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Nürnberg – Zwischen Henkerturm und Reichsparteitag

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Nürnberg – Sommer, Altstadt, Nazirally, Düre

Es musste erst eine globale Pandemie um sich greifen, dass ich auf die Idee komme, auch mal in der näheren Umgebung ein paar Tage zu verbringen. Nürnberg ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland und ich wollte da unbedingt mal hin, allerdings erst, wenn ich so gebrechlich bin, dass ich mich nicht mehr in einem Flugzeug bis nach Abu Dhabi quälen kann.

Nürnberg hat viele Aspekte. Mich haben vorrangig die historische Altstadt und das Reichsparteitagsgelände interessiert, zumindest mal für meinen verfrühten ersten Besuch in Nürnberg. Das Reichsparteitagsgelände ist riesig. Es wurde geplant für die glorreiche Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die niemals eintrat. Gebaut wurde ein Teil einer gigantischen Indoor-Arena für 50.000 Besucher, die fast wie das Kolosseum in Rom aussieht und eine endlose Prachtstraße für beispiellose Militärparaden, die nie genutzt wurde.

Ein Stadion für 425.000 Zuschauer sollte entstehen, in dem nach dem Krieg alle olympischen Spiele stattfinden würden. Dieses enorme Bauvorhaben kam allerdings nur bis zum Aushub. Dann wurden alle Geldmittel in den Krieg umgeleitet, der sich schon langsam dem Ende neigte und von dem sich Hitler nicht eingestehen wollte, dass er verloren war. Die Baugrube lief voll Wasser und heute gibt es statt dem weltgrößten Stadion einen See, dessen Wasser vor lauter Bauschutt und Abfällen, die nach der Bombardierung Nürnbergs hier herein geschüttet wurden, bis heute giftig ist.

Das einzige, was tatsächlich auf dem elf Quadratmeter großen Gelände jemals genutzt wurde, ist das Zeppelinfeld, das sicher jeder aus dem Fernsehen kennt. Hier fanden von ab 1933 die Reichsparteitage statt. Imposante Inszenierungen mit einer Million Zuschauern, pompösen Paraden und motivierenden Reden vom Führer höchstpersönlich. Wer eine Führung mitmacht, kann auch in das Gebäude hinein, welches in den 60er Jahren seine weißen Kolonnaden eingebüßt hat, aber doch nicht gut zu erkennen ist. Innen sind goldene Hakenkreuze zu sehen. Die Räumlichkeiten wurden allerdings nie genutzt.

Ebenso interessant, ganz anders und irgendwie viel schöner ist die Altstadt von Nürnberg. Ich habe mich auf die Spuren der Henker und Stadtplaner aus dem Mittelalter gemacht, das Haus von Albrecht Dürer gesehen und darüber gestaunt, wie viele Fachwerkhäuser und historische Bausubstanz es in dieser schönen Stadt noch gibt. Große Teile der Stadtmauer sind erhalten, ebenso wie prachtvolle Kirchen und die alte Burganlage. Nürnberg war reich, weil es mitten in Europa an zahlreichen Handelswegen lag. Die eindrucksvolle Stadtmauer mit ihren dicken Türmen wirkte so abschreckend, dass es niemand je ernsthaft versucht hat, die Stadt anzugreifen. Zumindest nicht im Mittelalter.

Bei einer Stadtführung erfahre ich einiges über die smarten Hochwassermaßnahmen, die Nürnberg ergriffen hat, um die Innenstadt zu schützen. Ich habe ein paar Geschichten gehört unter anderem darüber, dass es einen Entwurf für ein Gebäude in Form einer aufgeplatzten Bratwurst gab, welcher leider oder glücklicherweise nicht umgesetzt wurde. Spannend und etwas eklig sind die Geschichten aus der Zeit der drei großen Pestepidemien in Nürnberg und über die Henker und über Albrecht Dürer, seine Gemälde, seine Frau Agnes und sein Haus.

Ich kann euch nun – etwa 25 Jahre früher als geplant – sagen, dass Nürnberg eine wunderschöne Stadt ist, in der es internationale Köstlichkeiten gibt und in der Touristeninformation sehr freundliche Mitarbeiterinnen gibt.

Also, wenn Ihr Corona-bedingt mal in Deutschland unterwegs seid oder einfach nach einem spannenden Ziel für ein Wochenende sucht, dann schaut euch doch mal Nürnberg genauer an.

Eure Beatrice!

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