Tag

Natur Archive • Beatrice Sonntag

Ciudad Perdida – eine schweißtreibende Reise zu einem magischen Ort

By | Vielleicht bald noch mehr Geschichten | No Comments

Die Ciudad Perdida, the Lost City, die verlorene Stadt… das war das eigentliche Ziel meiner Kolumbienreise im Februar. Es hörte sich alles ganz nett und ein wenig abenteuerlich an. 46 Kilometer in vier Tagen im Wald zu spazieren, ein wenig Camping und irgendwo im Dschungel dann die Stadt zu besuchen, die die spanischen Kolonialherren nie gefunden haben.

Ich war also in Santa Marta um diese aufregende Tour zu einem Ort zu unternehmen, den wegen der beschwerlichen und langen Anreise nur sehr wenige Touristen bisher besucht haben. Unglaublicherweise hatte ich sogar einen Mitreisenden gefunden, der bereit war, mit mir zur Ciudad Perdida aufzubrechen. Als wir in Santa Marta mit 10 anderen Abenteurern aus aller Herren Länder in einen unbequemen Geländewagen gepfercht wurden, der uns dann zwei Stunden lang über Stock und Stein in ein winziges Dörfchen beförderte, waren wir uns noch nicht bewusst, dass wir diese unangenehme Art des Reisens wenige Stunden später bereits vermissen würden. In dem Dorf gab es zunächst ein stärkendes Mittagessen, einen kurzen Ausblick auf das, was uns erwartet und dann ging es los. Read More

Alausi – Mit dem Zug zur Nase des Teufels

By | Vielleicht bald noch mehr Geschichten | No Comments

Durch die Berge Ecuadors mit einem uralten Zug

Auf meinem Reiseprogramm stand Alausi, eine kleine Stadt im Hochland von Ecuador. Recherchen ergaben, dass es hier eine berühmte Zugstrecke und die Nase des Teufels gibt. Eine interessante Mischung. Ich war also gespannt. Von Norden her kommend, erreichte ich am späten Morgen die Stad Alausi, die in einem Tal liegt. Auf einem Hügel mitten in der Stadt erhebt sich eine ziemlich stattliche Statue, die San Pedro darstellt und die schon von weitem von den Bergen aus gut zu sehen ist.

Das Zentrum von Alausi bildet ein hübscher Bahnhof, der noch aus der Kolonialzeit stammt. Rund um das kleine Gebäude herum stehen noch andere Kolonialbauten, von denen viele sehr gut erhalten und bunt angestrichen sind. Auch der Zug, der kurz vor elf Uhr am Bahnhof anhält, scheint einer fernen Zeit entsprungen zu sein. Und das ist er wohl auch, denn die Bahnstrecke ist schon seit Jahrzehnten stillgelegt und wird nur noch für Touristen genutzt. Read More

Valley of fire – Farbenfrohe Felsen in Nevada

By | Kurz und schmerzlos | No Comments

Feurige Felsen im Valley of Fire State Park

Der Valley of fire State Park liegt im Süden von Nevada etwa eine Stunde nordöstlich von Las Vegas. Es handelt sich um ein Schutzgebiet, das vom Staat Nevada verwaltet wird und das zu den schönsten Naturschutzgebieten in Nevada gehört. Es gibt einige schöne kurze Wanderwege, die zu wunderbaren und ausgefallenen Felsformationen führen. Man kann hier locker einen ganzen Tag verbringen und nicht müde werden, sich immer neue Felsen anzuschauen. Also mir hat es auf jeden Fall sehr gefallen – aber ich bin halt auch ein Fan von Steinen.

Ich bin am Südwestlichen Eingang ins Valley of Fire gefahren. Die ersten Felsformationen hier nennen sich Bee hive (also Bienenstock) und Atlatl Rock, was in einer der Indianersprachen das Wort für ein Wurfgeschoss ist. Der erste Eindruck des Valley of fire ist tatsächlich ziemlich feurig, denn die Felsen hier sind leuchtend rot, vor allem wenn die Sonne scheint. Ich habe Glück und sehe die roten Felsen vor einem strahlend blauen Himmel in der Sonne strahlen. Am Atlatl Felsen gibt es die ersten Petroglyphen zu sehen, die zum großen Teil tatsächlich von den hier lebenden Ureinwohnern des Kontinents stammen sollen. Read More

Red Rock Canyon – ein schönes Plätzchen Natur

By | Kurz und schmerzlos | No Comments

Rote und weiße Felsen im Red Rock Canyon

Der Red Rock Canyon liegt nur wenige Minuten von der glitzernden und aufregenden Stadt Las Vegas entfernt. Da liegt er im Grunde genau richtig, denn die Menschen in Las Vegas brauchen sicher dringend ab und zu einen kleinen Ausflug in die himmlische Stille der Natur.

Es könnte kaum einen Ort in Nevada geben, der Las Vegas unähnlicher ist. Der Red Rock Canyon ist ein Schutzgebiet, in dem es tatsächlich jede Menge rote Felsen gibt. Auf einer Ringstraße kann man bequem einmal rund fahren und an verschiedenen Stellen aussteigen. Dort gibt es dann hübsche Felsformationen zu bewundern, in denen man wandern kann.

Read More

Joshua Tree Nationalpark – schrullige Bäume und 29 Palmen

By | Kurz und schmerzlos | No Comments

Joshua Trees sind kleine verknotete Wüstenbewohner, die sich an keine Regeln halten und in alle Richtungen wachsen

Der Joshua Tree Nationalpark liegt im Süden von Kalifornien, etwas mehr als 200 Kilometer von Los Angeles und ziemlich genau 300 Kilometer von Las Vegas entfernt. Es handelt sich um ein ziemlich trockenes Wüstengebiet, das zur Mojave Wüste gehört. Den Namen hat der Joshua Tree Nationalpark von den Joshua Trees, die in dieser Wüste ziemlich häufig anzutreffen sind. Der Park wurde gegründet, um genau diese etwas schrulligen Bäume zu schützen.

Ich übernachte in einer kleinen Stadt am Rande des Joshua Tree Nationalparks, die den eigenartigen Namen Twentynine Palms trägt. Tatsächlich gibt es in Twentynine Palms viel mehr als 29 Palmen. Immerhin gibt es aber Palmen und auch Sonnenschein, so dass ich mich hier im Dezember, trotz der recht kühlen Temperaturen, die tagsüber zwischen 12 und 17 Grad liegen, sofort wie im Urlaub fühle.

Read More

Grand Canyon – einfach riesig und wunderschön

By | Kurz und schmerzlos | No Comments

Eine Glasplattform und fettleibige Hörnchen am Grand Canyon

Der Grand Canyon macht seinem Namen alle Ehre. Er ist verdammt groß. Man schafft es nicht, an einem Tag hinunter und wieder herauf zu klettern, auch nicht auf den bequemeren Wanderwegen. Man kann drei Stunden lang mit 75 Meilen pro Stunde an seiner Südseite entlang fahren und ist dann noch immer am Grand Canyon. Man kann sich eigentlich nicht wirklich vorstellen, wie riesig er ist, bis man ihn mit eigenen Augen gesehen hat. Und selbst dann gerät man noch ins Staunen. Zumindest erging es mir so.

Nachdem die Frage nach den Dimensionen geklärt ist, stellt sich die Frage nach dem besten Ort, um das Naturwunder zu bestaunen. Auswahl gibt es auf jeden Fall eine Menge. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte an der North Rim wie auch an der South Rim, im Osten wie im Westen. Aus strategischen Gesichtspunkten habe ich mich dieses Mal für zwei Stellen auf der Südseite des Grand Canyon entschieden. Die lagen ein kleines bisschen eher an meiner Reiseroute zwischen Roswell und Yellowstone als die Punkte an der Nordseite. Read More

Zion Nationalpark – Kneippkur im Land der Mormonen

By | Kurz und schmerzlos | No Comments

Heilige Berge am Jungfrauenfluss: Zion Nationalpark

Der Zion Nationalpark liegt im Staat Utah. Seinen Namen hat er von den Mormonen erhalten, die auch ihre Bank Zion genannt haben. Die Mormonen stehen auf religiöse Namen. Daher heißt der Fluss, der durch den Nationalpark fließt und den eigentlichen Canyon gegraben hat, Virgin River. Die Berge hier haben Namen wie Abraham, Jakob, Isaac und Moroni. Abgesehen davon, dass die Mormonen eigentlich glauben, dass die Erdet etwa 7000 Jahre alt ist (und der Canyon durch Jahrmillionen der Erosion entstanden ist) ist also alles mehr oder weniger kohärent.

Der Zion Nationalpark liegt im Süden von Utah, nicht besonders weit von der Grenze zu Nevada und vom Sündenpfuhl Las Vegas entfernt. Der Park ist gut organisiert. Shuttlebusse bringen die Touristen von einer Station zur nächsten, was dazu führt, dass im eigentlich interessanten Teil des Canyons keine privaten Fahrzeuge herumstehen oder fahren. Man kann hier die Natur in vollen Zügen genießen, muss sie jedoch mit vielen anderen Touristen aus allen möglichen Ländern der Erde teilen. Read More

Ecuador und seine nervösen Vulkane

By | Vielleicht bald noch mehr Geschichten | No Comments

Ecuadors Vulkane sind nervös, gefährlich und wunderschön

Ecuador ist ein friedliches und ruhiges Land, das auch recht selten in der Weltpresse Schlagzeilen macht. Die einzigen Unruhestifter, die Ecuador hat, sind seine Vulkane. Der Cotopaxi zählt zu den gefährlichsten Vulkanen der Erde, unter anderem auch, weil etwa 300.000 Menschen unmittelbar neben beziehungsweise unter dem Vulkan wohnen und ständig evakuiert werden müssen, wenn der Cotopaxi Asche, Rauch und manchmal auch Geröll, Lava und Lahar spuckt.

Dazu kommen noch die ziemlich regelmäßig auftretenden Erdbeben in Ecuador. Besonders heftig wurde es zuletzt 2016 im April, als ein starkes Erdbeben im Osten von Ecuador zehntausende von Menschen obdachlos gemacht hat. Die Erde ist an dieser Stelle einfach ziemlich nervös und unruhig. Das fördert aber offenbar den Zusammenhalt in der Bevölkerung. Read More

Yellowstone Nationalpark – Ein Traum in bunt

By | Vielleicht bald noch mehr Geschichten | No Comments

So viele Farben, Bisons und brodelndes Wasser

Über Monate hinweg habe ich auf meiner Wetter-App die Temperaturen im Yellowstone Nationalpark verfolgt. Bis in den Juni hinein waren diese vollkommen indiskutabel. (=Es stand ein minus vor der Celsius-Angabe.) Erst langsam sind die Temperaturen dann im Laufe des Julis auf ein akzeptables Niveau angestiegen. Während sich in Las Vegas das Quecksilber in Richtung der 40 Gradmarke schob und im Death Valley sogar schon fast die 50 durchbrach, ließ sich der Yellowstone Park auf gerade mal 20 Grad erwärmen.

Tatsächlich hatte ich ein Gefühl von Erfrischung und Kühle, als ich nach mehreren Tagen in den Wüsten von New Mexico, Arizona, Nevada und Kalifornien in West Yellowstone im Bundesstaat Montana ankam. Hier hatte ich nach langem Suchen ein Zimmer gefunden, das ungefähr dreimal so teuer war wie die Unterkünfte in Las Vegas oder Flagstaff, das aber im Umkreis von hundert Kilometern beinahe die einzige verbliebene Option war, die mich nicht vollkommen finanziell ruiniert hätte. Eine freundliche Chinesin drückt mir zur Begrüßung den Schlüssel in die Hand, will weder wissen, wer ich bin, noch wie ich heiße. Für sie steht fest, dass ich der Gast sein muss, den sie erwartet. Read More

Sagada – Särge und lebensgefährliche Höhlen

By | Nach der Reise ist vor der Reise | No Comments

Alles voller Särge in Sagada

Sagada ist ein winziger Ort im Norden der Insel Luzon, mitten in den Bergen und zwischen den berühmten Reisterrassen, für die diese Region so bekannt ist. Sagada besteht im Grunde aus zwei Straßen, die sich den Berg hinauf schlängeln. Früher standen an diesen beiden Straßen wohl nur einige Wohnhäuser. Heute sind die meisten von ihnen in Souvenirshops, kleine und sehr schlecht ausgestattete Hotels und Restaurants verwandelt worden.

Sagada, Ureinwohnerin Hängende Särge in Sagada

Nach Sagada kommen Menschen, um sich Särge anzuschauen. Kein Scherz! Es gab und gibt hier noch immer den Brauch, die Toten in Särge zu betten (soweit ist das ja nicht außergewöhnlich) aber dann hängen die Menschen diese Särge an möglichst exponierter und schwer zugänglicher Stelle an eine Felswand. Verschiedene Särge sind auch in Höhlen aufeinander geschichtet. Leider sind die Menschen in Sagada von diesem seltsamen Brauch fast ganz abgekommen. Vor fünf Jahren wurde der letzte Verstorbene so bestattet.

Read More