Völklinger Hütte – ein rostiger Gigant im Abendrot

Völklinger Hütte – das Gute kann so nahe liegen

In der Völklinger Hütte war ich ja schon oft. Sie liegt nur ein paar Dutzend Kilometer von meiner Heimat entfernt und ist ja nun wirklich berühmt geworden, spätestens seit sie auf der Liste des UNESCO Welterbes steht. Völklingen an sich ist nicht unbedingt eine Perle. Die Stadt hat sogar mal den Preis für die hässlichste Stadt Deutschlands gewonnen bis dann nach der Wende Eisenhüttenstadt ihr den Rang ablief. Wie das Rennen um die hässlichste Stadt aktuell aussieht und ob der Wettbewerb noch immer ausgetragen wird, weiß ich leider nicht.

Auf jeden Fall ist die Völklinger Hütte die größte Attraktion in Völklingen und sie schafft es nicht nur, Besucher aus der Ferne anzuziehen. Auch uns Einheimischen bietet sie immer wieder Gründe, um mal wieder vorbei zu schauen. Schon mehrere wirklich tolle Ausstellungen hat es hier gegeben, unter anderem die Schädelausstellung, bei der es nicht nur an die hundert menschliche Schädel, sondern auch Schrumpfköpfe, Kunstwerke und sogar den Christallschädel von Indiana Jones hier zu sehen gab. Letztens gab es eine ziemlich gute Buddha-Ausstellung und nun ging es um das Gold der Inka.

Die Völklinger Hütte ist aber nicht nur Ausstellungshalle, sondern gleichzeitig auch ein riesiges Industriedenkmal. Das ist ihre eigentliche Funktion. Ich vermute ja, dass die Kosten für einen Abriss der riesigen rostigen Anlage einfach so gigantisch hoch waren, dass jemand auf die Idee kam, den ganzen Schrott einfach stehen zu lassen und ihn zu einer Touristenattraktion zu machen. Eine geniale Idee.

Man kann also immer eine Kunst- oder Kulturausstellung besichtigen und die rostigen Teile des Hochofens, der Sinteranlage und der Kokerei besteigen und bestaunen. Um ganz oben auf die Plattform zwischen den Hochöfen zu gelangen, nimmt man zahlreiche kleine Treppen und muss vorher einen Helm anziehen. Allein schon durch den Helm fühlt man sich wie auf einer Industrieanlagentour, die es ja im Grunde auch ist. Fotografen kommen auf ihre Kosten, denn natürlich sind die alten Maschinenteile und die mächtigen Anlagen ziemlich fotogen, wie sie in der Abendsonne vor sich hin rosten.

Also schaut mal vorbei in der Völklinger Hütte. Nehmt den Fotoapparat mit! An Dienstag Nachmittagen ist der Eintritt sogar frei.

Eure Beatrice!

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