Oman – Eine Moschee und sehr viel Sand

 

Meine Reise in den Oman ist nun schon fast ein Jahr her. Gerne denke ich an Mahmoud und seinen gesegneten Appetit zurück, an die einzige Moschee, die für Ungläubige zugänglich ist und an sehr viel Sand. Anfang des Jahres habe ich bei reiseberichte.de einen Bericht verfasst. Nun will ich auch hier etwas über den Oman erzählen.

 Oman Sinkhole  Sultan Qabus Moschee

Tatsächlich gibt es nur eine einzige Moschee, in die man als Tourist hinein darf. Frauen müssen ein Kopftuch anlegen und alle Besucher müssen die Schuhe ausziehen. So ungern ich mich verhülle, diese

Wahnsinns-Moschee will ich auf keinen Fall verpassen. Der Kronleuchter wiegt acht Tonnen und es ist im Grunde unnötig, zu betonen, dass es sich um eine Maßanfertigung handelt. Der gigantische Gebetsteppich im Betraum der Männer ist 4200 Quadratmeter groß und reine Handarbeit. Auch das Mosaik in der gigantischen Kuppel ist eines der größten auf der Welt. Ein Hauch von Größenwahn, für den auch der Sultan des Oman nicht ganz unempfänglich ist.

Trotzdem ist Maskat nicht mit den Städten der Emirate vergleichbar. Hier herrscht ein Verbot, höher als fünf Stockwerke zu bauen. Die Stadt wirkt dadurch irgendwie idyllisch und traditionell, obwohl sie gleichzeitig kaum moderner sein könnte. Alte Autos oder auch Gebäude, die einer Renovierung bedürfen sucht man hier vergebens.

 Sur, Oman  Wüste Al WAsil

Um in den wirklichen Orient zu gelangen, muss man die Hauptstadt verlassen. Schon in Sur, an der Küste im Osten des Landes, erlebe ich einen Hauch von Geschichte, als ich eine der alten Werften besichtige, in denen noch immer wie vor 500 Jahren Schiffe aus Holz gebaut werden. Heute allerdings von Indern, die alle unangenehmen und schweren Arbeiten im Oman übernehmen. Angeblich sind sie auch für 90% aller Verkehrsunfälle verantwortlich, aber wenn es um Inder geht, kann ich meinem engagierten Reiseführer nicht alles glauben.

So richtig kommt das Feeling von 1001 Nacht aber erst auf, als ich schließlich in der Wüste bei Al Wasil bin. Hier, nur wenige Kilometer von der Zivilisation entfernt, genieße ich einen der schönsten Sandkästen der Welt. Es ist beeindruckend, sich an einem Ort zu befinden, von dem aus man in alle Himmelsrichtungen blicken und dabei nichts als Sand sehen kann. Zwischen einigen Kamelfarmen und Ferienhäusern der Omani, die einst hier gelebt haben, gibt es heute einige hoch moderne Wüstencamps für Touristen. Es wird Kamelfleisch gegrillt und traditionelle Musik gespielt. Das einzige, was ein wenig die Atmosphäre stört, ist die Tatsache, dass der Mann an der orientalischen Gitarre eine Nikolausmütze trägt. Das Kamelfleisch ist etwas zäh. Als Erklärung dafür wird angeführt, dass zu Fleisch nur die Kamele verarbeitet werden, die ihren sonstigen Aufgaben nicht besonders gut nachkommen.

Außer der wunderschönen Sandwüste haben mich einige sehr gut erhaltene Festungen und noch mehr wunderschöne verfallene Lehmstädte. Mahmoud kann überhaupt nicht verstehen, dass ich diese kaputten Häuser fotografieren will. Die Lehmruinen sind allerdings in meinen Augen eine der Hauptsehenswürdigkeiten im Oman.

Etwas anderes, das zwar auch alt und kaputt ist, das aber sogar von der Unesco als sehenswert eingestuft wird, sind die Bienenkorbgräber, die schon 5000 Jahre alt sind. Trotzdem ist von ihnen prozentual gesehen noch genauso viel übrig wie von den Lehmhäusern, die vor zehn Jahren verlassen wurden. Nicht schlecht. Man weiß allerdings so wenig über ihre Erbauer, dass der Besuch recht schnell vorbei ist. Trotzdem sind vermeintliche Gräber aus dem dritten Jahrtausend vor Christus eine Attraktion, die gerade wegen ihrer vielen Geheimnisse interessant ist.

 

 Oman  Wadi Shab

Wenn Ihr in den Oman fahrt, dann solltet Ihr unbedingt einen Fischmarkt mit einer Auktion und einen Viehmarkt besuchen. Da ist was los!! Außerdem kann ich die Kosmetikfische in Nakhl empfehlen. Wer noch etwas über die Schönheitskamele, den Frauenmarkt oder die vielseitigen Einsatzfelder von Datteln als Nahrungsmittel oder auch als tödliche Waffe wissen will, der kann dies in „Traumziel: weit weg“ tun.

Eure Beatrice!

 Maskat Museum  Fischmarkt in Barka

 

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