Lushoto – im Schlamm über den Wolken

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Lushoto – wo die Usambara Veilchen herkommen.

Das Dorf Lushoto liegt eigentlich nur zufällig auf meiner Reiseroute. Ich bin auf dem Weg von Sansibar nach Arusha in dieser Region vorbeigekommen und so war es ohnehin nötig, eine Pause einzulegen. Die Usambara Berge eignen sich prima für einen kleinen Abstecher, also verbringe ich zwei Nächte in der bergigen Region, die irgendwann einmal eine deutsche Kolonie war. Im Dorf Lushoto gibt es nur sehr wenige Unterkünfte und daher muss ich mich mit einem schimmligen Zimmer begnügen, in dem es jedoch warmes Wasser zum Duschen gibt. Die Rezeption hat jedoch alles, was man sich wünschen kann: eine Bar mit Bier, Gin und Tee sowie einen Fernseher, auf dem Rugbyspiele laufen.

Wer sich Lushoto näher ansehen will, der unternimmt am besten einen Spaziergang. Aber Vorsicht: ein Spaziergang artet hier schnell in eine ausgewachsene Wanderung umschlagen. Ich war am Ende fast vier Stunden lang unterwegs und habe dabei wahrscheinlich das gesamte Dorf gesehen. Besonders schön ist eine solche Wanderung an einem Wochenende, wenn die Kinder des Dorfes frei haben und für Leben zwischen den Häusern und in den Höfen sorgen. Die Kinder sind auch immer sehr begeisterte Fotomotive. Read More

Kulinarisches Südkorea

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Warum mir Korea nicht geschmeckt hat

Ich liebe die indische, die thailändische, die vietnamesische, indonesische, kambodschanische, laotische, Sri Lankische, tibetische, chinesische, malaysische und nepalesische Küche. Ungeheuer groß war also meine Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass ich die koreanische Küche überhaupt nicht mag.

Ich habe einiges ausprobiert. Kimchi ist mir meistens zu scharf, zudem schmecken viele der Kimchisorten nach Seetang. Bibimbab schmeckte nach Seetang. Wenn man Gemüse bestellt, bekommt man fast immer verschiedene Blätter und Gräser, die es in unterschiedlichen Grüntönen aber nicht in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gibt. Von Karotten, Blumenkohl, Bohnen oder Erbsen scheint man hier noch nie gehört zu haben. Read More

Sequoia Nationalpark – Richtig riesige Bäume

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Sequoia Nationalpark und Kings Canyon Nationalpark

Der Sequoia Nationalpark ist berühmt für seine riesigen Bäume, die zum Teil schon zwei- oder dreitausend Jahre alt sind. Allein diese gigantischen Pflanzen sind Grund genug, um mal wieder nach Kalifornien zu fahren. Bei meiner Vorbereitung finde ich heraus, dass es einen Kings Canyon Nationalpark, einen Sequoia Nationalpark und einen Sequoia National Forest gibt. Und hier überall stehen die Bäume herum.

Wir wohnen in einem ziemlich eleganten Haus in der Stadt Visalia, wo wir dank AirBNB in einem sogenannten Schwiegermutterapartment untergebracht sind. Die Wohnung ist wirklich klasse. Es gibt einen riesigen amerikanischen Kühlschrank und einen ebenso großen Fernseher mit etwa 9800 Kanälen. Visalia ist eine erstaunlich große Stadt mit einer wirklich umfangreichen Auswahl an Restaurants, die allerdings alle um halb neun oder um neun schließen. Read More

Yosemite – Wälder, Felsen und urige Kleinstädte

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Der Yosemite Nationalpark ist nicht so kalt, wie man glaubt

Der Yosemite Nationalpark gehört wahrscheinlich zu den Top Ten der Attraktionen in Nordamerika. Höchste Zeit also, dass ich mir das Naturwunder auch einmal anschaute. Wir machten Station in Mariposa, einem 100-Seelen Dorf mit vier Restaurants, einer Tankstelle, die übrigens einen hervorragenden Erdnussbutterkaffee hat und zudem mit dem kältesten Bier der Stadt wirbt, einem Burger King, einem Liquor Store und drei Hotels. Alles, was man braucht.

Ich dachte mir, dass der Mai für einen Besuch hier eigentlich ganz angenehm sein sollte. Leider erzählte mir die Wettervorhersage kontinuierlich, dass im Yosemite Nationalpark Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen. Mit dicken Jacken ausgestattet machen wir uns von Mariposa, wo sommerliche Temperaturen um die 25 Grad herrschen auf den Weg zum Park. Wir fahren durch waldbedeckte Berge und erreichen bald den Eingang. Dahinter werden die Bäume noch höher und der Weg schlängelt sich an einem ziemlich rasanten Bergbach entlang, der gerade voller Enthusiasmus Hektoliter von Schmelzwasser auf den Bergen abtransportiert. Read More

Chichen Itza – Blutige Ballspiele

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Weltwunder mit blutiger Geschichte und vielen Konjunktiven

Unter allen Mayastätten in Lateinamerika ist Chichen Itzá wohl die bekannteste und das spätestens seit sie 2007 im Rahmen einer weltweiten Wahl der UNESCO von der Weltbevölkerung (oder zumindest den Teilen der Weltbevölkerung, die Internetzugang hatten) zu den sieben neuen Weltwundern gewählt wurde. Seither boomt der Tourismus noch mehr.

Wer nach Chichen Itzá fährt, der muss sich auf einen ziemlich großen Ansturm an Touristen aus aller Welt gefasst machen. Ich hatte mich verhältnismäßig früh aus dem Bett gequält und musste auch recht früh am Morgen eine geschlagene Stunde am Ticketschalter Schlange stehen. Wenige Minuten nachdem ich diesen unangenehmen Teil des Tages hinter mir habe, stehe ich bereits vor der Hauptattraktion von Chichen Itzá, der 30 Meter hohen Kukulkan Pyramide. Hunderte von Menschen machen Selfies von dem teilweise restaurierten Gebäude. Je nachdem, von welcher Seite man die Pyramide betrachtet sieht man entweder eine verfallene alte Mayapyramide oder eine, die wie neu aussieht. Die Restauratoren haben sich viel Mühe gegeben. Read More

Jeju – das Mallorca von Südkorea

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Jeju – Insel der kleinen Götter und der großen Berge

Für die Koreaner ist die Insel Jeju quasi das Mallorca von Korea. Die Chinesen sehen diese subtropische Insel übrigens auch als eine Art Urlaubsparadies an. Angeblich haben chinesische Investoren schon fast die Hälfte der Insel aufgekauft. Der Flughafen überrascht mich mit einem Höchstmaß an Effizienz. Ich erreicht das Kofferband maximal 12 Minuten nachdem ich aus dem Flieger gestiegen bin und mein Koffer scheint hier schon seit einer Ewigkeit gelangweilt auf dem Kofferband zu rotieren.

Bis zum südlichen Ende der Insel dauert die Fahrt etwas mehr als eine Stunde. Die Insel ist also nicht groß. In ihrer Mitte erhebt sich der höchste Berg Südkoreas, der beinahe 2000 Meter hoch ist. Es handelt sich um den Vulkan Halla, der nach dem heiligen Paektu San, der sich in Nordkorea befindet, sogar der zweitgrößte Berg von Gesamtkorea ist. Wanderwege führen zu seinem malerischen Kratersee. Read More

Seoul – Kaiserpaläste und ein Denkmal für Gangnam Style

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Seoul – eine der modernsten Städte der Welt

Bisher hatte ich in Seoul nur ein paar wenige Stunden verbracht. Von Korea kannte ich eigentlich nur den Norden, der wohl in sehr vielen Belangen genau das Gegenteil des Südens ist. Höchste Zeit also, mir auch mal Südkorea anzusehen und dabei natürlich auch die Hauptstadt Seoul intensiver zu erleben.

Seoul ist eine Stadt der Gegensätze, in der es einige der modernsten Bauwerke der Welt gibt, aber auch über 1000 Jahre alte Kaiserpaläste sowie Tempelanlagen, die Zeugen einer glorreichen Vergangenheit und einer uralten Hochkultur sind. Als wir hier in Deutschland noch mit dicken Steinen auf der Jagd nach Kaninchen waren, waren die Koreaner quasi schon dabei, mit Löffeln zu essen und Gedichte zu schreiben. Den Buchdruck haben sie auf jeden Fall schon etwa 100 Jahre vor Guthenberg gekannt. Read More

Mojave National Preserve – Sand, löchrige Felsen und Briefkästen

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Mitten in der Mojave Wüste: Felsen und Joshua Trees

Die Mojave National Preserve liegt im Südosten von Kalifornien an der Grenze zu Nevada. Sie ist ein Teil der Mojave Wüste, ein sehr trockenes Gebiet, in dem Joshua Trees wachsen und sich Sand und Staub mit Sandsteinformationen abwechseln. Anders als bei den Nationalparks und State Parks muss man hier keinen Eintritt zahlen. Man kann einfach herum fahren und sich die Landschaft anschauen. Es gibt trotzdem eine kleine Wanderkarte im Visitors Center, die Angaben zu den verschiedenen Trails macht, wobei die Zeitangaben mal wieder sehr sehr pessimistisch sind.

Unmittelbar südlich der Mojave National Preserve verläuft die historische Route 66. Hier in dieser gottverlassenen Gegend sehen die Tankstellen noch aus wie vor 50 Jahren, das Benzin ist doppelt so teuer wie in der Zivilisation und es gibt diese etwas gruseligen alten Farmen, die eine perfekte Kulisse für einen Horrorfilm abgeben würden. Sehr malerisch. Und fotogen. Read More

Québec City – Das amerikanische Europa

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Ein Hauch von Europa mit Empire State Building und Gandhi

Quebec City ist die Hauptstadt der Provinz Quebec. In den USA wird diese Region in Kanada und vornehmlich die Stadt Quebec in der Tourismusbranche als „die europäischste Stadt Nordamerikas“ und als „Adäquater Ersatz für eine Europareise“ angepriesen. Viele US-Amerikaner wagen nicht gerne die Reise über den großen Teich und kommen daher nach Quebec, um sich hier anzusehen, wie es in Europa so ist.

Ich als Europäerin, die schon sehr viele europäische Städte besucht hat, kann dieser Marketingkampagne nicht ganz zustimmen. Zunächst einmal ist Quebec nicht alt. Rom ist alt. Athen ist alt. Meinetwegen sind auch noch Danzig, Prag und Paris alt. Aber Quebec hat gerade mal seinen vierhundertsten Geburtstag gefeiert. Darüber können europäische Altstädte nur müde schmunzeln.

Der Saturntempel im Forum Romanum ist mehr als fünfmal so alt wie alles, was in Quebec zu sehen ist. Das liegt nicht daran, dass vor 2500 Jahren niemand hier in Quebec gelebt hätte, sondern daran, dass die europäischen Einwanderer alles was von den Ureinwohnern stammte, zertrampelt und beseitigt haben, einschließlich der besagten Ureinwohner, von denen heute nur noch wenige entwurzelte Vertreter hier leben.

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Delhi – Lärm- und Lichterfest in der Metropole

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Delhi: Tempel, Böller und die Liebe zum Lärm

Bei meinem mittlerweile vierten Besuch in Delhi habe ich tatsächlich noch jede Menge Tempel gefunden, die ich noch nicht kannte. Die Stadt ist einfach viel zu groß, um sie in ein oder zwei Tagen ganz zu sehen. Das Hauptproblem bei Delhi ist auch, dass ich nach einem oder zwei Tagen Atemprobleme bekomme und überwältigt bin von den schieren Menschenmassen, die so wahnsinnig viel Lärm machen. Ich war froh, als ich die Stadt in Richtung einer lungenfreundlicheren Umgebung verlassen konnte.

Auch diesmal habe ich eine Reise in den Norden geplant, will es mir aber nicht nehmen lassen auch zwei Tage in der stickigen, heißen und lauten Metropole zu verbringen. Zu allem Überfluss habe ich mir für meinen Besuch in Delhi diesmal zufällig das Datum des Deewali Festivals ausgesucht. Eigentlich handelt es sich um ein Lichterfest, aber die Bewohner der Hauptstadt halten offenbar nicht viel von Lichtern, oder auf jeden Fall mögen sie Feuerwerk, Kracher und Böller viel lieber als Lichter. Read More