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Städtereise Archive • Beatrice Sonntag

Miami – Modernes Florida mit viel Verkehr und einem Hauch Nationalpark

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Ich war mir nicht ganz sicher, was ich von Miami zu erwarten hatte. Ich freute mich auf Hochhäuser, tropisches Klima, einen riesigen Nationalpark und karibische Küche. Im Grunde war das auch ungefähr das, was ich am Ende auch vorfand.

Mein Hotel war leider etwas enttäuschend, vor allem, weil in den vier Tagen, die ich darin verbrachte, niemand auch nur den Versuch unternahm, das Zimmer zu reinigen. Ich fand aber bald heraus, dass ich an der Rezeption meine schmutzigen Handtücher gegen saubere eintauschen konnte. Immerhin etwas. Im Hotel habe ich natürlich so wenig Zeit wie möglich verbracht, denn schließlich war Miami direkt vor der Haustür und ich hatte viel vor. Read More

New Orleans – Voodoo und Party mit starkem Akzent

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New Orleans – Tod, Voodoo, Balkone und Südstaatenakzent bei sommerlichen 35 Grad

New Orleans ist die Stadt des Jazz, die Stadt des Voodoo, der französischen Kolonialarchitektur und die Stadt der Hurrikans. Bis auf letzteres sind das alles Gründe, um einmal dorthin zu fahren. Leider wurde die Hälfte der Bourbon Street gerade umfangreichen Kanalarbeiten unterzogen, weshalb ich ein klein wenig des perfekten Gesamteindrucks beraubt wurde, den man wohl normalerweise hat, wenn man von der Canal Street in die Bourbon Street einbiegt und vor sich die Partyzone sieht. Ein paar Blocks weiter, wo die Lokale schon mehr Restaurants als Strip Clubs sind, kann ich dann aber auch auf der legendären Partymeile laufen.

Am Abend erwacht diese Gegend zum Leben. Schon gegen drei Uhr am Nachmittag begegnet man den ersten Opfern des Alkoholeinflusses. Die sommerlichen Temperaturen um die 35 Grad tun ihres dazu. Ich fühle mich pudelwohl mit einer großen Flasche Wasser, auf der Suche nach den verschiedenen Gebäuden, in denen es spukt und wo alte Damen ihre Dienste als Voodoo-Priesterin anbieten. Read More

Atlanta – Coca Cola und Dr. Martin Luther King Jr

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In Atlanta findet man eine geniale Marketingstrategie und einen amerikanischen Helden

Alles, was ich über Atlanta wusste, war, dass zwei legendäre Berühmtheiten aus dieser Stadt kamen: nämlich Dr. Martin Luther King Jr. und Coca Cola. Damit hatte ich also schon zwei Ziele in der Hauptstadt von Georgia.

Die Coca Cola World ist erwartungsgemäß eine Hommage an den Zucker. Es werden Videos gezeigt, die unwiderlegbar beweisen, dass Coca Cola die Menschheit fest im Griff hat, dass quasi alle diese flüssige Süßigkeit lieben. Es wird ein Riesenwirbel um die supergeheime Formel gemacht, die bisher noch niemand knacken konnte. Ein paar Gerüchte werden gestreut, zum Beispiel das, dass es nur zwei Menschen auf der Welt gibt, die das Rezept kennen und dass diese beiden Personen nicht gemeinsam in einem Zug oder Flugzeug reisen dürfen. Interessant ist, dass die Formel einst für 2.300 Dollar verkauft wurde und die Firma Coca Cola dann Anfang des 20. Jahrhunderts für 25 Millionen weiterverkauft werden konnte.

Alles in allem lernt man in der World of Coca Cola sehr viel über eine absolut geniale Marketingstrategie und darüber, wie man mit gezielter Werbung, die überhaupt nichts mit dem eigentlichen Produkt zu tun hat, unglaublich erfolgreich eine Nachfrage für ein Produkt kreiert, das wirklich niemand braucht. Faszinierend. Zudem ist die Abteilung interessant, in der man an die 50 verschiedene Sorten Limonade probieren kann und sich eine Zuckerüberdosis verschaffen kann. Read More

Orlando – Zwischen Nasa und Disney

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Mehr als nur Disneyland: Orlando

Mit Orlando verband ich bisher nur ein Basketballteam, das ich sehr mochte und Disneyland. Tatsächlich gibt es an die 50 Themenparks rund um Orlando, die jedes Jahr mehr als 60 Millionen Besucher anziehen. Obwohl ich kein Freund von Disneyland und ähnlichen Unterhaltungsangeboten bin, habe ich auf meiner Reise durch die amerikanischen Südstaaten einen Stopp in Orlando eingeplant.

Die Altstadt, in der es tatsächlich ein paar Gebäude gibt, die nicht ganz neu sind, ist hübsch. Es gibt viele Bars und Restaurants, die wirklich kreative Gerichte wie zum Beispiel einen Burger mit Erdnussbutter servieren. Ich fand außerdem ziemlich guten Tee und ein authentisches Thai-Lokal, in dem zu meinem großen Erstaunen eine Gruppe von über und über tätowierten mexikanischen Gangstertypen zu Mittag aß. Sie sprachen kein Wort, setzten sich nur an einen Tisch, an dem ihre Mahlzeiten etwa eine Minute zuvor bereitgestellt worden waren. Sie aßen brav auf, nickten der kleinen Thailänderin freundlich zu und verließen dann wortlos das Etablissement. Wahrscheinlich ein alltägliches Ritual. Read More

Memphis – Teil 2: Memphis und der Ku Klux Klan

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Es gibt eine fröhliche und eine traurige Geschichte aus Memphis. Das hier ist die traurige.

Nach dem Morgen in Graceland, verbringen wir den Nachmittag in einem kleinen Museum im Norden von Memphis: das Slave Haven Underground Railroad Museum von Memphis. Das Museum ist klein, aber ausgesprochen interessant und informativ. Es befindet sich in einem einstigen Farmhaus, das dem deutschen Immigranten Jakob Burkle gehört hatte und das eine Station auf der Underground Railroad war. Das bedeutet nicht, dass hier tatsächlich Züge unter der Erde fuhren, sondern nur, dass Burkle in dem Haus entflohene Sklaven aufnahm und sie weiter zur nächsten Station dieser geheimen Fluchtroute brachte.

Vor dem Haus stehen zwei Magnolienbäume, die den Flüchtenden anzeigten, dass es sich hier um ein sicheres Haus handelte. Wir sehen den geheimen Kellerraum und erfahren dann vieles darüber, wie die Sklaven, denen es verboten war, lesen und schreiben zu lernen, die Informationen über die Fluchtmöglichkeiten zu verbreiten. Dabei spielte Musik in Form von Spirituals und Gospels eine wichtige Rolle. Außerdem wurden Informationen durch in Stoffe gewebte Muster verbreitet, ohne dass die Sklavenhalter etwas ahnten.

Besonders grausam und schockierend sind die Beschreibungen der Bedingungen auf den Schiffen, die Sklaven zum Beispiel von Ghana nach Amerika brachten. Die Menschen wurden schlechter behandelt als Tiere und auch wenn zwanzig oder gar fünfzig Prozent die Überfahrt nicht überlebten, so war das ja kein Problem, denn die Sklavenschiffe waren versichert, unter anderem bei namhaften Unternehmen wie AETNA, NY Life Insurance oder Lloyd of London. Noch heute folgen die Haie aus Gewohnheit den blutigen Routen der Schiffe. Read More

New York – Kulinarische Weltreise zwischen Wolkenkratzern

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New York ist einfach faszinierend, auch im Schnee

2017 im März war es mal wieder Zeit für eine kleine Reise nach New York, in eine der faszinierendsten Städte der Welt. Meine letzte Reise in die Stadt, die niemals schläft, lag bereits 7 Jahre zurück und es hat sich einiges geändert. Die Wahl der Jahreszeit fiel mal wieder auf den März, der eigentlich ungünstig ist, weil es dann in New York noch recht kühl ist, der aber noch die Möglichkeit bietet, ein NBA-Spiel ins Programm aufzunehmen. Die Parade zum St Patricks Day war etwas enttäuschend, weil sie fast ausschließlich aus Militärs bestand, von denen einige Dudelsack spielen konnten.

Das Wetter sah von innen betrachtet traumhaft aus. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Sobald ich jedoch das Taxi verlassen habe, friere ich. Zwischen Bürgersteigen und Fahrbahn liegt noch etwa einen Meter hoch der Schnee. Immerhin schaffe ich es pünktlich vom Flughafen vom Baseballspiel im Madison Square Garden. Leider verlieren die Knicks gegen die Brooklyn Nets, die statistisch gesehen eigentlich noch schlechter sein sollten als die Knicks, die aktuell auch nicht gerade der Brüller sind. Trotzdem ist die Atmosphäre im Station gut und das Spiel hilft mir, den Jetlag zu überwinden. Read More

Kiew – Viele tote Mönche in Disneyland

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Bunte Kirchen und ein Wahnsinnskloster

Nachdem ich ein paar Bilder aus Kiew auf Facebook gepostet hatte, fragte mich ein Freund, ob ich in Disneyland sei. Daraufhin habe ich mir meine Bilderauswahl noch einmal angesehen und festgestellt, dass ich tatsächlich eine hellblaue, eine weiß-grüne, eine safrangelbe und eine rötliche Kirche ausgewählt hatte. Zusammen sah das sehr bunt und fröhlich aus. Kiew hat also auch etwas mit Disneyland gemeinsam.

Ansonsten ist Kiew eine wirklich schöne und spannende Stadt, in der es viel zu sehen gibt. Von meinem Hotel aus habe ich einen tollen Blick auf den Maidan Platz, der spätestens seit 2014 traurige Berühmtheit in ganz Europa erlangt hat. Heute wirkt er wieder wie ein lebendiger Stadtplatz und bis auf die Fotos der ermordeten Demonstranten erinnert nichts mehr an die Revolution von vor zwei Jahren. Es ist tagsüber eher ruhig, aber am Abend finden sich viele junge Leute auf dem berühmten Unabhängigkeitsplatz ein und genießen das Leben. Read More

Madrid – Kunst, Kirchen, Folterungen und Süßigkeiten

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Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!

Ich kann nicht genau sagen, warum ich es in 36 Jahren nicht geschafft habe, die spanische Hauptstadt Madrid einmal zu besuchen. Sie ist bis vor kurzem eine der wenigen Hauptstädte Europas gewesen, die ich noch nie gesehen hatte und im Grunde ist das eine Schande für eine Weltreisende wie mich. Es wurde also höchste Zeit, diese Weltstadt aufzusuchen und mir ihre Kunstschätze und weltberühmten Plätze und Gebäude anzusehen.

Madrid ist wider Erwarten überhaupt nicht beleidigt, weil ich schon zweimal in Rom, zweimal in Prag und zehnmal in Paris sowie London war und ihm sogar Chisinau und Tirana vorgezogen hatte. Die spanische Hauptstadt empfängt mich im Gegenteil mit Sonnenschein und der überraschenden Tatsache, dass der sehr günstige und etwas dubiose Flughafentransfer tatsächlich wie geplant stattfindet und das auch noch in einem passablen Fahrzeug.

Das Museo del Prado ist wohl eines der berühmtesten der ganzen Welt. Es gehört zudem zu den 20 meistbesuchten Museen der Welt und ist wohl ein absolutes Muss für alle Kunstfreunde. Ab 18 Uhr ist der Besuch des Prado kostenlos für die beiden letzten Stunden des Tages. Als ich pünktlich um 18 Uhr vor dem Eingang erscheine, hat sich schon eine etwa 300 Meter lange Schlange gebildet. Ich musste also einen Trick anwenden, den mir mein sonst sehr vernünftiger und regelkonformer Vater beigebracht hat und mich unauffällig in die Reihen einer ukrainischen Reisegruppe einreihen, die ganz vorne in der Schlange stand. Das hat ganz hervorragend funktioniert und um zehn nach sechs war ich im Prado und das auch noch umsonst. Madrid ist toll. Ich bestaune unschätzbare Gemälde von Francisco de Goya, Diego Velazquez und anderen spanischen Meistern und habe nach zwei Stunden auch dann genug von der Kunst.

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Paris – Zu Besuch bei Napoleon und Marie Curie

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Paris Reisebericht von Beatrice Sonntag

Auch in diesem Jahr steht wieder ein kurzer Ausflug nach Paris an, die Stadt der Liebe, der Kunst, der unfreundlichen Kellner und der nach Pisse stinkenden Metrostationen. Ich liebe Paris! Diesmal habe ich einen besonderen Begleiter bei mir, der seit mehr als 15 Jahren nicht in Paris war. Ich komme mir also fast ein wenig wie eine Fremdenführerin vor. Ein gutes Gefühl.

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Meinem Begleiter zuliebe besuchen wir zunächst einmal die Hauptattraktionen: den Eiffelturm und das Musée du Louvre. Den Eiffelturm kann ich mir natürlich jedes Jahr wieder mit einer gewissen Begeisterung anschauen. Wir sind uns beide einig, dass er einen frischen Anstrich vertragen könnte, dass er von der Menschheit überbewertet wird, dass es sich bei diesem Monstrum aus Metall jedoch um ein hübsches Stück Ingenieurskunst und letztendlich um ein ‚Must See‘ in Paris handelt.

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Windhoek – Wir glauben an Fleisch

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In Windhoek unternehme ich nur eine kurze Stadterkundung bevor ich Namibia wieder verlasse, um mir sein schönes Nachbarland Botswana anzusehen. Aber ich verlasse Namibia mit dem Versprechen, mich bald auch einmal ausführlicher mit diesem schönen Teil der Erde auseinander zu setzen.

Mein Fahrer heißt Werner, was nicht weiter verwunderlich ist, denn viele Menschen tragen hier die eher unpassend wirkenden deutschen Namen, die seit der Kolonialzeit als modern gelten. Werner kann zwar kein Wort Deutsch, aber er hat ein Auto und er wird mir seine Heimatstadt zeigen.

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Wir schauen uns zuerst sehr ausführlich den Friedhof an, auf dem auch einige Heldengräber aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen Südafrika vor sich hin verfallen. Dann fahren wir zur Wasseraufbereitungsanlage, die zu Werners großem Bedauern nur Gäste mit Voranmeldung herein läßt. Er zeigt mir stattdessen das Wasserreservoir, auf dem einige Pelikane schwimmen. Anschließend fahren wir durch die Armutsviertel, wo sich eine Wellblechhütte an die nächste reiht, wo es aber laut Werner kaum Probleme gibt, die vergleichbar wären mit denen der Townships von Johannesburg oder anderen afrikanischen Großstädten. Windhoek ist im Grunde ja nur ein Dorf mit etwa 100.000 Einwohnern. Nachdem wir dann durch die Industriegebiete fahren und Werner mir jede einzelne Fleischfabrik gezeigt hat, frage ich mich langsam, ob es denn nicht doch irgendetwas Sehenswertes im Sinne von touristisch sehenswert gibt. “We believe in meat!” sagt Werner, als er an jeder Fleischfabrik langsam vorbei fährt und sich wundert, dass ich keine Fotos mache.

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