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Balkan Archive • Beatrice Sonntag

Mazedonien – Alexander, Phillip und die Ohrid-Forelle

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Ein holländisches Mallorca und der heilige Naum

Im Rahmen meiner Balkan-Rundreise kam ich auch nach Mazedonien. Mein erstes Ziel in diesem Land war die kleine Stadt Ohrid am Ohrid-See, der ein ganz besonderer See mit vielen Eigenheiten ist. Zunächst einmal gibt es darin eine Forellenart, die nur hier vorkommt. Man streitet sich darüber, wer daran schuld ist, dass diese Forellenart durch das Aussetzen von sich schneller vermehrenden Fischen fast ausgestorben ist. In Mazedonien ist man sich weitestgehend einig, dass daran wahrscheinlich Enver Hoxha schuld ist. Auf jeden Fall ist es mittlerweile gelungen, die Lebensbedingungen wieder soweit herzustellen, dass die Ohrid-Forelle sich im See wieder vermehrt.

Am Ohrid See gibt es ein tolles altes Kloster, das leider im Zuge der finanziellen Probleme an einen Investor verkauft und zu einem Hotel umgebaut wurde. Hier kann man alles Mögliche und Unmögliche über den heiligen Naum erfahren, von dem ich noch nie in meinem Leben gehört hatte, der aber hier in der Umgebung ein regelrechter Star ist. Überhaupt ist der Glaube der Menschen hier unerschütterlich und interessant.

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Bosnien und Herzegowina – Pilgern nach Medugorje

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Als ich zwischen Sarajevo und Mostar unterwegs war, wollte ich natürlich auch den hiesigen Pilgerort Medugorje besuchen. Ich bin schließlich ein großer Fan von heiligen Stätten, egal für wen sie heilig sind.

Medugorje ist eine katholische Pilgerstätte und spätestens seit Lourdes und Fatima weiß ich, dass die Katholiken es ziemlich gut drauf haben, ihre Marienerscheinungen in Szene zu setzen, so unwahrscheinlich sie auch sein mögen. In Medugorje ist Maria im Jahr 1981 an sieben aufeinanderfolgenden Tagen im Juni auf dem Hügel in Medugorje erschienen. Sie wollte den Menschen eine Friedensbotschaft bringen. An sich eine löbliche Sache. Sechs Seher haben diese Erscheinungen miterlebt. In den 80ern war es in Jugoslawien nicht unbedingt salonfähig, katholisch zu sein und schon garnicht, Marienerscheinungen zu sehen. Die Seher hatten es also nicht unbedingt leicht.

Medugorje  Pilgern in Bosnien

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Mostar – immer Ärger mit der Brücke

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Wer nach Bosnien und Herzegovina fährt, der muss sich natürlich die berühmte Brücke von Mostar anschauen. Sie ist zu sehr traurigem Ruhm gelangt, als am 9. November 1993 die kroatische Armee die Brücke zerstörte. Da sie eine Art Wahrzeichen der Stadt ist, waren alle sehr erzürnt über diese Zerstörung. Natürlich lag letztendlich fast die gesamte Stadt in Trümmern und kaum ein Haus der schönen Altstadt hat keinen Schaden genommen. Es gab also jede Menge Grund, sich zu ärgern. Von 1996 bis 2004 waren die Menschen in Mostar damit beschäftigt, alles wieder aufzuräumen und aufzubauen. 2005 kam dann auch die UNESCO vorbei und stellte die gesamte Altstadt – natürlich mit der berühmten Brücke – unter Denkmalschutz. Nicht nur die UNESCO hofft, dass die Zerstörungswut nicht mehr zurück kommt.

Brücke von Mostar Mostar bridge

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Dubrovnik – Von Krieg und teurer Pizza

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Im Rahmen meiner Balkanrundreise war ich auch für ein paar Tage in Kroatien, das damals gerade erst seit wenigen Monaten Mitglied der EU war. Als ich die Grenze von Montenegro nach Kroatien überquerte, fühlte ich mich also fast schon wie Zuhause. Diesmal stand die Stadt Dubrovnik auf meinem Programm. Sie ist ein Ziel für Kreuzfahrtschiffe, ein UNESCO Weltkulturerbe und eine historisch bedeutende Stadt im Mittelmeerraum – und damit auch ein Ort des Massentourismus, wie er im Buche steht.

Dubrovnik Innenstadt  Palast Dubrovnik

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Montenegro – Wälder und Welterbe

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Montenegro hat mich mit strahlendem Sonnenschein und mit wunderschönen Herbstwäldern empfangen. Mein Begleiter hat mich von der Grenze zum Kosovo im Nordosten Montenegros bis zum Süden ans Mittelmeer durch buntes Laub gefahren und mir dabei allerhand Sehenswertes gezeigt. Dabei hat er sich zwei-, dreimal verfahren. Ich kenne also auch die Fleckchen Wald, die nicht auf der Reiseroute vorgesehen waren. Bis auf ein paar wilde Müllkippen macht der Wald einen echt guten Eindruck.

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Montenegros Hauptstadt Podgorica hat wenige besonders hübsche Gebäude, denn wie Radko, mein Begleiter, erwähnt, haben die Architekten von Tito fast alles kaput gemacht. Er empfindet die Besichtigung Podgoricas als Zumutung, der sich kein intelligenter Mensch freiwillig aussetzen sollte. Wir sind also schnell fertig und fahren weiter nach Süden.
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Albanien – Im Land der Skipetaren

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Albanien ein erneuter Besuch

Hoxha Pyramide, Tirana

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich vor ein paar Jahren schon einen kurzen Ausflug in die albanische Hauptstadt Tirana unternommen habe und dort mit offenen Armen empfangen wurde, wollte ich schon seit langem mal wieder in diese Region der Welt, in den wilden Balkan eintauchen. Damals hatte mich der freundliche Mann, der die Flughafenangestellten von ihrem Arbeitsplatz in die Stadt bringt, freundlicherweise mit ins Zentrum genommen. Diesmal erwartet mich mein Reiseleiter, ein freundlicher Albaner mit einer interessanten Mischung aus Begeisterung, Politikverdrossenheit, Hunger und Kompetenz in Geschichte.

Bunker in Albanien

 

 

 

 

 

Ich besuche Museen, Städte, alte Festungen und hübsche Strände und auf dem Weg sehe ich Tausende von Bunkern, die heute genau wie früher zu nichts Nütze sind. Mein Begleiter erklärt mir, dass die eigenartigen Verteidigungsanlagen, die Enver Hoxha zu Zehntausenden im ganzen Land hat bauen lassen, heute von den Anwohnern nach und nach auseinandergenommen und ihre Armierungen zum Bauen von sinnvollen Dingen genutzt werden.
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