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Amerika Archive • Beatrice Sonntag

Atlanta – Coca Cola und Dr. Martin Luther King Jr

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In Atlanta findet man eine geniale Marketingstrategie und einen amerikanischen Helden

Alles, was ich über Atlanta wusste, war, dass zwei legendäre Berühmtheiten aus dieser Stadt kamen: nämlich Dr. Martin Luther King Jr. und Coca Cola. Damit hatte ich also schon zwei Ziele in der Hauptstadt von Georgia.

Die Coca Cola World ist erwartungsgemäß eine Hommage an den Zucker. Es werden Videos gezeigt, die unwiderlegbar beweisen, dass Coca Cola die Menschheit fest im Griff hat, dass quasi alle diese flüssige Süßigkeit lieben. Es wird ein Riesenwirbel um die supergeheime Formel gemacht, die bisher noch niemand knacken konnte. Ein paar Gerüchte werden gestreut, zum Beispiel das, dass es nur zwei Menschen auf der Welt gibt, die das Rezept kennen und dass diese beiden Personen nicht gemeinsam in einem Zug oder Flugzeug reisen dürfen. Interessant ist, dass die Formel einst für 2.300 Dollar verkauft wurde und die Firma Coca Cola dann Anfang des 20. Jahrhunderts für 25 Millionen weiterverkauft werden konnte.

Alles in allem lernt man in der World of Coca Cola sehr viel über eine absolut geniale Marketingstrategie und darüber, wie man mit gezielter Werbung, die überhaupt nichts mit dem eigentlichen Produkt zu tun hat, unglaublich erfolgreich eine Nachfrage für ein Produkt kreiert, das wirklich niemand braucht. Faszinierend. Zudem ist die Abteilung interessant, in der man an die 50 verschiedene Sorten Limonade probieren kann und sich eine Zuckerüberdosis verschaffen kann. Read More

Savannah – Von Forrest Gump und der Prohibition

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Eine wunderschöne Altstadt mit besonderer Atmosphäre am Ostrand von Georgia

Savannah liegt im Osten von Georgia an der Mündung des Savannah Flusses in den Atlantik. Die Altstadt von Savannah soll eine der schönsten in ganz Nordamerika sein. Außerdem hat Forrest Gump in Savannah in einem Park auf der Bank gesessen und über seine berühmte Pralinenschachtel sinniert. Das sind schon genügend Gründe, sich diese Stadt einmal anzusehen.

Mein Hotel lag ein wenig außerhalb im Stadtteil Garden City, aber zum Zentrum waren es nur wenige Minuten und es war auch immer leicht, einen Parkplatz zu finden. Das muss man den Amerikanern ja lassen, dass sie für ihre Autofahrer recht gut sorgen. In der Altstadt von Savannah habe ich mich dann allerdings zu Fuß fortbewegt. Tatsächlich ist Savannah alles andere als eine rückständige alte Südstaatensiedlung. Die Innenstadt wirkt sehr modern, Geschäfte und Restaurants machen das Erdgeschoss der alten Gebäude zu einem Touristenparadies. Read More

Orlando – Zwischen Nasa und Disney

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Mehr als nur Disneyland: Orlando

Mit Orlando verband ich bisher nur ein Basketballteam, das ich sehr mochte und Disneyland. Tatsächlich gibt es an die 50 Themenparks rund um Orlando, die jedes Jahr mehr als 60 Millionen Besucher anziehen. Obwohl ich kein Freund von Disneyland und ähnlichen Unterhaltungsangeboten bin, habe ich auf meiner Reise durch die amerikanischen Südstaaten einen Stopp in Orlando eingeplant.

Die Altstadt, in der es tatsächlich ein paar Gebäude gibt, die nicht ganz neu sind, ist hübsch. Es gibt viele Bars und Restaurants, die wirklich kreative Gerichte wie zum Beispiel einen Burger mit Erdnussbutter servieren. Ich fand außerdem ziemlich guten Tee und ein authentisches Thai-Lokal, in dem zu meinem großen Erstaunen eine Gruppe von über und über tätowierten mexikanischen Gangstertypen zu Mittag aß. Sie sprachen kein Wort, setzten sich nur an einen Tisch, an dem ihre Mahlzeiten etwa eine Minute zuvor bereitgestellt worden waren. Sie aßen brav auf, nickten der kleinen Thailänderin freundlich zu und verließen dann wortlos das Etablissement. Wahrscheinlich ein alltägliches Ritual. Read More

Memphis – Teil 2: Memphis und der Ku Klux Klan

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Es gibt eine fröhliche und eine traurige Geschichte aus Memphis. Das hier ist die traurige.

Nach dem Morgen in Graceland, verbringen wir den Nachmittag in einem kleinen Museum im Norden von Memphis: das Slave Haven Underground Railroad Museum von Memphis. Das Museum ist klein, aber ausgesprochen interessant und informativ. Es befindet sich in einem einstigen Farmhaus, das dem deutschen Immigranten Jakob Burkle gehört hatte und das eine Station auf der Underground Railroad war. Das bedeutet nicht, dass hier tatsächlich Züge unter der Erde fuhren, sondern nur, dass Burkle in dem Haus entflohene Sklaven aufnahm und sie weiter zur nächsten Station dieser geheimen Fluchtroute brachte.

Vor dem Haus stehen zwei Magnolienbäume, die den Flüchtenden anzeigten, dass es sich hier um ein sicheres Haus handelte. Wir sehen den geheimen Kellerraum und erfahren dann vieles darüber, wie die Sklaven, denen es verboten war, lesen und schreiben zu lernen, die Informationen über die Fluchtmöglichkeiten zu verbreiten. Dabei spielte Musik in Form von Spirituals und Gospels eine wichtige Rolle. Außerdem wurden Informationen durch in Stoffe gewebte Muster verbreitet, ohne dass die Sklavenhalter etwas ahnten.

Besonders grausam und schockierend sind die Beschreibungen der Bedingungen auf den Schiffen, die Sklaven zum Beispiel von Ghana nach Amerika brachten. Die Menschen wurden schlechter behandelt als Tiere und auch wenn zwanzig oder gar fünfzig Prozent die Überfahrt nicht überlebten, so war das ja kein Problem, denn die Sklavenschiffe waren versichert, unter anderem bei namhaften Unternehmen wie AETNA, NY Life Insurance oder Lloyd of London. Noch heute folgen die Haie aus Gewohnheit den blutigen Routen der Schiffe. Read More

Memphis – Teil 1: Elvis und die Musik

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Es gibt eine fröhliche und eine traurige Geschichte aus Memphis. Das hier ist die fröhliche.

Auf dem Weg von Atlanta nach Memphis komme ich an einer Stadt vorbei, die Dublin heißt und an einer weiteren, die Bremen heißt. Zudem staune ich über Kirchen, die so groß sind wie Industriehallen und über ein Drive-In für Geldspenden. Dann endlich erreiche ich Memphis, Tennessee, die berühmte Heimat von Elvis Presley und die Geburtsstadt des Blues.

Durch einen verrückten Zufall betreten wir das Gelände von Graceland genau am 40. Todestag von Elvis Aaron Presley, nämlich am 16. August 2017. Zunächst halte ich die Menschenmengen, die sich in Elvis‘ Villa gegenseitig auf die Füße treten für den normalen Wahnsinn. Aber als ich dann am Ende der Tour vor den Gräbern von Elvis, seinen Eltern und seiner Großmutter stehe, fällt mir auf, dass ich kein besseres Timing hätte haben können. Dutzende von Blumensträußen, Karten, Teddybären, Grabkränzen und anderen Gaben schmücken die Gräber und den gesamten Garten. Neben mir steht eine Frau, die heftig schluchzt und von ihrem Mann getröstet werden muss. Read More

Washington DC – Hauptstadt mit viel Marmor

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Washington DC – Eine Innenstadt voller Monumente und Prachtbauten

Wenn man sich für eine billige Flugverbindung entscheidet, kommt es oft vor, dass grässliche Umwege und grausam lange Wartezeiten an irgendwelchen weit abgelegenen Flughäfen in Kauf zu nehmen sind. Manchmal hat man aber auch ein wenig Glück im Unglück und muss zum Beispiel zehn Stunden in Washington DC totschlagen. Das ist dann etwas weniger schlimm, denn da gibt es etwas zu sehen.

So bin ich zum Beispiel vor Kurzem mit der United Airlines an einem schönen Sonntagmorgen um sechs Uhr in Washington gestrandet und habe mich gleich auf die Suche nach dem Metrobus gemacht, der hauptsächlich Flughafenangestellte in die Stadtmitte befördert, solange die U-Bahn noch nicht operationell ist. In diesem Metrobus musste ich unglücklicherweise einen Faustkampf zwischen einem Herrn in Shorts und einem Obdachlosen mit Einkaufswagen miterleben, den alle anderen Fahrgäste zwar zur Kenntnis nahmen, aber irgendwie so, als passiere das jeden Tag. Der Busfahrer wartete geduldig, bis die Sache ausgefochten war und fuhr dann wortlos weiter. Sehr verstörend, dieses Washington DC. Read More

Peru – Ruinen in buchstäblich schwindelnder Höhe

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Wenig Sauerstoff und viele tolle alte Steine

Peru stand von Anfang an auf meiner damals noch etwas weniger ausgefeilten Liste der Orte, die ich unbedingt besuchen will. Ich habe mich schließlich für eine Reise zum Machu Picchu entschieden. Heute steht zum Beispiel Nasca auf meiner aktuellen Liste.

Machu Picchu war schlicht und einfach der Hammer. Ich war hellauf begeistert, habe auch seither kaum mehr eine so gut aufgeräumte, saubere und authentische UNESCO Welterbestätte gesehen. Oben auf dem eigentlichen Gelände der Ruine gibt es nämlich keine Hinweisschilder, keine Mülleimer, Werbung oder sonstige moderne Errungenschaften, die den Eindruck von einer uralten verlassenen Inka-Stadt ruinieren könnten. Das Dumme daran ist, dass es auch keine Toiletten gibt und man nach ein paar Stunden auf dem riesigen Areal entweder wieder zum Eingang muss, oder wenn man sich schon zu weit von diesem entfernt hat, hinter die Ruinen pinkeln muss.

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Edmonton – Hochhäuser, Popcorn und Obdachlose

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Edmonton – Stadt der freundlichen Obdachlosen

Edmonton liegt in Kanada, in Alberta. Mich hat der Zufall dorthin geführt und ich hatte einen ganzen Tag Zeit, um mir diese Stadt anzusehen. Der Schnee war eben erst getaut, Anfang Mai und der Anblick der Sonne gepaart mit beinahe 20 Grad Celsius machte die Bewohner von Edmonton ganz nervös, so dass sie alle auf den Straßen unterwegs waren, um etwas von dem frühen Sommerwetter abzubekommen.

Ich bewunderte zunächst die teils wirklich sehr schönen und modernen Gebäude, von denen man einige ohne schlechtes Gewissen als Wolkenkratzer bezeichnen kann. Überhaupt wirkt der gesamte Innenstadtbereich sehr modern. Glas und Stahl sind die vorherrschenden Materialien. Die Stadt ist unheimlich sauber. Auffällig sind die vielen unterirdischen Verbindungen zwischen den Gebäuden und die Möglichkeit, nahezu in jedem öffentlichen oder halböffentlichen Bauwerk innen statt auf dem Bürgersteig laufen zu können. Das kenne ich schon aus Ostkanada und ich kann mir gut vorstellen, dass die Menschen diese Möglichkeiten im Winter ausgiebig nutzen. Read More

Grand Canyon North Rim – Canyon mit Bison

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North Rim wie South Rim – immer ein Erlebnis

Der Grand Canyon ist wunderschön und einfach riesig groß. Insgesamt ist er um die 450 Kilometer lang, man kann also stundenlang weiterfahren und befindet sich noch immer am Grand Canyon. Daher gibt es auch verschiedene touristisch interessante Orte, von denen aus man in den Grand Canyon schauen kann. Nachdem ich 2016 im Sommer schon zum zweiten Mal von Süden in den Grand Canyon geschaut hatte, ergab es sich diesmal, dass ich mich auf der Nordseite befand.

North Rim heißt der Aussichtspunkt im Nationalpark. Kaibab National Forest heißt die Umgebung der North Rim. Von Las Vegas aus sind es etwa dreieinhalb Stunden Fahrt bis dorthin. Man sollte jedoch sich was zu Essen und vor allem Wasser mitnehmen, denn in der Gegend ist nicht viel los. Erst am Grand Canyon gibt es dann wieder einen kleinen Shop und ein Restaurant. Read More

Sequoia Nationalpark – Richtig riesige Bäume

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Sequoia Nationalpark und Kings Canyon Nationalpark

Der Sequoia Nationalpark ist berühmt für seine riesigen Bäume, die zum Teil schon zwei- oder dreitausend Jahre alt sind. Allein diese gigantischen Pflanzen sind Grund genug, um mal wieder nach Kalifornien zu fahren. Bei meiner Vorbereitung finde ich heraus, dass es einen Kings Canyon Nationalpark, einen Sequoia Nationalpark und einen Sequoia National Forest gibt. Und hier überall stehen die Bäume herum.

Wir wohnen in einem ziemlich eleganten Haus in der Stadt Visalia, wo wir dank AirBNB in einem sogenannten Schwiegermutterapartment untergebracht sind. Die Wohnung ist wirklich klasse. Es gibt einen riesigen amerikanischen Kühlschrank und einen ebenso großen Fernseher mit etwa 9800 Kanälen. Visalia ist eine erstaunlich große Stadt mit einer wirklich umfangreichen Auswahl an Restaurants, die allerdings alle um halb neun oder um neun schließen. Read More