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Städtetrip Archive • Beatrice Sonntag

Istanbul – Apfeltee am Bosporus

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Istanbul – Katzen in der Kirche, Hunde im Palast

Alle meine Besuche in Istanbul kamen bisher so zustande, dass ich einen Flug mit Turkish Airlines hatte und den Stoppover in Istanbul ein wenig ausgedehnt habe. So auch dieses Mal. Der einzige Haken: In Istanbul ist der neue gigantische und groß angepriesene Flughafen nun nicht mehr einen Katzensprung von der Innenstadt entfernt, sondern fast 50 Kilometer. Das Ungetüm ist zwar fertig gestellt, aber die Bahnanbindung noch nicht. Es verkehrt ein Bus, der aber mindestens 90 Minuten lang unterwegs ist. Für alle Taxifahrer ist das natürlich ein ungeheurer Glücksfall, denn sie können eigentlich verlangen, was sie wollen. Und das tun sie auch.

Erst einige Wochen vor der Reise konnte ich eine Webseite finden, auf der Transfers für weniger als 50 Euro angeboten wurden. Istanbul empfängt mich an diesem Wochenende Ende Oktober mit einem angenehmen Klima, morgens etwas frisch, mittags um die 20 Grad und halbwegs sonnig. Ich besichtige die Hagia Sophia, einerseits, weil sie mir beim letzten Mal so gut gefallen hat und andererseits weil ich Gerüchte gehört habe, dass sie wieder in eine Moschee umgewandelt werden soll. Bei einem Präsidenten wie dem aktuellen, weiß man nie, ob solche Projekte nicht tatsächlich umgesetzt werden. Die Hagia Sophia ist noch immer wunderschön.

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Brügge – schöne flämische Fassaden, bestes belgisches Bier

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Brügge sehen aber nicht sterben

Die schöne belgische Stadt Brügge liegt gerade mal drei Stunden von meinem Zuhause entfernt. Trotzdem habe ich fast 40 Jahre gebraucht, um einmal dahin zu fahren. Ich hatte schon viel über Brügge gehört, hauptsächlich, dass es im Grunde so schön ist wie Brüssel, nur eben kleiner und deshalb romantischer. Nun kenne ich mich mit Romantik so überhaupt nicht aus und konnte mit dieser Beschreibung nichts anfangen. Ein weiterer Grund, mir Brügge persönlich anzusehen.

Ich hatte mir für meinen Besuch in Brügge ein für meine Verhältnisse untypisch teures und elegantes Hotel ausgesucht. Das Gebäude stammte aus dem 18. Jahrhundert, hatte eleganten Stofftapeten, goldenen Polstersesseln und eigenartige Skulpturen. Die gewölbeartigen Kellerräume, in denen ein großzügiges  Frühstück mit frischen Himbeeren und Erdbeeren, sechs verschiedenen Brotsorten und interessanterweise Feigen serviert wird, waren bereits im 14. Jahrhundert hier. Damals jedoch vermutlich ohne Feigen. Der Herr, dem das Etablissement gehört, scheint auch aus einem anderen Jahrhundert zu stammen. Auf jeden Fall ist er fast schon altmodisch höflich.

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Amsterdam – Alle sind tolerant, außer die Radfahrer

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Amsterdam – etwas kühl aber geruchlich und geschmacklich exotisch

Amsterdam hat mich dieses Mal mit einem wolkenverhangenen Himmel empfangen. Es war für ein Juliwochenende irgendwie zu kalt. Trotzdem war es im Grunde ganz angenehm, durch die Straßen und Gassen zu laufen und den Fahrrädern auszuweichen, die rücksichtslos auf den für Auswärtige nicht immer als solche identifizierbaren Fahrradwegen in teilweise halsbrecherischem Tempo unterwegs sind.

Eindrucksvoll ist nicht nur die Tatsache, dass Amsterdam wirklich eine Fahrradstadt ist und sowohl Autos als auch Fußgänger das Nachsehen haben. Mich hat wieder einmal die schiere Menge an Fahrrädern fasziniert. Am besten kann man sich einen Eindruck davon verschaffen, wenn man zum Hauptbahnhof geht und sich die Fahrradparkplätze dort anschaut. Vor dem Bahnhof steht ein dreigeschossiges Parkhaus, daneben gibt es weitere ebenerdige Stellplätze und im mittlerweile topmodernen und hübschen Bahnhofsgebäude sind noch mehr Stellplätze auf mehreren Ebenen untergebracht. Und die sind alle voll!

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Bilbao – Architekturporno für die Stadtentwicklung

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Bilbao – Eine mysteriöse Sprache, Pinchos sind keine Tapas

Bilbao liegt im Norden von Spanien, fast am Meer, im sagenumwobenen Baskenland. Hier gibt es eine eigene Sprache, von der niemand weiß, wie sie hierher gekommen ist. Wenn jemand baskisch redet, klingt es aber so wie spanisch. Nur dass man eben nichts versteht. Offenbar gibt es dasselbe auch im Süden Frankreichs mit einem französischen Akzent. Geschrieben ist das baskische einfach anders. Anders als alles andere.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Basken haben sich von Bomben vor ein paar Jahrzehnten zu kleinen Fähnchen und gelegentlichen Demonstrationen gewandelt. Das Ende des Bombenzeitalters bedeutete für Bilbao, das zwar nicht die Hauptstadt des Baskenlandes ist, aber immerhin eine der größten Städte in der Region, dass es sich nun endlich zum Touristenmagnet entwickeln konnte.

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Detroit – Wiederbelebung der Motorcity

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Detroit – Ruinen, Neubeginn und the Hood

Der eigentliche Grund, warum ich Detroit sehen wollte, war die alte Packard Autofabrik, die seit Jahren leer steht. Das Fabrikgelände liegt mitten in der Stadt. Zwar nicht gerade neben dem Rathaus, aber doch so zentral, dass sich ringsherum Wohnhäuser und andere Fabriken befinden. Mir war eigentlich klar, dass ich nicht auf das Gelände gelangen würde, weil es sich noch immer im Besitz von Packard befindet und weil es vollkommen einsturzgefährdet ist. Trotzdem wollte ich dort unbedingt Fotos machen.

Das Gelände zu finden war nicht schwer. Die alten Fabrikhallen sind schließlich nicht zu übersehen. Eine Dame in einem weinroten Geländewagen patrouillierte um die Hallen herum. Ihr unerfüllender Job ist es, alle, die sich dem Gelände zu weit nähern, darauf hinzuweisen, dass sie nicht willkommen sind. Sie droht mit der Polizei und hält sich für unheimlich wichtig. Ich durfte also nur auf etwa drei Vierteln der Bürgersteige um die Fabrik herum spazieren, weil… ja warum genau habe ich nicht verstanden. Trotz der Einschränkungen kann man von der Packard Fabrik oder dem, was davon noch übrig ist, tolle Fotos machen. Ich fühlte mich ein wenig an Tschernobyl erinnert.

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Stockholm – Endlose Tage im hohen Norden

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Stockholm – Technik, Transport, Frieden und internationale Küche

Skandinavien ist im Sommer eine wunderbare Region. Wer im Juni nach Stockholm führt, der kann Sonnenschein von morgens drei bis abends um elf genießen. Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig aber irgendwie interessant und sicherlich gut für die Vitamin-D-Versorgung des Körpers.

Dieses Jahr hatte ich mit meinem Besuch in Stockholm auch noch unheimliches Glück mit dem Wetter. Es war fast drei Tage lang sonnig und angenehm warm. Der öffentliche Verkehr in der schwedischen Hauptstadt ist effizient und praktisch. Die Menschen sind freundlich und gegenüber Ausländern sehr aufgeschlossen. 35% der Bewohner von Stockholm sind in einem anderen Land geboren und sie kommen aus 155 verschiedenen Staaten. Das sorgt für eine große Vielfalt und kulinarische Auswahl.

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Sofia – Stadt der Kirchen, der Löwen und Schafsknöchel

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Sofia – friedliche Hauptstadt voller Geschichten und Geschichte

In der schönen bulgarischen Hauptstadt Sofia gibt es einiges zu sehen – vor allem Kirchen jeder Art. Da ist die Santa Sofia Kirche, die der Stadt ihren Namen gegeben hat. Sie hat keinen Glockenturm, weshalb ihre Glocke in einem Baum vor der Kirche hängt. Da ist die Sankt Nikolai Kirche, in der man bei einem russisch orthodoxen Heiligen seine Wünsche hinterlassen kann und dann ist da die Sweta Nedelja Kirche, in der beinahe mal ein König umgebracht wurde. Allerdings war er zu spät dran und so wurden nur alle anderen wichtigen Leute umgebracht. Zu spät zu kommen ist seither in Bulgarien in Mode.

Dann wäre da noch die Sweta Petka Samardzija Kirche. Es war damals nur möglich, an dieser Stelle eine Kirche zu errichten, wenn einwandfrei belegt werden konnte, dass an der Stelle schon früher eine Kirche gestanden hatte. Das war Bedingung für die Baugenehmigung. Also wurden jede Menge Bestechungsgelder an alle möglichen Menschen gezahlt, bis schließlich die nötigen Beweise auf dem Tisch lagen. Leider war durch die horrenden Bestechungsgelder der Großteil des Budgets für die Kirche aufgebraucht, weshalb die Sweta Petka Samardzija Kirche in Sofia nur sehr klein ist.

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Hanoi – Ho Chi Minh höchstpersönlich treffen

By | Sehnsucht nach Überall | No Comments

Hanoi – eine lebendige Stadt wo sich alt und neu begegnen

Hanoi hat mich dieses Mal nicht mit Sonnenstrahlen empfangen. Allerdings war es Mittwoch morgen und das bedeutete, dass Ho Chi Minh dieses Mal höchstpersönlich zugegen sein würde, um mich zu begrüßen. Also zumindest würde ich die Gelegenheit bekommen, ihn zu sehen. Vom Flughafen aus habe ich mich zum Hotel bringen lassen, wo ich bei den fünf jugendlichen Mitarbeitern an der Rezeption nur schnell mein Gepäck abgegeben habe. Und dann habe ich mich sofort auf den Weg gemacht zum Mausoleum.

Bei meinem letzten Besuch war Ho Chi Minh zu seiner jährlichen Schönheitskur in Russland gewesen. Deshalb war ich diesmal umso begeisterter, die lange Schlange vor dem Mausoleum zu sehen. Vor dem Mausoleum und neben dem Mausoleum und hinter dem Mausoleum und auch noch fünf Blocks weiter weg. Die Schlange war unglaublich lang. Kurz war ich beunruhigt, denn der Herr empfängt nur zwischen  8 und 11 Uhr Besucher und das auch nur dreimal in der Woche. Aber schnell bemerkte ich, dass die Schlange recht schnell vorrückt. Nach einer halben Stunde hatte ich fast schon den Eingang erreicht. Read More

Barcelona – Gaudís Lebkuchenhäuser und eine zauberhafte Altstadt

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Barcelona – Feuertänzer an lauen Sommerabenden

Meine letzte Reise nach Barcelona war bereits fast 20 Jahre her, als ich endlich mal wieder in einem Flugzeug in Richtung Spanien saß. Meine Güte. Ich werde alt. Trotzdem konnte ich mich an vieles von damals erinnern, unter anderem die lange und alkoholangereichter Busfahrt dorthin. Im Flieger ist es zwar nicht bequemer, aber wenigstens dauert die Reise diesmal nur einen Bruchteil der Zeit. Es gibt also diesmal glücklicherweise keinen Grund, sich zu betrinken!

Barcelona präsentiert sich schon am Freitagabend von seiner schönsten Seite. Die Hauptstraßen im Zentrum rund im die Plaza de Cataluña sind erleuchtet, ebenso wie die hübschen Gebäudefassaden, die nicht nur von Barcelonas Star Gaudí stammen, sondern teils schon um einiges älter sind. Ende September ist es hier noch sommerlich warm – eine laue Sommernacht, die Dichter zu Meisterwerken inspirieren kann. Read More

Brüssel zwischen Fußballparty und historischen Pferdeäpfeln

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Brüssel – immer wieder von seiner schönsten Seite

Ich mag Brüssel sehr gerne. Vor allem im Sommer ist die Stadt lebendig, international und voller Leute, die in den Straßen Bier trinken. Zumindest an den Wochenenden. Zudem riecht es in Brüssel überall nach Waffeln, was die Stadt gleich sympathisch macht.

Dieses Mal habe ich mir für meinen Besuch in Brüssel ein ganz besonders passendes Wochenende ausgesucht: erstens war es Anfang Juli und damit sommerlich warm bis spät in die Nacht, was noch mehr Menschen auf die Straßen gelockt hat. Und zweitens war es das Wochenende an dem die belgische Fußballmannschaft erstaunlicherweise im Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen Brasilien gewonnen hat. Das hat die Menschen nicht nur auf die Straßen gebracht, sondern sie auch noch in eine extreme Ekstase versetzt. Read More