Madagaskars Fauna: Iala Tsara Schutzgebiet

Iala Tsara Madagaskar Reisebericht von Beatrice Sonntag

Iala Tsara ist der Name eines verhältnismäßig kleinen und unbekannten Schutzgebietes in Madagaskar. Es handelt sich um ein privates Gelände, das von seinen Besitzern auf eigene Initiative unter Schutz gestellt wurde. Teilweise bestehen hier noch ursprüngliche Primärwälder, teilweise ist die Vegetation ein Sekundärwald, der hauptsächlich aus Eukalyptusbäumen besteht. Vor allem in den Bereichen, die von Primärvegetation dominiert werden, können Besucher die reiche Fauna und Flora Madagaskars erleben.

Iala Tsara Chamäleon

Ich habe mich also auf den Weg gemacht, um Iala Tsara etwas näher kennen zu lernen. Dazu musste ich mich den winterlichen Temperaturen der Augustnächte auf der Südhalbkugel stellen und bei gerade mal 10 Grad Celsius in einer kleinen Holzhütte frieren. Auf die Idee, am frühen Morgen bei Kerzenschein eine „Dusche“ zu nehmen (mir wurde eine große blaue Tonne mit zu dem Zeitpunkt ziemlich genau 10 Grad warmem Wasser bereitgestellt), bin ich gar nicht erst gekommen.

Schon der Vorabend war reichlich kühl gewesen, aber nachdem ich mich in der Küche am Herd ein wenig aufgewärmt hatte, war ich bereit für die Nachtwanderung, bei der mir der Haus- bzw Waldherr die ersten Chamäleons meiner Reise zeigen wollte. Tatsächlich fand der etwas mürrische aber auf seine Weise dennoch freundliche Madagasse nur mit einer Taschenlampe bewaffnet zahlreiche Chamäleons, die für meine Augen vollkommen unsichtbar mit dem Blattwerk verschmolzen waren. Unglaublich!

Madagaskar Iala Tsara

Die Wanderung am Tag wurde etwas ausgiebiger und führte mich weit in die Waldgebiete hinein. Ein kleiner Madagasse, der nur schlecht französisch sprach, zeigte mir dutzende Pflanzen, die man als Heilmittel einsetzen kann, gigantische Spinnennetze, die man in Horrorfilmen groß herausbringen könnte und schließlich auch zwei Familien von Lemuren, die hier im Schutzgebiet ein Zuhause gefunden haben. Natürlich wissen sie nichts von Naturschutz, aber sie freuen sich darüber, dass die Wälder hier nicht wie sonst vielerorts abgeholzt werden

Lemuren Chamäleon

Zu guter Letzt findet der kleine Mann auch noch bei Tageslicht ein Chamäleon, das wirklich sein Bestes gegeben hat, sich zu tarnen. Diese Tierchen sind einfach unglaublich. Zudem sind sie dankbare Fotomotive, denn im madagassischen Winter verfallen sie in eine Art Starre oder Winterschlaf und bewegen sich kaum, auch nicht, wenn man sie mit Blitzlicht fotografiert. Ich möchte mich nochmal in aller Form für die Ruhestörung entschuldigen!

Bis auf die Nacht waren die Temperaturen im Endeffekt dann doch ganz angenehm. Gegen Mittag konnte ich schon wieder die Jacke und das zweite Paar Socken ablegen und die Sonnencreme auspacken. Der Besuch in diesem Kleinod des Naturschutzes hat sich auf jeden Fall gelohnt, zumal ich die einzige Touristin war und das Naturerlebnis quasi für mich alleine hatte!

Eure Beatrice!

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