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Kultur Archive • Beatrice Sonntag

Vitebsk – Von Chagall bis Lenin

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Geburtsort von Marc Chagall mit falschverstandener Fußgängerzone

Vitebsk liegt im Norden von Weißrussland und bevor ich den Entschluss gefasst hatte, dieses Land zu besuchen, hatte ich den Namen dieser Stadt noch nie gehört. Im deutschen Sprachraum wird der Name oft Wizebsk geschrieben, aber auch das half mir nicht auf die Sprünge. Tatsächlich ist es eine der bedeutenderen Städte in Belarus und ein Muss, wenn man auf schon mal in der Gegend ist.

Als erstes besuche ich in Vitebsk das Geburtshaus von Marc Chagall. Von diesem Kerl hatte ich natürlich schon des Öfteren gehört und ich hatte auch schon das Vergnügen, einige seiner Werke in verschiedenen Museen in London, Paris und Madrid zu sehen. In Vitebsk stehe ich also vor einem winzigen Backsteinbau, in dem Moische Chazkelewitch Schagalow geboren wurde und aufgewachsen ist. Heute ist das Haus ein Museum, in dem Möbel aus der Zeit seiner Kindheit ausgestellt sind und Dokumente sowie Zeichnungen an den Wänden hängen. Read More

Christiania – Moderne Hippies in Kopenhagen

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Alternative Vegetarier mit eigener Post

Während meiner Reise nach Kopenhagen habe ich natürlich auch die Stadt in der Stadt besucht: die sogenannte Freistadt Christiania, eine ganz eigenwillige autonome Gemeinde inmitten der Stadt Kopenhagen. Von den Behörden wird die wilde Siedlung geduldet und ihre Bewohner bestehen auch heute noch zum großen Teil aus überzeugten Althippies, die sich für ein Leben ohne Baugenehmigungen und mit Marihuana entschieden haben.

CHristiania  Kopenhagen

Besonders hübsch sind die viele kreative Graffitis, die man an unzähligen Hauswänden in der ehemaligen Kasernensiedlung alle Nase lang findet. Sie verleihen dem Sammelsurium von illegal besetzten oder auch errichteten Häusern ein heiteres, friedliches und fröhliches Aussehen. Wer Farben liebt, der wird Christiania lieben!

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Kopenhagen – Skandinavien für Einsteiger

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Kopenhagen – Skandinavien Reisebericht von Beatrice Sonntag

Meine Reise nach Kopenhagen ist nun schon eine Weile her. Wie ihr es euch denken könnt, habe ich diesen Städtetrip im Sommer unternommen. Skandinavien steht nicht auf der Liste meiner winterlichen Reiseziele. Im Sommer ist die dänische Hauptstadt auf jeden Fall wunderschön. Überall können die Menschen englisch, es gibt dutzende asiatische Restaurants aller möglichen Ausprägungen und an Museen mangelt es auch nicht.

Kanäle Waterfront Kopenhagen

Allein schon wegen des Namens habe ich die Carlsberg Glyptothek besucht. Ich war vorher (zumindest wissentlich) noch nie in einer Glyptothek gewesen und ich wurde nicht enttäuscht. Ein privater Sammler hat hier viele hochkarätige Kunstwerke, unter anderem ägyptische Statuen, echte Rodins und Gemälde von holländischen Meistern gehortet und für Besucher zugänglich gemacht.

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Bukarest – Paläste, Kirchen und Straßenhunde

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Eine großartige alte Stadt mit Hunden und riesigen Palästen

Meine Reise nach Bukarest war vor ein paar Jahren eine recht spontane Unternehmung. Ich wollte ein Wochenende im Spätsommer dazu nutzen, mir mal einen kleinen ersten Eindruck von Rumänien, dem Land von Drakula und Ceausescu, verschaffen. In nächster Zukunft will ich vor allem die Region Transsilvanien etwas ausführlicher bereisen. Aber auch das Wochenende in Bukarest mit seinen etwa zwei Millionen Einwohnern ist ein kleines Abenteuer gewesen.

Bukarest Bukarest

Mein Hotel in Bukarest befand sich in einer Nebenstraße, die ich erst nach einigem Suchen entdeckte. Es handelte sich um ein hübsches alten Haus, das wohl einmal ein Wohngebäude gewesen war. Im Erdgeschoss gab es ein Restaurant, das behauptete, italienische Spezialitäten anzubieten, was jedoch eine Lüge war. Ich habe das überprüft. Read More

Fianarantsoa – Kolonialbauten und ein weltbekannter Fotograf

By | Nach der Reise ist vor der Reise | No Comments

Fianarantsoa – Kolonialbauten Reisebericht von Beatrice Sonntag

Der Name Fianarantsoa ist nicht nur auf den ersten Blick unaussprechlich, er hört sich von einem echten Madagassen ausgesprochen auch noch ganz anders an. Die Os klingen mehr wie Us, denn im madagassischen Alphabet gibt es keine Us. Außerdem ist dieser Ortsname schon deshalb etwas Besonderes, weil er nicht mit A beginnt. Durch Fianarantsoa (immerhin 4 mal A, wenn auch nicht am Anfang) komme ich auf der Nationalstraße N7, die mich von Antananarivo (4 mal A) nach Toliara (nur 2 mal A) führt.

 fianarantsoa6 Fianarantsoa

Genug davon, denn Fianarantsoa hat viel mehr zu bieten, als nur Buchstaben. Die Stadt hat zwei Zentren: die Altstadt auf einer Anhöhe und das moderne Stadtzentrum, das sich am Fuße des Hügels zwischen einem Stadion und dem Bahnhof aus der französischen Kolonialzeit konzentriert. Die Luft unten auf den Straßen ist hoch giftig. Uralte Fahrzeuge und riesige maßlos überladene Lastwagen verpesten mit ihren Abgasen die Umgebung und der Müll häuft sich in einer Art Abwasserrinne, die die Hauptstraße säumt. Abgesehen davon, dass man hier kaum atmen kann, ohne seiner Lunge bleibende Schäden zuzufügen, ist das Treiben vor dem Bahnhof und auf den Straßen unterhaltsam. Die Innenstadt gleicht einem einzigen Markt.

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Paris – Zu Besuch bei Napoleon und Marie Curie

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Paris Reisebericht von Beatrice Sonntag

Auch in diesem Jahr steht wieder ein kurzer Ausflug nach Paris an, die Stadt der Liebe, der Kunst, der unfreundlichen Kellner und der nach Pisse stinkenden Metrostationen. Ich liebe Paris! Diesmal habe ich einen besonderen Begleiter bei mir, der seit mehr als 15 Jahren nicht in Paris war. Ich komme mir also fast ein wenig wie eine Fremdenführerin vor. Ein gutes Gefühl.

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Meinem Begleiter zuliebe besuchen wir zunächst einmal die Hauptattraktionen: den Eiffelturm und das Musée du Louvre. Den Eiffelturm kann ich mir natürlich jedes Jahr wieder mit einer gewissen Begeisterung anschauen. Wir sind uns beide einig, dass er einen frischen Anstrich vertragen könnte, dass er von der Menschheit überbewertet wird, dass es sich bei diesem Monstrum aus Metall jedoch um ein hübsches Stück Ingenieurskunst und letztendlich um ein ‚Must See‘ in Paris handelt.

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Moskau – Goldene Kuppeln und alter Glanz

By | Berufswunsch Tourist | No Comments

Moskau Russland Reisebericht von Beatrice Sonntag

Schon als kleines Kind wollte ich immer nach Moskau fahren, hauptsächlich, weil mein Großvater in den höchsten Tönen von dieser Stadt geschwärmt hat. Er berichtete von goldenen Kuppeln, von prachtvollen Straßen und von Menschen mit Pelzmützen. Er war außerdem ein großer Fan von Michail Gorbatschow. Und wer meinen Großvater gekannt hat, der weiß, dass das eine große Ehre ist. Er hasste im Grunde alle Menschen, außer vielleicht mich und Michail Gorbatschow. Seinen Zahnarzt hat er besonders gehasst, denn der hatte ihm angeblich mal einen falschen Zahn gezogen. Auf jeden Fall liebte ich meinen Großvater, denn er ließ mich immer unerlaubte Dinge essen und erzählte so schöne Geschichten über Moskau.

Basiluis Kathedrale  Kreml

Mein Großvater war schon eine Weile gestorben, als ich mich schließlich auf den Weg nach Moskau machte, um mir alles mit eigenen Augen anzusehen. Goldene Kuppeln fand ich tatsächlich, prachtvolle Straßen auch. Es mangelte sehr an Pelzmützen, das mag aber wohl daran gelegen haben, dass ich mir für meine Moskau-Reise den August ausgesucht hatte. Den Winter in Russland wollte ich nicht unbedingt live erleben. So weit geht meine Abenteuerlust dann auch wieder nicht. Read More

Burkina Faso und seine Masken

By | Lieblingskrankheit: Reisefieber | No Comments

Die Masken aus Burkina Faso sind auch über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Das hängt nicht zuletzt an der Tatsache, dass viele der etwa 60 Volksstämme aus Burkina Faso grenzüberschreitende Siedlungsgebiete haben und dass die Kulturen in Westafrika untereinander vernetzt sind. Die Kolonialherren haben willkürlich Grenzen gezogen, wo es überhaupt nicht sinnvoll war. Neuerdings sind aber die Masken der Bwa, die zwischen Ouagadougou und Bobo Dioulasso leben, auch in Europa ein bisschen bekannt geworden. Ein Ensemble war letztens in Frankreich unterwegs, um den Franzosen ihre Tänze zu zeigen.

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Santiago de Cuba – Zwischen Musik und Revolutionshelden

By | Nach der Reise ist vor der Reise | No Comments

Die Bewohner von Santiago de Cuba behaupten, dass ihre Stadt nicht nur die Nummer zwei auf Kuba, sondern eigentlich die Nummer eins und die heimliche Hauptstadt der Insel ist. Sie schwören darauf, dass ihre Kultur und ihre Musik viel bedeutender sind als die von Havanna und sehen sich stets als Sieger im ewigen Wettstreit um die Bedeutung für die Insel.

Santiago de Cuba ist auf jeden Fall ein Ort, den jeder Kuba-Reisende gesehen haben muss. Für Musikliebhaber wird sich im Vergleich mit Havanna und insgesamt mit dem Norden schnell herausstellen, dass es große musikalische Unterschiede zwischen Nord und Süd gibt. Der Süden der Insel ist vom Zuckerrohranbau geprägt, für den viele Sklaven aus Afrika hergebracht wurden. Sie haben ihre Musik und ihre Kultur mit nach Kuba gebracht und bis heute ist eine interessante Mischung entstanden.

Santiago Kuba

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Kuba – Hasta la victoria, siempre!

By | Nach der Reise ist vor der Reise | No Comments

Kuba Reisebericht von Beatrice Sonntag

Che Innenministerium

Die Revolution ist in Kuba allgegenwärtig. Man kann auf kaum einer Straße zehn Minuten unterwegs sein, ohne eines der motivierenden Plakate zu finden, welches auf die Errungenschaften der Revolution, auf die Aufgaben der Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft oder auf die legendären Aussprüche der Helden Kubas verweist. Zu diesen Helden gehören natürlich Ernesto „Che“ Guevara und Fidel Castro, aber auch vereinzelt Camilo Cienfuegos und José Martí. Che ist mit Abstand am beliebtesten, auch wenn er kein Kubaner war. Bei ihm kann man sich natürlich auch sicher sein, dass er nicht in absehbarer Zeit in Ungnade fällt, denn er ist längst tot und hat damit keine Chance mehr, sich seinen Heldenstatus zu ruinieren.

Ich muss ja zugeben, dass die Persönlichkeit dieses legendären Che eine solche Faszination auf mich ausübt, dass er einer der Hauptgründe für meine Kubareisen (2003 und 2015) war. Ich habe unzählige Bücher über ihn gelesen und bin einfach hingerissen von seiner Art, die Welt zu sehen und sie verändern zu wollen. Natürlich macht auch sein tragisches Ende einen Teil seines unwiderstehlichen Charmes aus.

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