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Indien Archive • Beatrice Sonntag

Delhi – Lärm- und Lichterfest in der Metropole

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Delhi: Tempel, Böller und die Liebe zum Lärm

Bei meinem mittlerweile vierten Besuch in Delhi habe ich tatsächlich noch jede Menge Tempel gefunden, die ich noch nicht kannte. Die Stadt ist einfach viel zu groß, um sie in ein oder zwei Tagen ganz zu sehen. Das Hauptproblem bei Delhi ist auch, dass ich nach einem oder zwei Tagen Atemprobleme bekomme und überwältigt bin von den schieren Menschenmassen, die so wahnsinnig viel Lärm machen. Ich war froh, als ich die Stadt in Richtung einer lungenfreundlicheren Umgebung verlassen konnte.

Auch diesmal habe ich eine Reise in den Norden geplant, will es mir aber nicht nehmen lassen auch zwei Tage in der stickigen, heißen und lauten Metropole zu verbringen. Zu allem Überfluss habe ich mir für meinen Besuch in Delhi diesmal zufällig das Datum des Deewali Festivals ausgesucht. Eigentlich handelt es sich um ein Lichterfest, aber die Bewohner der Hauptstadt halten offenbar nicht viel von Lichtern, oder auf jeden Fall mögen sie Feuerwerk, Kracher und Böller viel lieber als Lichter. Read More

Shimla – Kolonialbauten und die Affenmafia

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Englischer Kolonialcharme in sauberer Luft

Shimla ist eine Stadt im Norden von Indien, die man bestimmt auch mit dem Flugzeug erreichen kann. Der schönste Weg nach Shimla führt aber über die Eisenbahnstrecke, die Kalka mit Shimla verbindet und sich malerisch zwischen Gebirgstälern entlang schlängelt. Zahllose Brücken und noch mehr Tunnel ermöglichen es dem sogenannten Toy Train, die einst britische Stadt zu erreichen.

In Shimla sind die Spuren der Briten noch sehr präsent. Es gibt zwei Einkaufsstraßen: Die Mall, die etwas breiter ist und von hübschen Kolonialbauten gesäumt ist und den Lower Bazaar, der sich durch eine enge Gasse, grausames Gedränge in bester indischer Art und chaotisch gebastelt wirkende Fassaden auszeichnet. Die Atmosphäre in den beiden parallel zueinander verlaufenden Straßen könnten nicht unterschiedlicher sein.

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Rishikesh – Die Welt Yogahauptstadt

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Yogafreaks am sauberen Ganges

Dass Rishikesh die Welthauptstadt des Yoga ist, habe ich erst wenige Stunden, bevor ich dort ankam erfahren. Da ich mich nicht besonders für Yoga interessiere und schweißtreibende Sportarten bevorzuge, ist das wahrscheinlich kein Wunder.

Rishikesh liegt am Ganges, und zwar in einer Gegend, in der der heilige Fluss noch ziemlich sauber ist. Hier wäre sogar ich bereit gewesen, mich in das heilige Wasser hinein zu begeben. Leider war es so unglaublich kalt, dass ich die Gelegenheit zur Vergebung aller Sünden durch das fünfmalige Untertauchen in den heiligen Fluten, ausschlage. Für das Eintauchen eines einzigen Fußes werden nur ganz winzige Sünden vergeben – wenn überhaupt.

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Dharamsala – Indien trifft Tibet

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Ein Stück Tibet in Indien

Dharamsala ist eine Stadt in den Bergen im Norden von Indien. Bekannt wurde die Stadt dadurch, dass 1959 der 14. Dalai Lama hierher kam, als er von den Chinesen aus seiner Heimat vertrieben wurde. Seit den 60er Jahren hat die tibetische Exilregierung ihren Sitz hier in Dharamsala. Was eigentlich nur eine Notlösung für ein paar Monate sein sollte, wurde zu einer nun schon über 50 Jahre währenden völkerrechtlichen Katastrophe.

In Dharamsala gibt es nun einen Komplex, in dem der Dalai Lama seinen Wohnsitz hat, in dem ein Tempel und ein Museum zur traurigen Geschichte Tibets untergebracht sind. Im Vergleich zum Potala Palast in Lhasa ist dieser Wohnsitz ein erbärmlicher Ersatz. Das Museum hat mich in tiefe Trauer und Wut versetzt und es ist mir ein absolutes Rätsel, wie der Dalai Lama es schafft, diese Wut nicht zu empfinden. Er ist einfach ein so viel besserer Mensch als ich es bin und wenn ich über ihn nachdenke, dann könnte ich fast daran glauben, dass er tatsächlich schon sein 14. Leben lebt. Ein einziger Mensch kann einfach nicht so viel Verständnis und Mitgefühl aufbringen.

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Amritsar – viele Haare, ein Massaker und die verrückteste Grenzzeremonie der Welt

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Die eindrucksvolle Hauptstadt der Sikh Religion

Amritsar war auf meiner vergangenen Indienreise ein absoluter Höhepunkt. Ich wusste nicht viel über die Stadt, außer, dass sie die Hauptstadt der Sikh ist. Das sind die Leute mit den kunstvoll gewickelten Turbanen, deren Gott ihnen verbietet, die Haare zu schneiden. Allein schon wegen dieser Tatsache erschien mir eine Reise nach Amritsar interessant. Die Sikh haben ihrem Gott, der offenbar total auf lange Haare steht, die dann aber letztendlich doch niemand bewundern darf, weil sie immer unter dicken bunten Turbanen verborgen sind, hier in Amritsar einen wahnsinnig goldenen Tempel gebaut.

Wegen des Goldenen Tempels kommen nicht nur Sikh aus ganz Indien hierher gereist, sondern auch tausende von Hindus und ein paar vereinzelte ausländische Touristen. Der Hari Mandir Sahib oder einfach Goldene Tempel trägt seinen Namen nicht zu unrecht. Das eindrucksvolle Bauwerk strahlt in der Sonne und ist komplett mit Gold überzogen. Der Tempel liegt in einem großen Pool, der von weißen Gebäuden umgeben ist. Die Betenden umrunden den Pool, Baden darin oder pilgern ins Innere des eigentlichen Goldenen Tempels. Read More

Varanasi – Lärm, Kühe und Leichen

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Der direkte Weg ins Nirvana

Varanasi ist schon seit einigen Jahren eines meiner Traumziele, auf das ich mich besonders gefreut hatte. Tatsächlich hat die Stadt einige meiner Erwartungen erfüllt, andere übertroffen und mich zudem mit vielem überrascht. Auf jeden Fall muss man diese für die Hindus heilige Stadt selbst erlebt haben, um sich wirklich einen Eindruck von ihr machen zu können.

Das Besondere an Varanasi ist wohl die Tatsache, dass der Ganges durch die mehr als 3000 Jahre alte Stadt fließt. Er ist der heilige Fluss der Hindus und in Varanasi gibt es eine ganz besondere Stelle, an der Shiva einmal höchstpersönlich ein Bad genommen hat. Es gibt einige abenteuerliche Geschichten um Ohrringe und Flüche, aber auf jeden Fall hat Shiva letztendlich dafür gesorgt, dass alle Menschen, die am Manikarnika Ghat verbrannt und deren Asche in den Ganges geworfen wird, ohne die mühsamen Umwege von Wieder- und Wiedergeburt ins Nirvana gelangen. Daher herrscht am Manikarnika Ghat auch reges Treiben. Rund um die Uhr werden hier quasi im Akkord Verstorbene verbrannt. Ich habe zwar schon hinduistische Einäscherungszeremonien gesehen, aber hier in Varanasi sind die Dimensionen anders und ich bin wirklich beeindruckt, allein schon durch die schiere Masse an Leichen. Read More

Delhi – 16 Millionen Inder bei 42 Grad

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delhi10

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Am Flughafen von Delhi empfängt mich ein freundlicher rundlicher Inder, der mich zu einem verbeulten weißen Kastenwagen bringt. Schon auf dem Weg zum Auto schwitze ich, denn es herrschen etwa 40 Grad. Deepak versichert mir, dass die Fahrt zum Hotel nur 20 Minuten dauern wird. Nach 20 Minuten, in denen wir uns durch den teils verwirrenden Verkehr der Hauptstadt schlängeln, wiederholt er sein Versprechen: „Noch 20 Minuten, maximal!“

Endlich kommen wir zum Hotel. Langsam dämmert mir, warum dieses Hotel so unschlagbar günstig war (ich habe nur 17 Euro für 2 Nächte mit Frühstück und Flughafentransfer bezahlt). Es befindet sich in einem der hektischsten und vor allem lauten ärmeren Viertel der Stadt. Hier leben die Menschen auf engstem Raum und der Müll liegt zwanzig Zentimeter hoch auf den Bürgersteigen, die von Kühen, Rikschas und Fußgängern aller Couleur genutzt werden.

delhi7

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Ich begutachte mein Zimmer und stelle fest, dass es kein Toilettenpapier gibt, keine Handtücher und noch nicht einmal Bettlaken. Der einzige Luxus besteht aus einem winzigen Fernseher und einem Deckenventilator. Ich fürchte mich ein wenig vor der schmuddeligen grünlichen Wolldecke auf dem Bett, aber zunächst will ich mit Deepak die Stadt unsicher machen und mich später um eventuelle Bakterien sorgen. Read More

Indien – Kuh hat Vorfahrt

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Ricoh Company Ltd.

In Indien ist alles ein wenig anders als bei uns. Die Verkahrsregeln sind komplexer und haben mit höherer Mathematik zu tun. Kühe haben generell Vorfahrt und Vegetarier werden in Restaurants zuvorkommend behandelt. In der Millionenstadtfullskip
fullskip.com Delhi geht die Sonne nie so richtig auf, aber das
Leben in den Straßen kommt ebensowenig zum Stillstand.

Ricoh Company Ltd. Ricoh Company Ltd.

Kulinarisch habe ich in Indien meine Welt gefunden. Am Taj Mahal war ich für die Einheimischen eine Attraktion, die sie unbedingt fotografieren wollten. Wenn Ihr also wissen wollt, was Kühe in Delhis Straßen machen und warum ich beinahe Karriere als Fotomodell gemacht hätte, dann könnt Ihr dies in Kapitel 8 nachlesen.

Eure Beatrice!