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Syrakus – Mittelmeeratmosphäre am Zipfel von Sizilien

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Syrakus – Römer, Griechen, Touristen

Die Stadt Syrakus, die im Südwesten von Sizilien am Meer liegt, ist vielleicht das schönste Fleckchen auf der gesamten Insel. Die Römer und die Griechen haben unter anderem diese Stadt vor vielen Jahrhunderten erobert und ihre Spuren hinterlassen. Heute sind es die Touristen, die Syrakus jeden Tag aufs neue erobern, zumindest im Sommer.

Der Sommer 2020 ist jedoch in so vielen Belangen anders als jeder Sommer zuvor, denn die Touristenmassen bleiben wegen Corona aus. Zwar liegt ein gigantisches Kreuzfahrtschiff im Hafen von Syrakus vor Anker und es überragt jedes einzelne Gebäude der Stadt bei weitem. Aber es ist nicht ganz ersichtlich, ob es wirklich Massen von Touristen nach Syrakus befördert hat oder ob es einfach nur da im Hafen liegt.

Auf jeden Fall verlaufen sich die Touristen in der wunderschönen Altstadt Ortygia so weit, dass ich an den Attraktionen wie der Kathedrale, der Festung und dem Archäologiepark nicht eine Sekunde Schlange stehen muss und dass ich bequem Fotos machen kann, auf denen mir niemand ins Bild läuft. In Sizilien im August ist das sicher noch nicht vorgekommen.

Die Kathedrale ist der heiligen Lucia gewidmet. In einer Seitenkapelle der recht großen aber nicht übermäßig prachtvoll ausgestatteten Kirche liegt ein Teil eines Armknochens dieser Lucia. Außerdem wird eines ihrer Taschentücher hier aufbewahrt. Auch ein paar Priester oder Bischöfe haben hier ihre Knochen gelassen. Es ist dieselbe Lucia, die auch in Skandinavien verehrt wird. Sie wiedersetzte sich einer Zwangsheirat, woraufhin ihr verschmähter Bräutigam sie verklagte. Daraufhin wurde sie zu einer Art Zwangsdienst in einem Bordell verurteilt (interessantes Urteil…) und jetzt widersetzte sie sich erst recht, denn der Legende nach konnten weder ein Ochsengespann noch tausend Männer sie von der Stelle bewegen. An dieser Stelle fehlt mir ein Teil der Geschichte. Aber am Ende wurde Lucia mit einem Dolch in den Hals ermordet. Schwupps, Märtyrerin. Und die Statuen mit dem durchstochenen Hals sind ziemlich imposant.

Draußen ist es aber an diesem sonnigen Tag umso schöner. Es macht einfach Spaß, durch die vielen engen Gassen zu schlendern und dabei nicht ständig darauf aufpassen zu müssen, jemandem auf die Füße zu treten. Ich finde einen kleinen Laden, der Pizza anbietet und bin wieder einmal begeistert. Syrakus gewinnt gerade die sizilianische Pizza-Competition meiner Reise. Es war weniger die Zusammenstellung von frischer Tomatensauce, Ricotta und gegrillten Auberginen, als viel mehr die Art, wie diese Pizza mit hauchdünnem knusprigem Boden gemacht ist. Köstlich. Später am Tag gibt es allerdings einen Punktabzug, denn in einem anderen kleinen Laden ist der Campari-Orange so stark, dass ich ihn schlichtweg stehen lassen muss. Selbst nachdem ich mir etwas mehr Orangensaft verlangt und auch bekommen hatte, schmeckte der Drink nach purem Gift. Wie eben purer Campari mit einer homöopathischen Dosis Orangensaft schmeckt.

Der Archäologiepark ist mit einem sehr eigenartigen System aus Absperrbändern für Corona tauglich gemacht worden. Es wurde so etwas wie ein Rundweg angelegt, der allerdings an sechs Stellen nicht funktioniert, weil man da einfach nicht rund, sondern hin und wieder zurück gehen muss. Es besteht allerdings keine Ansteckungsgefahr, denn die Ruinen des griechischen und des römischen Theaters liegen coronakonform unter freiem Himmel, wie es sich für Ruinen gehört. Und es sind lange nicht so viele Touristen da, dass es irgendwo zu einem Gedränge kommen könnte.

Die Souvenirverkäufer, Tourguides, Taxifahrer und Pizzabäcker in ganz Sizilien tun mir allerdings leid, denn es ist deutlich zu spüren, dass sie ein Vielfaches an Touristen gewöhnt sind und ihre Einkommensquellen schmerzlich vermissen. Hoffen wir, dass es im nächsten Jahr eine Impfung gibt und dass sich Italien bis dahin weiter so gut hält, wie bisher.

Eure Beatrice!

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