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Reisebericht Archive • Beatrice Sonntag

Atlanta – Coca Cola und Dr. Martin Luther King Jr

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In Atlanta findet man eine geniale Marketingstrategie und einen amerikanischen Helden

Alles, was ich über Atlanta wusste, war, dass zwei legendäre Berühmtheiten aus dieser Stadt kamen: nämlich Dr. Martin Luther King Jr. und Coca Cola. Damit hatte ich also schon zwei Ziele in der Hauptstadt von Georgia.

Die Coca Cola World ist erwartungsgemäß eine Hommage an den Zucker. Es werden Videos gezeigt, die unwiderlegbar beweisen, dass Coca Cola die Menschheit fest im Griff hat, dass quasi alle diese flüssige Süßigkeit lieben. Es wird ein Riesenwirbel um die supergeheime Formel gemacht, die bisher noch niemand knacken konnte. Ein paar Gerüchte werden gestreut, zum Beispiel das, dass es nur zwei Menschen auf der Welt gibt, die das Rezept kennen und dass diese beiden Personen nicht gemeinsam in einem Zug oder Flugzeug reisen dürfen. Interessant ist, dass die Formel einst für 2.300 Dollar verkauft wurde und die Firma Coca Cola dann Anfang des 20. Jahrhunderts für 25 Millionen weiterverkauft werden konnte.

Alles in allem lernt man in der World of Coca Cola sehr viel über eine absolut geniale Marketingstrategie und darüber, wie man mit gezielter Werbung, die überhaupt nichts mit dem eigentlichen Produkt zu tun hat, unglaublich erfolgreich eine Nachfrage für ein Produkt kreiert, das wirklich niemand braucht. Faszinierend. Zudem ist die Abteilung interessant, in der man an die 50 verschiedene Sorten Limonade probieren kann und sich eine Zuckerüberdosis verschaffen kann. Read More

Ulaan Baator – Tempel, Tauben und Großstadtjurten

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Ulaan Baator – eine faszinierende Stadt mit besonderer Atmosphäre

Meine Reise in die Mongolei liegt schon ein paar Jahre zurück, trotzdem denke ich noch gerne daran und immer wieder überlege ich, vielleicht mal wieder dorthin zurück zu kehren. Ein Aspekt dieser Reise waren die unglaublichen unendlichen Weiten der Landschaft. Ich habe noch nie so viel Schnittlauch gesehen. Aber ein anderer Aspekt, der mindestens genauso spannend ist, ist die Hauptstadt Ulaan Baator, deren Name allein schon Fernweh erweckt.

Ulaan Baator  Ulaan Baator

Ulaan Baator ist eine quirlige und sehr vielseitige Stadt. Das Hotel, welches ich mir ausgesucht hatte und das unschlagbar billig gewesen ist, lag in einem der ärmeren Stadtviertel am Rande der Innenstadt. Die Straße, die zu ihm hin führte, war nicht geteert und gerade breit genug für ein Taxi. Alle Gebäude waren hinter Wellblechbarrikaden verborgen, so auch das Hotel. Im Badezimmer war die Duschkabine mit Paketband an der Wand befestigt, was sich leider nach einer Weile als nicht ideale Lösung herausgestellt hat. Ich habe jedoch die Kreatvität der Bauarbeiter bewundert. Auf dem Dach des Hotels standen mehrere Jurten, die als weitere Hotelzimmer dienten. Read More

Savannah – Von Forrest Gump und der Prohibition

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Eine wunderschöne Altstadt mit besonderer Atmosphäre am Ostrand von Georgia

Savannah liegt im Osten von Georgia an der Mündung des Savannah Flusses in den Atlantik. Die Altstadt von Savannah soll eine der schönsten in ganz Nordamerika sein. Außerdem hat Forrest Gump in Savannah in einem Park auf der Bank gesessen und über seine berühmte Pralinenschachtel sinniert. Das sind schon genügend Gründe, sich diese Stadt einmal anzusehen.

Mein Hotel lag ein wenig außerhalb im Stadtteil Garden City, aber zum Zentrum waren es nur wenige Minuten und es war auch immer leicht, einen Parkplatz zu finden. Das muss man den Amerikanern ja lassen, dass sie für ihre Autofahrer recht gut sorgen. In der Altstadt von Savannah habe ich mich dann allerdings zu Fuß fortbewegt. Tatsächlich ist Savannah alles andere als eine rückständige alte Südstaatensiedlung. Die Innenstadt wirkt sehr modern, Geschäfte und Restaurants machen das Erdgeschoss der alten Gebäude zu einem Touristenparadies. Read More

Orlando – Zwischen Nasa und Disney

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Mehr als nur Disneyland: Orlando

Mit Orlando verband ich bisher nur ein Basketballteam, das ich sehr mochte und Disneyland. Tatsächlich gibt es an die 50 Themenparks rund um Orlando, die jedes Jahr mehr als 60 Millionen Besucher anziehen. Obwohl ich kein Freund von Disneyland und ähnlichen Unterhaltungsangeboten bin, habe ich auf meiner Reise durch die amerikanischen Südstaaten einen Stopp in Orlando eingeplant.

Die Altstadt, in der es tatsächlich ein paar Gebäude gibt, die nicht ganz neu sind, ist hübsch. Es gibt viele Bars und Restaurants, die wirklich kreative Gerichte wie zum Beispiel einen Burger mit Erdnussbutter servieren. Ich fand außerdem ziemlich guten Tee und ein authentisches Thai-Lokal, in dem zu meinem großen Erstaunen eine Gruppe von über und über tätowierten mexikanischen Gangstertypen zu Mittag aß. Sie sprachen kein Wort, setzten sich nur an einen Tisch, an dem ihre Mahlzeiten etwa eine Minute zuvor bereitgestellt worden waren. Sie aßen brav auf, nickten der kleinen Thailänderin freundlich zu und verließen dann wortlos das Etablissement. Wahrscheinlich ein alltägliches Ritual. Read More

Bahamas – Kurzer Ausflug zum Traumstrand

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Es gibt nichts zu sehen, gehen Sie bitte zum Strand!

Die Bahamas haben eigentlich immer zu den Reisezielen gehört, die auf keiner meiner Wunschlisten auftauchten. Es handelt sich schließlich um eine Inselgruppe in der nördlichen Karibik, die vorrangig mit wunderschönen Stränden wirbt. Es gibt keine berühmten Tempel, Grabmäler, Vulkankrater oder Elefanten auf den Bahamas. Trotzdem war ich dann irgendwie ganz begeistert von der Idee, von Miami aus mal eben kurz rüber auf die Bahamas zu schippern und mir die Traumstrände mit eigenen Augen anzusehen.

Unangenehm früh am Morgen war ich dann also von Miami aus in Richtung Fort Lauderdale unterwegs, wo ich meinen Mietwagen am Hafen abstellte und mich mit meinem Ticket in eine Schlange von Urlaubern einreihte, die auf die Fähre nach Grand Bahama wollten. Wie an einem Flughafen gab es auch hier Check In Schalter, Metalldetektoren und eine Wartehalle. Nach einer langen Weile wurden die etwa zwei- bis dreihundert Passagiere dann endlich auf die Fähre gelassen und verteilten sich auf den blauen gemütlichen Sesseln. Die meisten von ihnen waren deutlich besser vorbereitet als ich: sie hatten Decken, Frühstücksbrote und Kuchen bei sich. Ich hatte nur einen Apfel und ein Handtuch, das ich im Hotel „ausgeliehen“ hatte. Trotzdem überstand ich die dreieinhalbstündige Fahrt unbeschadet und stand dann schließlich auf Grand Bahama im Hafen. Niemand wollte meinen Ausweis sehen. Hier auf den Bahamas scheinen alle Touristen willkommen zu sein. Ein Bus brachte mich nach Lucaya, einer Stadt mit Restaurants und Stränden. Read More

Memphis – Teil 2: Memphis und der Ku Klux Klan

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Es gibt eine fröhliche und eine traurige Geschichte aus Memphis. Das hier ist die traurige.

Nach dem Morgen in Graceland, verbringen wir den Nachmittag in einem kleinen Museum im Norden von Memphis: das Slave Haven Underground Railroad Museum von Memphis. Das Museum ist klein, aber ausgesprochen interessant und informativ. Es befindet sich in einem einstigen Farmhaus, das dem deutschen Immigranten Jakob Burkle gehört hatte und das eine Station auf der Underground Railroad war. Das bedeutet nicht, dass hier tatsächlich Züge unter der Erde fuhren, sondern nur, dass Burkle in dem Haus entflohene Sklaven aufnahm und sie weiter zur nächsten Station dieser geheimen Fluchtroute brachte.

Vor dem Haus stehen zwei Magnolienbäume, die den Flüchtenden anzeigten, dass es sich hier um ein sicheres Haus handelte. Wir sehen den geheimen Kellerraum und erfahren dann vieles darüber, wie die Sklaven, denen es verboten war, lesen und schreiben zu lernen, die Informationen über die Fluchtmöglichkeiten zu verbreiten. Dabei spielte Musik in Form von Spirituals und Gospels eine wichtige Rolle. Außerdem wurden Informationen durch in Stoffe gewebte Muster verbreitet, ohne dass die Sklavenhalter etwas ahnten.

Besonders grausam und schockierend sind die Beschreibungen der Bedingungen auf den Schiffen, die Sklaven zum Beispiel von Ghana nach Amerika brachten. Die Menschen wurden schlechter behandelt als Tiere und auch wenn zwanzig oder gar fünfzig Prozent die Überfahrt nicht überlebten, so war das ja kein Problem, denn die Sklavenschiffe waren versichert, unter anderem bei namhaften Unternehmen wie AETNA, NY Life Insurance oder Lloyd of London. Noch heute folgen die Haie aus Gewohnheit den blutigen Routen der Schiffe. Read More

Memphis – Teil 1: Elvis und die Musik

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Es gibt eine fröhliche und eine traurige Geschichte aus Memphis. Das hier ist die fröhliche.

Auf dem Weg von Atlanta nach Memphis komme ich an einer Stadt vorbei, die Dublin heißt und an einer weiteren, die Bremen heißt. Zudem staune ich über Kirchen, die so groß sind wie Industriehallen und über ein Drive-In für Geldspenden. Dann endlich erreiche ich Memphis, Tennessee, die berühmte Heimat von Elvis Presley und die Geburtsstadt des Blues.

Durch einen verrückten Zufall betreten wir das Gelände von Graceland genau am 40. Todestag von Elvis Aaron Presley, nämlich am 16. August 2017. Zunächst halte ich die Menschenmengen, die sich in Elvis‘ Villa gegenseitig auf die Füße treten für den normalen Wahnsinn. Aber als ich dann am Ende der Tour vor den Gräbern von Elvis, seinen Eltern und seiner Großmutter stehe, fällt mir auf, dass ich kein besseres Timing hätte haben können. Dutzende von Blumensträußen, Karten, Teddybären, Grabkränzen und anderen Gaben schmücken die Gräber und den gesamten Garten. Neben mir steht eine Frau, die heftig schluchzt und von ihrem Mann getröstet werden muss. Read More

Masada – Festung und Nationalstolz

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Nationalstolz und tragische Geschichten mitten in der Wüste

Die Festung von Masada im Süden von Israel mitten in der Wüste und unweit des Toten Meeres ist nicht nur ein starkes Symbol für die jüdische Glaubensgemeinschaft und den israelischen Staat, sondern auch eine UNESCO Welterbestätte und ein faszinierendes Ausflugsziel für alle, die sich für Architektur und Geschichte interessieren oder grandiose Ausblicke lieben.

In nicht einmal eineinhalb Stunden Fahrt erreicht man von Jerusalem aus den Masada Nationalpark. Man kann entweder am Toten Meer entlang fahren oder durch das Westjordanland über Hebron fahren, was die Touristenbusse der israelischen Agenturen in der Regel nicht tun. Ein Vorteil der Strecke am Wasser entlang ist die Landschaft. Das Tote Meer ist eine der extremsten Naturlandschaften dieses Planeten.

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Peru – Ruinen in buchstäblich schwindelnder Höhe

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Wenig Sauerstoff und viele tolle alte Steine

Peru stand von Anfang an auf meiner damals noch etwas weniger ausgefeilten Liste der Orte, die ich unbedingt besuchen will. Ich habe mich schließlich für eine Reise zum Machu Picchu entschieden. Heute steht zum Beispiel Nasca auf meiner aktuellen Liste.

Machu Picchu war schlicht und einfach der Hammer. Ich war hellauf begeistert, habe auch seither kaum mehr eine so gut aufgeräumte, saubere und authentische UNESCO Welterbestätte gesehen. Oben auf dem eigentlichen Gelände der Ruine gibt es nämlich keine Hinweisschilder, keine Mülleimer, Werbung oder sonstige moderne Errungenschaften, die den Eindruck von einer uralten verlassenen Inka-Stadt ruinieren könnten. Das Dumme daran ist, dass es auch keine Toiletten gibt und man nach ein paar Stunden auf dem riesigen Areal entweder wieder zum Eingang muss, oder wenn man sich schon zu weit von diesem entfernt hat, hinter die Ruinen pinkeln muss.

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Florenz – Tausend und ein Kunstwerk

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Wo man vor lauter Kunstwerken die Kunst nicht mehr sieht…

Florenz ist die Stadt, in der das Paris Syndrom zum ersten Mal beobachtet wurde und zwar schon vor Jahrhunderten, als noch kaum ein Japaner nach Paris kam und die Japaner auch überhaupt nicht nach Paris kommen wollten. Damals war Florenz so etwas wie das Mekka der Kunstliebhaber, was es heute eigentlich immer noch sein könnte, denn hinter jeder Straßenecke verbirgt sich eine Kirche oder ein Museum und selbst im Straßenraum stehen weltberühmte Statuen einfach so herum.

Wer heute nach Florenz fährt, der darf einerseits natürlich hochkarätige Kunst erwarten, muss sich aber auch darauf einstellen, dass er Touristenmassen, bescheuerte Souvenirs, überteuerte und nicht besonders italienische Mahlzeiten und lange Schlangen vor den Museen antrifft. Man sollte sich außerdem ein wenig auf die italienische Art des Verständnisses von Straßenverkehr einlassen, die für allzu friedfertige und entspannte Menschen lebensgefährlich sein kann.

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