Salt Lake City – Meet the Mormons!

Wollt Ihr einen neuen seltsamen Glauben, der überhaupt keinen Spaß macht?

Von Salt Lake City wußte ich nur wenig: 1) die Stadt war einmal Gastgeber olympischer Winterspiele 2) hier spielen die Utah Jazz 3) es gibt da einen Salzsee und 4) es ist die Hauptstadt der Mormonen. Letzteres war es, das mich in diesem Sommer nach Salt Lake City lockte, denn ich bin bekanntlich ein großer Fan von außergewöhnlichen Religionen. Die Mormonen haben Utah voll in ihrer Gewalt. Sie haben zum Beispiel dafür gesorgt, dass im Staat Utah kein hochprozentiger Alkohol verkauft wird.

Es ist wenig überraschend, dass das Zentrum von Salt Lake City aus einem vier Hektar großen „Temple Square“. Hier stehen ein wirklich hübscher Mormonentempel, den Ungläubige leider nicht betreten dürfen, eine eindrucksvolle Konzerthalle, ein Museum, ein Ahnenforschungsinstitut, ein paar historische Bauten, ein riesiges Kongresszentrum sowie ein jeweils gigantisches Bank- und Verwaltungsgebäude. Alle Bauten gehören der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und man kann schon auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um eine eher wohlhabende Religionsgemeinschaft handelt.

Das Highlight des Besuches in Salt Lake City war für mich das „Church History Museum“, in dem ich alles über den Glauben der Mormonen und über die Geschichte des Gründers dieser recht neuen Religion erfahren kann. Der Eintritt ist frei und die Damen in züchtigen (um nicht zu sagen bieder-langweiligen) Kleidern freuen sich ungemein, dass ich mich so sehr für die Ausstellung interessiere. Mein Interesse ist in keinster Weise geheuchelt. Ich will wirklich alles über Joseph Smith und das Buch Mormon erfahren. Dass ich eher meinen linken Arm mit den eigenen Zähnen amputieren würde als dieser Religionsgemeinschaft beizutreten, muss ich den liebenswerten Damen ja nicht auf die Nase binden.

 

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Schon der kleine Film über die Begegnungen Joseph Smiths mit Gott lässt mich staunen. Ich finde es höchst merkwürdig, dass diesem Spinner im 19. Jahrhundert, als es ja im Grunde schon genug Religionen zur Auswahl gab, so viele Menschen freiwillig geglaubt haben, als er behauptete, Gott sei ihm erschienen. Bezeichnenderweise war sein Gott ein weißer älterer Herr mit Bart. Die Mormonenreligion ist wie gemacht für weiße Männer. Es ist mir ein Rätsel, warum Frauen und Menschen anderer Hautfarbe dieser Gemeinschaft beitreten, in der sie bestenfalls als Menschen zweiter Klasse akzeptiert werden (und das auch noch nicht sehr lange).

Wirklich spannend ist der Teil der Ausstellung, in der erklärt wird, wie das Buch Mormon von Mormons Sohn Moroni im 14. Jahrhundert irgendwo vergraben wurde, wie Moroni dann 500 Jahre später Joseph Smith erscheint, um ihm mitzuteilen, wo er das Buch finden würde und wie Joseph Smith schließlich auf wirklich unglaubliche Weise dazu fähig ist, die Texte zu übersetzen. Wer mehr darüber wissen will, sollte entweder ins „Church History Museum“ gehen oder sich die (meiner Meinung nach mit die beste) South Park Folge zum Thema Mormonen (Staffel 7, Episode 12) anschauen.

Leider wird in dem Museum die Tatsache, dass die Mormonen glauben, die Erde sei ungefähr 7000 Jahre alt ebenso wenig thematisiert wie die Geschichte mit der Totentaufe. Darüber muss ich also noch ein wenig recherchieren. Das werde ich aber bis zu meinem nächsten Buch getan haben. Dann erfahrt ihr mehr über diese durchaus kuriose Religion.

PS: in Salt Lake City gibt es auch ein hübsches Capitol sowie einige ganz normale Gebäude und wirklich leckere Burritos!

Eure Beatrice!

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