Valparaiso – ein Meer der Farben

Valparaiso – Chiles Farbtopf

Von Valparaiso wusste ich eigentlich nur, dass es auf der Liste des UNESCO Welterbes steht und dass es immer mal wieder abbrennt. Erst vor wenigen Jahren war die schöne Küstenstadt wieder in der Presse, weil ein außergewöhnlich verheerendes Feuer zahlreiche der unter Schutz gestellten Gebäude zerstört oder zumindest stark beschädigt hatte.

Nun war genug Zeit vergangen, in der die Leute in Valparaiso wieder aufräumen und die Brandschäden beseitigen konnten. Keiner weiß, wann das nächste Feuer ausbricht und daher – und weil ich gerade mehr oder weniger in der Gegend war – habe ich Valparaiso einen Besuch abgestattet. Ich fand auf Anhieb online ein erschwingliches Hotel mitten in der Altstadt und die Busfahrkarte von Santiago aus war schon für etwas mehr als sechs Euro zu haben. Es gibt also nur gute Gründe, um Valparaiso zu besuchen.

Das erste, was mir in Valparaiso auffiel, waren die Farben. Es ist nicht bloß die Tatsache, dass viele Gebäude, wie in zahlreichen anderen spanischen Kolonialstädten auf dem südamerikanischen Kontinent, in kräftigen Farben angestrichen sind. Viele Garagentore, Zäune und Gebäudefassaden sind mit den fantasievollsten Graffitis versehen. Die Stadt ist so bunt, dass man sie mit einem riesigen Kunstwerk oder einem Freilichtmuseum der Graffitikunst halten könnte.

Hauptsächlich sind es die Gassen und Straßen der Altstadt, die von den Graffitikünstlern ins Visier genommen werden. Einige Wände wurden von der Stadtverwaltung zum Bemalen frei gegeben. Andere werden sehr regelmäßig neu gestrichen. Auch wer ein Privathaus in Valparaiso hat, der benötigt ein gewisses Budget im Jahr, um seine Fassade zu streichen. Viele Leute wählen daher die einzige wirksame Methode, um sich vor ungewollten Graffiti zu schützen: Sie engagieren einen Graffitikünstler, dessen Kunst sie mögen und sie lassen ihn etwas Hübsches auf ihrer Hauswand aufbringen. Dann haben die meisten anderen Künstler Respekt vor der Arbeit des Kollegen und lassen die Fassade in Ruhe.

Bereits am ersten Tag bin ich begeistert von Valparaiso. Die Stadt ist lebendig, farbenfroh, zauberhaft und es gibt so viele Leckereien an allen Straßenecken. Frisches Obst, süße mit Pudding gefüllte Backwaren und vor allem die köstlichen und günstigen Empanadas, die es in so vielen Varianten in winzigen Imbissen gibt, sorgen dafür, dass hier niemand verhungern muss.

Eure Beatrice!

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