Windhoek – Zwischen Bauernstube und Gnus

Nachdem ich vor ein paar Jahren in Windhoek gelernt habe, dass die Menschen hier unheimlich gerne Fleisch essen und ihre Straßen entweder auf  Deutsch oder nach Diktatoren benennen, war ich überrascht, Windhoek so schnell wieder zu sehen. Ich muss sagen, dass sich im Zentrum vieles verändert hat. Eine Menge moderne Gebäude sind dazugekommen. Die Townships sind allerdings immer noch da.

Diesmal war ich südlich des Zentrums in einem Gästehaus untergebracht. Die Lage war klasse, denn nur zwei Straßen weiter befand sich ein Supermarkt. Im Supermarkt kaufen wir Bier, das sich am Ende als Apfelwein herausstellt. Und dieser Irrtum war wunderbar, denn der Hunters Apfelwein ist einfach klasse!

Daneben gab es einen Liquor Store und ein Fishaways sowie einen Hungry Lion. Das Fast Food hat also den Süden von Afrika fest im Griff. Nur um hier darüber zu berichten, haben wir im Fishaways Burger bestellt. Eigenartigerweise waren ausnahmslos alle Fischgerichte im Fishaways aus einem Fisch namens „Hake“ hergestellt. Ich habe herausgefunden, dass das Seehecht ist. Der Burger war ok. Und unschlagbar günstig.

Die Besitzer der Lodge haben mir ein Restaurant namens Bauernstube empfohlen. Aus Mangel an Alternativen sind wir dahin gegangen. Ich war zunächst erschrocken, weil das Restaurant weiße Tischdecken hatte. Aber die Preise waren für europäische Verhältnisse sehr moderat. Das Wildtier Stroganov hat nur etwa fünf Euro gekostet. Irgendwie mochte ich die Atmosphäre in der Bauernstube, etwa 9000 Kilometer von Deutschland entfernt, mit südafrikanischem Bier nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, bei 30 Grad…

Durch die Bahnhofstraße, die Lisztstraße und die Robert Mugabe Avenue fahren wir dann zunächst Richtung Norden zum Etosha Nationalpark. Nach drei Tagen kehren wir zurück nach Windhoek. Durch einen Zufall sind wir nach diesem Ausflug in die Tierwelt Afrikas im Gardens Guesthouse gebucht. Wir können es kaum glauben, als wir die Tür zu unserem Zimmer öffnen. Nach drei Nächten im Zelt und im Staub trauen wir uns kaum, die weißen Laken zu berühren. Dieses Gästehaus ist unglaublich chic, sauber, schön und nahezu luxuriös. Es gibt eine richtig tolle Dusche mit heißem Wasser, flauschigen Handtüchern und Duschgel in kleinen Fläschchen.

Beim Abendessen gibt es ein paar Verwirrungen, als der Salat, den ich bestellt hatte, aus Versehen meinem Begleiter als Beilage zu seinem Fleisch serviert wird. Ich erhalte dann einen leeren Teller und die Kellnerin erklärt meinem Begleiter mehrfach, dass er den Salat nicht essen darf. So etwas kann in der Stadt der Fleischliebhaber nun einmal passieren. Der Apfelwein hier ist hervorragend.

Rund um Windhoek gibt es einige Lodges, die außerhalb der geschäftigen Stadt mit Ruhe, Frieden, Gnus und Landschaft werben. Erschreckend viele von ihnen sind Jagdlodges. Ich brauchte eine Weile, bis ich eine fand, in der man die Tiere einfach nur anschaut statt sie zu erschießen. Ich habe aber eine gefunden und dort gab es wirklich Ruhe, Frieden und Landschaft. Sogar ein paar Gnus, zwei niedliche Babyhunde und ziemlich gute Oryx-Steaks.

Windhoek ist eigentlich nur deshalb so schön, weil man von hier aus die Naturwunder Namibias erreichen kann. Es gibt aber viele Städte, die weniger schön und weniger interessant sind.

Eure Beatrice!

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