Paris – fremde Kulturen und noch fremdere Sterne

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Paris ist dank der perfekten TGV-Verbindung weniger als zwei Stunden entfernt. Zwar muss ich vorher erst mal den Bahnhof in Saarbrücken oder Luxemburg erreichen und dann auch noch mit einigen Minuten Verspätung rechnen, aber ich erreiche Paris schneller als Brüssel oder Berlin. Grund genug, der riesigen Stadt mehrmals im Jahr einen Besuch abzustatten. Die Stadt an der Seine verursacht bei vielen Besuchern, vor allem aus Japan das sogenannte Paris Syndrom. Offenbar wird den Japanern zu Hause ein sehr unrealistisches und maßlos beschönigtes Bild der Stadt Paris, der Stadt der Liebe, vermittelt. Wenn sie dann einmal in ihrem Leben die Reise ihres Lebens in die vermeintich schönste Stadt der Welt unternehmen, sind sie mitunter enttäuscht, um nicht zu sagen schockiert, weil Paris im Grunde schmutzig ist und stinkt.

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Naja, das ist jetzt etwas streng und unfair, denn Paris hat auch wunderschöne Ecken. Aber wenn die Japaner in freudiger Erwartung durch die nach Urin stinkenden Unterführungen der Metro laufen oder einen der Clochards treffen, die sich seit etwa acht Monaten nicht gewaschen haben und einen unbeschreiblichen wie auch unbeschreiblich starken Geruch verbreiten, erleiden sie die Symptome des Paris Syndroms, die sich in Angstzuständen, Verfolgungswahn, Schwindel, übermässigem Schwitzen oder Halluzinationen äußern können.

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Ich habe leider noch nie einen Japaner oder auch einen anderen Besucher in Paris getroffen, der an diesem Syndrom gelitten hat. Hin und wieder macht jemand einen verwirrten oder irren Eindruck, aber das sind meist die Pariser selbst. Manchmal befinde ich mich an Orten, wo ich kurz davor bin, selbst das ein oder andere Symptom zu entwickeln. Davon werde ich ein andermal berichten. Diesmal habe ich das Musée du Quai Branly besucht. Neben der Dauerausstellung, die viele skurrile Masken und  wunderbare Schnitzereien aus den entferntesten Ecken der Erde zeigt, gibt es in diesem Sommer eine Sonderausstellung, die sich mit der Geschichte der Tätowierungen befasst. Unter anderem sind viele Fotografien von Menschen zu sehen, die kein Personalchef einer Bank oder Autovermietung jemals auch nur zu einem Vorstellungsgespräch einladen würde. Manch einer geht sogar in meinen Augen als ein richtiger Freak durch, aber viele, besonders die Maori und polynesischen Vertreter finde ich wirklich schön.

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Nach der Ausstellung zur Völkerkunde habe ich mich in den Norden nach St Denis aufgemacht. Diesen Stadtteil habe ich vorher noch nie besucht, weil es dort außer Wohnungen und einem Fußballstadion nicht viel zu sehen gibt. Aber in diesem Sommer ist die Star Wars Ausstellung „Star Wars – Identities“ aus Kanada hier zu Gast. In einer großen Halle, die als Cité du cinéma bekannt (oder auch nicht so sehr bekannt) ist, stelle ich mich in die Schlange und zeige mein Eintrittsticket vor, das ich im Internet vorbestellt habe. Hier erfahre ich auch, dass die Tickets vor Ort drei Euro weniger kosten. Na klasse.

Die Ausstellung ist wie auch die Episoden 1 bis 3 sehr auf das Publikum zwischen sechs und zwölf Jahren ausgerichtet. Trotzdem begeistern mich die Ausstellungsstücke: Originalkostüme und Requisiten aus allen sechs Star Wars Filmen. Ich stehe neben C3PO und R2D2 höchstpersönlich und kann beinahe das Gewand von Darth Vader berühren. Das wäre natürlich ein Saktileg und so begnüge ich mich damit, einfach nur mit offenem Mund zu starren. Wunderschön. Ich liebe die Star Wars Filme, weil sie quasi eine Steigerung des Fernwehs darstellen. Sie lassen mich davon träumen, irgendwann, wenn ich alle Länder dieser Welt gesehen habe, auch noch die Sterne und die dortigen fantastischen Welten zu besuchen. Naja, zunächst mal bin ich hier auf der Erde ja noch für eine Weile beschäftigt. Vielleicht sollte ich in den kommenden Monaten zwischen meinen nächsten Reisen mal einen kleinen Artikel über meine vergangenen Paris-Reisen schreiben. Die Katakomben und der Invalidendom sind vielleicht auch eine Story wert! Bis dahin träume ich von den Sternen!

Eure Beatrice!

Mehr über Paris in meinem Gastbeitrag bei Bloggerkollege Pat und seinem The Single Step Blog.

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