächsten Wochen.

Eure Beatrice!

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