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Pilgern Archive • Beatrice Sonntag

Bosnien und Herzegowina – Pilgern nach Medugorje

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Als ich zwischen Sarajevo und Mostar unterwegs war, wollte ich natürlich auch den hiesigen Pilgerort Medugorje besuchen. Ich bin schließlich ein großer Fan von heiligen Stätten, egal für wen sie heilig sind.

Medugorje ist eine katholische Pilgerstätte und spätestens seit Lourdes und Fatima weiß ich, dass die Katholiken es ziemlich gut drauf haben, ihre Marienerscheinungen in Szene zu setzen, so unwahrscheinlich sie auch sein mögen. In Medugorje ist Maria im Jahr 1981 an sieben aufeinanderfolgenden Tagen im Juni auf dem Hügel in Medugorje erschienen. Sie wollte den Menschen eine Friedensbotschaft bringen. An sich eine löbliche Sache. Sechs Seher haben diese Erscheinungen miterlebt. In den 80ern war es in Jugoslawien nicht unbedingt salonfähig, katholisch zu sein und schon garnicht, Marienerscheinungen zu sehen. Die Seher hatten es also nicht unbedingt leicht.

Medugorje  Pilgern in Bosnien

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Nevers – Leckere Crepe und noch eine Leiche

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Nevers ist ein winziges und eigentlich eher langweiliges Städtchen in der Bourgogne. Darauf, dass ich Nevers unbedingt einen Besuch abstatten muss, bin ich aufmerksam geworden, als ich in Lourdes auf den Spuren der heiligen Bernadette wandelte und mir den Devotinoalienwahnsinn und das heilige Quellwasser angeschaut habe. Von den Nonnen, die in Lourdes voller Glauben und Hingabe der Mutter Gottes dienen, habe ich erfahren, dass der angeblich vollkommen unverweste Leichnam der heiligen Bernadette quasi als Beweis für ihre Heiligkeit in Nevers im Kloster aufgebahrt liegt. Solche Hinweise kommen mich immer teuer zu stehen.

 

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Also nichts wie hin, zur zweitheiligsten Pilgerstätte Frankreichs. Mit einem teilweise modernen Zug fahren wir von Paris nach Nevers und finden dort zunächst eine ganz normale etwas verschlafene französische Kleinstadt vor. Viele Häuser sind alt und verfallen, andere sind liebevoll in Stand gehalten und die Straßen in der Innenstadt wirken so, als ob sie nicht für den Gebrauch durch motorisierte Fahrzeuge gedacht seien.
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Lourdes – Pilgerbeobachtung in freier Wildbahn

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Dass ein Novemberwochenende nicht der beste Zeitpunkt im Jahr ist, um nach Lourdes zu reisen, mag richtig sein, aber die Zeit reichte nun einmal nicht, um in die Karibik zu fliegen. Da es sich bei der Reise nicht um eine Pilgerreise im eigentlichen Sinne handelt, war stets die Rede von einer Pilgerbeobachtungsfahrt, was den Sinn der Reise recht gut beschreibt.

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Gemeinsam mit meinen tapferen Mitstreitern komme ich bei heftigem Wind und erträglichen 12°C nach einer kleinen Weltreise durch Deutschland, Luxemburg und Belgien nach einem unbequemen Flug mit einer bestens bekannten Billigairline in Bayonne am Flughafen an. Nach etwas mehr als einer Stunde sind wir in dem kleinen Städtchen Lourdes angekommen und zunächst scheint alles mehr oder weniger normal zu sein. Wir finden einen Parkplatz und essen erst einmal eine gut gefüllte Crêpe, wie es sich für einen Frankreichurlaub gehört.

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Da die Touristeninformation über Mittag geschlossen hat, bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Schild „Grotte“ zu folgen, das uns dann auch sehr zuverlässig vorbei an einer beachtlichen Menge von Souvenirshops zu der Kathedrale bringt, die kaum zu übersehen auf einem Felsen thront. Eine große Hinweistafel weist darauf hin, wo sich die Grotte, die Kirche und die Behörde zur Anerkennung von Heilungen befinden. Bevor wir uns über Heilungen Gedanken machen können, müssen wir natürlich erst einmal die heiligen Stätten begutachen. Die Grotte liegt vollkommen unspektakulär am Fuße des Felsen und davor sind mehrere Reihen von Bänken aufgestellt. Dutzende Menschen scheinen hier vollkommen in ihre Gebete vertieft. Andere reihen sich in die kurze Schlange ein, um die etwa 4 Meter in den Fels hinein ragende Grotte und die darin liegende Quelle von Näherem sehen zu können. Wir tun es ihnen gleich, machen Fotos von allen heiligen Ecken und Steinen und wundern uns dann fast, als wir uns am Ende noch genauso gut oder schlecht fühlen wie vorher. Read More