Hatra und Samara – Zerstörte Weltgeschichte
Wer sich auch nur ein wenig für Geschichte interessiert, hat sicher schon einmal den Namen Hatra gehört. Diese sagenumwobene Stadt liegt im Irak und zwar nördlich von Bagdad im Westen des Landes mitten in einer weiten tristen Wüste.


Irgendwo zwischen Bagdad und Mossul muss man links abbiegen und den Pass vorzeigen. Nur mit einer Sondergenehmigung darf man in das Sperrgebiet hineinfahren, in dem bis auf ein paar Stützpunkte der Armee und der freiwilligen Kämpfer, die den Irak vom IS befreit haben, nichts als Staub und Sand zu finden sind. Nun ja, nichts bis auf die Ruinen von Hatra, die einst vom IS als Festung genutzt wurden.
Die Ruinen von Hatra habe ich für mich alleine. Sie liegen friedlich in der stillen Landschaft. Ein älterer Herr, der für das Ministerium für Archäologie und Altertümer arbeitet, erklärt mir die verschiedenen Tempel und ihre Bedeutung. Dann zeigt er mir auf seinem Handy die Bilder der Kunstwerke, die es nicht mehr gibt, weil der IS sie mutwillig zerstört hat.


Wundervolle 2000 Jahre alte Verzierungen und Statuen mussten weichen, weil sie angeblich dem wahren Glauben widersprachen. Stattdessen wurden hier im Namen dieses Glaubens Bomben gebaut. Beim Spazieren über das Gelände finde ich Dutzende von Granaten- und Patronenhülsen.
Auch den Namen der Stadt Samara kennt jeder. Bevor man nach Hatra gelangt, passiert man die Ruinen der antiken Stadt Samara. Nicht ganz so alt wie Hatra, aber dank des wieder aufgebauten runden Minaretts ebenso eindrucksvoll. Der IS hat es damals gesprengt.


Der Palast des Khalifen ist ebenfalls wieder aufgebaut, weitgehend. Eine eindrucksvolle Struktur, die einen guten Einblick in die Geschichte des Irak und der Menschheit gibt.
Ich bin sehr dankbar, diese archäologischen Wunder gesehen zu haben und ich werde bald in meinem ausführlichen Reisebericht davon erzählen.
Eure Beatrice!


