Sevilla – Eine Kathedrale der Superlative

Sevilla – 200 Gramm Kolumbus und 2 Kilo Churros

Nachdem ich letztes Jahr im November ein wunderschönes Wochenende in Malaga verbracht habe, stand in diesem Jahr Sevilla auf dem Programm, ungefähr um dieselbe Zeit. Leider hat sich Sevilla als etwas weniger sonnig erwiesen. Es hat sogar für ein paar Stunden richtig geregnet, bevor sich das südspanische liebliche Wetter wieder gezeigt hat. Der Vorteil war, dass ich einige spektakuläre Wolken auf den Fotos ablichten konnte. Grundsätzlich appelliere ich aber an alle spanischen Städte, für Touristen eher Sonne bereit zu halten.

Interessant in Sevilla ist auf jeden Fall die Kathedrale. Es handelt sich um ein eindrucksvolles Monstrum aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, das in vielen Etappen erbaut wurde auf den Grundsteinen einer noch älteren Moschee. Der damalige Herrscher wollte nicht weniger als die größte Kathedrale der Welt. Die bekam er auch, allerdings erst einige Jahrzehnte nach seinem Ableben. Heute ist die Kathedrale von Sevilla noch immerhin die drittgrößte Kathedrale der Welt nach Rom und Sao Paulo aber die größte gotische Kathedrale der Welt. Es bleibt also ein Superlativ.

Auch in der Kathedrale hat man den Eindruck von Superlativen. Man kann hier erahnen, wie viel Gold, Silber und Edelsteine die Spanier während der Kolonialzeit in Südamerika gestohlen haben. Der gesamte Innenraum ist voller Kunstwerke und hauptsächlich Gold. Der Hauptaltarraum könnte nicht bombastischer sein.

Das Grab von Christopher Kolumbus ist imposant. Ein reich verzierter Sarkophag wird von vier stattlichen mannshohen Figuren getragen. Im Innern befinden sich tatsächlich etwa 200 Gramm der sterblichen Überreste von Christopher Kolumbus. Ihre Echtheit wurde von Forschern der Universität Granada bewiesen, die eine DNA-Analyse durchführten und die 200 Gramm mit Überresten seines Sohnes und Bruders verglichen. In Santo Domingo in der Dominikanischen Republik gibt es ebenfalls ein Grab von Christopher Kolumbus. Wie viele Gramm dort liegen und wie echt diese sind, ist den Leuten in Sevilla unbekannt. Auf jeden Fall wird behauptet, dass Kolumbus Körper nach seinem Tod fast noch mehr gereist ist, als vorher. Die Tatsache, dass er in 200 Gramm-Päckchen unterteilt wurde, half dabei sicherlich.

Ein weiteres Must See in Sevilla ist die Alcazar. Das ist eine Art Sammlung von Palästen und Gärten hinter einer dicken Festungsmauer. Man muss sich unbedingt – wie auch bei der Kathedrale – im Voraus online Tickets sichern, denn selbst im November sind am Eingang kaum noch Karten erhältlich. Die Alcazar ist vielseitig und steckt voller Architekturstile aus verschiedenen Epochen. Mit Abstand am schönsten ist der Palast, der im Mudejar-Baustil erbaut wurde und das beste spanischer Architektur mit dem Besten maurischer Architektur verbindet. Tolle Bögen, Innenhöfe mit Wasserbecken und Spiegel bringen einen Hauch Orient nach Sevilla.

Kulinarisch bin ich in Spanien immer etwas verloren, weil ich kein Fan von Tapas bin. Was mich jedoch jedes Mal überzeugt, sind die vielen Bäckereien mit ihren filigranen Kuchen und Gebäck sowie natürlich Churros con Chocolate!

Gerne setze ich Südspanien auch nächstes Jahr wieder auf die Liste!

Eure Beatrice!

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