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Städtereise Archive • Beatrice Sonntag

Rilas Kloster – Heilige Knochen in den Bergen Bulgariens

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Rilas Kloster – Ein buntes orthodoxes Kloster in malerischer Umgebung

Das Rilas Kloster befindet sich etwa zweieinhalb Fahrstunden südlich von Bulgariens Hauptstadt Sofia in den Bergen. Nach etwa einer Stunde auf der Autobahn geht es weiter auf kleinen Landstraßen, durch urige Dörfer, die seit 100 Jahren kaum eine bauliche Veränderung erfahren haben und dann auf kurvenreichen Wegen, die in die Berge führen.

Das Rilas Kloster liegt malerisch im Gebirge zwischen Gipfeln, die Mitte April noch immer schneebedeckt sind. Es trägt den Namen von Sankt Ivan Rilski oder Sankt Johann von Rilas oder Saint John, der als der Klostergründer gilt. Er lebte im 10. Jahrhundert und er war als Kind schon etwas merkwürdig. So spielte er zum Beispiel nie mit anderen Kindern, sondern verbrachte seine Zeit damit, in die Kirche zu gehen und die Bibel zu studieren. Als er 25 Jahre alt war, starben seine Eltern. Nun hielt ihn nichts mehr davon ab, seiner Merkwürdigkeit freien Lauf zu lassen. Er spendete das gesamte Familienvermögen der Kirche und zog sich in die Berge zurück.

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Los Angeles – Sternchen im Nebel

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Los Angeles – Von Gaywatch, Muskeln, Möwen und Koriander

Es ist ungeheuer praktisch, Freunde und Verwandte in Los Angeles zu haben, denn Hotels sind dort auch nicht gerade günstig. Los Angeles ist auch immer mal wieder einen Besuch wert, denn die Stadt ist riesig. Im November ist es jedoch eher neblig und wolkig, wenn auch nicht kalt. Mit einer leichten Jacke am Strand entlang zu spazieren, ist eine willkommene Abwechslung zum dunklen und feucht-kalten Europa.

Der Strand von Venice Beach hat mir schon immer am besten gefallen, wahrscheinlich wegen seiner entspannten und etwas freakigen Atmosphäre. Obdachlose und Geschäftsleute, denen die hippen Läden hier gehören, tragen sehr ähnliche Kleidung. Es riecht überall verdächtig nach Cannabis und auf den Rolltoren der Geschäfte, die um die Mittagszeit noch geschlossen sind, ergänzen kunstvolle und farbenfrohe Graffitis das gesamte Bild von bunter Harmonie. Read More

Sevilla – Eine Kathedrale der Superlative

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Sevilla – 200 Gramm Kolumbus und 2 Kilo Churros

Nachdem ich letztes Jahr im November ein wunderschönes Wochenende in Malaga verbracht habe, stand in diesem Jahr Sevilla auf dem Programm, ungefähr um dieselbe Zeit. Leider hat sich Sevilla als etwas weniger sonnig erwiesen. Es hat sogar für ein paar Stunden richtig geregnet, bevor sich das südspanische liebliche Wetter wieder gezeigt hat. Der Vorteil war, dass ich einige spektakuläre Wolken auf den Fotos ablichten konnte. Grundsätzlich appelliere ich aber an alle spanischen Städte, für Touristen eher Sonne bereit zu halten.

Interessant in Sevilla ist auf jeden Fall die Kathedrale. Es handelt sich um ein eindrucksvolles Monstrum aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, das in vielen Etappen erbaut wurde auf den Grundsteinen einer noch älteren Moschee. Der damalige Herrscher wollte nicht weniger als die größte Kathedrale der Welt. Die bekam er auch, allerdings erst einige Jahrzehnte nach seinem Ableben. Heute ist die Kathedrale von Sevilla noch immerhin die drittgrößte Kathedrale der Welt nach Rom und Sao Paulo aber die größte gotische Kathedrale der Welt. Es bleibt also ein Superlativ. Read More

León – Zwischen Denkmälern und Hot Dog Buden steht eine riesige Kathedrale

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León – eine Stadt der Revolutionäre

Die Stadt León liegt im Westen von Nicaragua, etwa 20 Kilometer von Pazifik und 30 Kilometer vom Managuasee entfernt. Sie war eine der ersten Städte, die von den Spaniern hier in Nicaragua gegründet wurde. Die Spanier, die hierher kamen, stammten aus León und gaben der neuen Stadt kreativerweise den Namen ihrer Heimatstadt. Eine lästige Angewohnheit, die Reisenden und Google Schwierigkeiten bereitet und sicher auch bei der Kolonialisierung des Mondes angewendet werden wird.

Trotzdem ist dieses León natürlich ein wunderschönes Reiseziel, auch wenn es ganz anders aussieht als das spanische León. Es gibt eine ganze Reihe von richtig alten Kirchen, die das typische spanische Kolonialstädte-Flair verbreiten. Pferdekutschen tun ihr übriges dazu. Die Kathedrale ist ziemlich eindrucksvoll, weiß und wuchtig. Es ist die größte Kathedrale Mittelamerikas. Sie wurde nach einem Konzept errichtet, das sie erdbebensicher macht und das bisher ja auch ziemlich gut funktioniert hat. Eine größere Bedrohung als Erdbeben stellen allerdings die Vulkane dar, welche in den vergangenen Jahrhunderten auch immer wieder Städte verschüttet haben. Da kann dann nur Gott einschreiten und seine Kathedrale beschützen. Read More

Jerusalem – Geburtsstätte der Weltreligionen

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Jerusalem – die Stadt der religiösen Geschichten

An Jerusalem erinnere ich mich immer wieder gerne. In vielen Ländern erinnern mich Kirchen, Statuen und noch viel öfter Geschichten aus den Weltreligionen an etwas, das ich in Jerusalem gesehen habe. Die Klagemauer und der Felsendom erscheinen regelmäßig im Fernsehen, wenn auch oft aus unerfreulichen Anlässen. Trotzdem habe ich Jerusalem als ein eher friedliches Reiseziel erlebt, auch wenn man als Tourist an vielen Stellen daran erinnert wird, dass die Sicherheitslage immer wieder auf wackeligen Füßen steht.

 Jerusalem  Jerusalem, Ölberg

Besonders beeindruckt hat mich die Grabeskirche. Wer mich kennt, der weiß, dass ich an keinen Gott glaube. Erst vor ein paar Wochen hat mich jemand verdutzt angeschaut und mir gesagt: „Für eine Atheistin weißt Du aber erschreckend viel über Religionen.“ Das stimmt. Ich interessiere mich brennend für alle Göttergeschichten, Dämonenmärchen und Geistererzählungen. Ich kann nicht genug davon bekommen, egal von welchem Kontinent die jeweiligen Götter stammen. Read More

Miami – Modernes Florida mit viel Verkehr und einem Hauch Nationalpark

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Ich war mir nicht ganz sicher, was ich von Miami zu erwarten hatte. Ich freute mich auf Hochhäuser, tropisches Klima, einen riesigen Nationalpark und karibische Küche. Im Grunde war das auch ungefähr das, was ich am Ende auch vorfand.

Mein Hotel war leider etwas enttäuschend, vor allem, weil in den vier Tagen, die ich darin verbrachte, niemand auch nur den Versuch unternahm, das Zimmer zu reinigen. Ich fand aber bald heraus, dass ich an der Rezeption meine schmutzigen Handtücher gegen saubere eintauschen konnte. Immerhin etwas. Im Hotel habe ich natürlich so wenig Zeit wie möglich verbracht, denn schließlich war Miami direkt vor der Haustür und ich hatte viel vor. Read More

New Orleans – Voodoo und Party mit starkem Akzent

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New Orleans – Tod, Voodoo, Balkone und Südstaatenakzent bei sommerlichen 35 Grad

New Orleans ist die Stadt des Jazz, die Stadt des Voodoo, der französischen Kolonialarchitektur und die Stadt der Hurrikans. Bis auf letzteres sind das alles Gründe, um einmal dorthin zu fahren. Leider wurde die Hälfte der Bourbon Street gerade umfangreichen Kanalarbeiten unterzogen, weshalb ich ein klein wenig des perfekten Gesamteindrucks beraubt wurde, den man wohl normalerweise hat, wenn man von der Canal Street in die Bourbon Street einbiegt und vor sich die Partyzone sieht. Ein paar Blocks weiter, wo die Lokale schon mehr Restaurants als Strip Clubs sind, kann ich dann aber auch auf der legendären Partymeile laufen.


Am Abend erwacht diese Gegend zum Leben. Schon gegen drei Uhr am Nachmittag begegnet man den ersten Opfern des Alkoholeinflusses. Die sommerlichen Temperaturen um die 35 Grad tun ihres dazu. Ich fühle mich pudelwohl mit einer großen Flasche Wasser, auf der Suche nach den verschiedenen Gebäuden, in denen es spukt und wo alte Damen ihre Dienste als Voodoo-Priesterin anbieten. Read More

Atlanta – Coca Cola und Dr. Martin Luther King Jr

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In Atlanta findet man eine geniale Marketingstrategie und einen amerikanischen Helden

Alles, was ich über Atlanta wusste, war, dass zwei legendäre Berühmtheiten aus dieser Stadt kamen: nämlich Dr. Martin Luther King Jr. und Coca Cola. Damit hatte ich also schon zwei Ziele in der Hauptstadt von Georgia.

Die Coca Cola World ist erwartungsgemäß eine Hommage an den Zucker. Es werden Videos gezeigt, die unwiderlegbar beweisen, dass Coca Cola die Menschheit fest im Griff hat, dass quasi alle diese flüssige Süßigkeit lieben. Es wird ein Riesenwirbel um die supergeheime Formel gemacht, die bisher noch niemand knacken konnte. Ein paar Gerüchte werden gestreut, zum Beispiel das, dass es nur zwei Menschen auf der Welt gibt, die das Rezept kennen und dass diese beiden Personen nicht gemeinsam in einem Zug oder Flugzeug reisen dürfen. Interessant ist, dass die Formel einst für 2.300 Dollar verkauft wurde und die Firma Coca Cola dann Anfang des 20. Jahrhunderts für 25 Millionen weiterverkauft werden konnte.

Alles in allem lernt man in der World of Coca Cola sehr viel über eine absolut geniale Marketingstrategie und darüber, wie man mit gezielter Werbung, die überhaupt nichts mit dem eigentlichen Produkt zu tun hat, unglaublich erfolgreich eine Nachfrage für ein Produkt kreiert, das wirklich niemand braucht. Faszinierend. Zudem ist die Abteilung interessant, in der man an die 50 verschiedene Sorten Limonade probieren kann und sich eine Zuckerüberdosis verschaffen kann. Read More

Orlando – Zwischen Nasa und Disney

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Mehr als nur Disneyland: Orlando

Mit Orlando verband ich bisher nur ein Basketballteam, das ich sehr mochte und Disneyland. Tatsächlich gibt es an die 50 Themenparks rund um Orlando, die jedes Jahr mehr als 60 Millionen Besucher anziehen. Obwohl ich kein Freund von Disneyland und ähnlichen Unterhaltungsangeboten bin, habe ich auf meiner Reise durch die amerikanischen Südstaaten einen Stopp in Orlando eingeplant.

Die Altstadt, in der es tatsächlich ein paar Gebäude gibt, die nicht ganz neu sind, ist hübsch. Es gibt viele Bars und Restaurants, die wirklich kreative Gerichte wie zum Beispiel einen Burger mit Erdnussbutter servieren. Ich fand außerdem ziemlich guten Tee und ein authentisches Thai-Lokal, in dem zu meinem großen Erstaunen eine Gruppe von über und über tätowierten mexikanischen Gangstertypen zu Mittag aß. Sie sprachen kein Wort, setzten sich nur an einen Tisch, an dem ihre Mahlzeiten etwa eine Minute zuvor bereitgestellt worden waren. Sie aßen brav auf, nickten der kleinen Thailänderin freundlich zu und verließen dann wortlos das Etablissement. Wahrscheinlich ein alltägliches Ritual. Read More

Memphis – Teil 2: Memphis und der Ku Klux Klan

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Es gibt eine fröhliche und eine traurige Geschichte aus Memphis. Das hier ist die traurige.

Nach dem Morgen in Graceland, verbringen wir den Nachmittag in einem kleinen Museum im Norden von Memphis: das Slave Haven Underground Railroad Museum von Memphis. Das Museum ist klein, aber ausgesprochen interessant und informativ. Es befindet sich in einem einstigen Farmhaus, das dem deutschen Immigranten Jakob Burkle gehört hatte und das eine Station auf der Underground Railroad war. Das bedeutet nicht, dass hier tatsächlich Züge unter der Erde fuhren, sondern nur, dass Burkle in dem Haus entflohene Sklaven aufnahm und sie weiter zur nächsten Station dieser geheimen Fluchtroute brachte.

Vor dem Haus stehen zwei Magnolienbäume, die den Flüchtenden anzeigten, dass es sich hier um ein sicheres Haus handelte. Wir sehen den geheimen Kellerraum und erfahren dann vieles darüber, wie die Sklaven, denen es verboten war, lesen und schreiben zu lernen, die Informationen über die Fluchtmöglichkeiten zu verbreiten. Dabei spielte Musik in Form von Spirituals und Gospels eine wichtige Rolle. Außerdem wurden Informationen durch in Stoffe gewebte Muster verbreitet, ohne dass die Sklavenhalter etwas ahnten.

Besonders grausam und schockierend sind die Beschreibungen der Bedingungen auf den Schiffen, die Sklaven zum Beispiel von Ghana nach Amerika brachten. Die Menschen wurden schlechter behandelt als Tiere und auch wenn zwanzig oder gar fünfzig Prozent die Überfahrt nicht überlebten, so war das ja kein Problem, denn die Sklavenschiffe waren versichert, unter anderem bei namhaften Unternehmen wie AETNA, NY Life Insurance oder Lloyd of London. Noch heute folgen die Haie aus Gewohnheit den blutigen Routen der Schiffe. Read More