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Natur Archive • Beatrice Sonntag

Graaff Reinet – Die schönste Trostlosigkeit der Welt

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Graaff Reinet – Kolonialstadt, vergessen von der Zeit

In Graaff Reinet habe ich in einem hübschen Bungalow gewohnt, der von dicken Schiebetoren, Stacheldraht und Elektrozäunen umgeben war. Irgendwie fühle ich mich in solchen Etablissements immer etwas eigenartig. Für ein paar Tage ist es okay und ich war natürlich froh, fließendes Wasser und Strom zu haben, ja sogar Wifi. Aber ich könnte mich wahrscheinlich nicht daran gewöhnen, in einer Stadt zu wohnen, wo die wohlhabenden Bewohner ihre Grundstücke wie ein Gefängnis ausrüsten, nur um sich sicher zu fühlen.

Graaff Reinet ist eine alte Kolonialstadt, gegründet von den Holländern, die damals das Land ausgebeutet haben. Es ist die viertälteste Stadt in Südafrika. In der Zeit der Apartheid wurde zementiert, was in der Kolonialzeit begonnen hatte: Die reichen Weißen wohnen hier im Stadtzentrum in den schönen weißen Häusern, die heute unter Denkmalschutz stehen und die Schwarzen oder die Coloures People oder wer sonst noch nicht weiß ist, wohnt halt woanders.

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Gulmit – Im nördlichen Hunzatal

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Gulmit – Idylle direkt an der Kathedrale

Von Karimabad aus weiter nach Norden gibt es im Hunzatal natürlich noch mehr zu sehen. Die Landschaft ist einfach grandios und alle paar Meter lohnt es sich, einen Fotostopp auf dem Karakorum Highway einzulegen. Auf Google Maps verläuft dieser Highway durch einen See hindurch, was mich zunächst verwundert hat.

Die Erklärung dafür ist erstaunlich. 2010 ist der See entstanden, als ein mächtiger Erdrutsch das Tal versperrte. Das war ein ziemliches Drama, denn 20 Menschen kamen ums Leben und 25.000 waren plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten, beziehungsweise nur noch mit dem Boot erreichbar.

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Märchenwiese und Nanga Parbat – Ausblick auf den neunthöchsten Berg der Erde

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Nanga Parbat – Eisriese im Himalaya

Nachdem ich durch den Karakorum gefahren worden bin, ist es schließlich soweit, den Abstecher in den Himalaya anzugehen. Im Rajkot Tal beginnt die Reise, die drei Tage dauern soll. Wenn man bedenkt, dass richtige Bergsteiger mindestens zwei Wochen brauchen, um den Nanga Parbat dann auch wirklich zu besteigen, bei schlechtem Wetter gerne auch mal vier Wochen, ist meine Dreitagesexpedition nicht besonders ehrgeizig.

Glücklicherweise besitze ich keinerlei Ehrgeiz, der mich dazu bringt, auf 8000 Meter hohe Berge zu steigen und dort mehrere Tage in Eis und Schnee zu verbringen. Ich bin mehr so der Typ, der Berge von unten ganz schön findet. Am Nanga Parbat ist unten allerdings ein relativer Begriff.

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Karakorum Highway – holprige Fahrt in ein Naturparadies

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Der Karakorum Highway ist männlich

Der Karakorum Highway ist wohl eine der berühmtesten Gebirgsstrecken unserer Erde. Sagen und Legenden umgeben die Strecke, die bis heute am Indus entlang führt und die mittlerweile an manchen Stellen sogar recht gut ausgebaut ist. Trotzdem bleibt die Fahrt mühsam.

Für 300 Kilometer braucht man gut und gerne 10 Stunden. Kein Scherz. Da es unterwegs auch nicht allzu viele Städte gibt, sollte man seine Reiseroute gut planen und es so einrichten, dass man sich vor Einbruch der Dunkelheit irgendwo befindet, wo es ein Restaurant und am besten auch ein Hotel gibt. Für mich hat mein Reisebegleiter dies natürlich übernommen und er hat alles perfekt eingeplant.

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Von Choum nach Nouadhibou – Vor, hinter, neben dem Zug

By Auf nach Anderswo No Comments

Im Reich des längsten Erzzuges der Welt

Der Nordwesten von Mauretanien besteht aus viel Sand. Das ist nicht weiter etwas Besonderes, denn das hat der Nordwesten mit dem Nordosten und im Grunde auch dem Zentrum gemeinsam. Im Nordwesten trennt eine mit dem Lineal gezogene Grenze Mauretanien von dem umstrittenen Gebiet der Westsahara. Es ist ein ungemütlicher Ort mit einem Grenzwall, dem größten dieser Art auf der Welt und dem wohl auch größten Minenfeld, das es noch auf der Welt gibt. Traurige Rekorde.

Wenige Kilometer südlich dieser grausamen Grenze verläuft das Gleis des Erzzuges von Mauretanien. Dieser Zug ist ein weiterer Weltrekord, denn er hat bis zu 250 Waggons und ist ein wahres Monstrum, zumindest dann, wenn er vollgeladen ist mit Eisenerz. Dieses wird im Norden von Mauretanien bei F’Derik und Zouérate abgebaut und dann auf die 700 Kilometer lange Reise bis nach Nouadhibou am Meer geschickt.

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Von Akjoujt nach Atar – Offroad durch die Wüste

By Auf nach Anderswo No Comments

Rund um Atar – Sand bis zum Abwinken

Von Nouakchott bis Atar zieht sich ein riesiger Erg, also eine Sandwüste, die 375 km lang ist. Dieser Erg scheint immer schöner zu werden, je weiter man sich von Nouakchott entfernt. Die Fahrt ist etwas mühsam und am Akjoujt geht es auf sandigen oder steinigen Pisten mitten durch die herrliche Natur.

Die Sanddünen sind an manchen Stellen bis zu 300 Metern hoch und sie bilden ein traumhaftes Fotomotiv. Es ist zwar im Grunde nur Sand, aber irgendwie bekommt Sand etwas Magisches, wenn er in diesen Mengen auftaucht. Ich musste immer wieder daran denken, dass in Europa gerade Knappheit an Sand herrscht. Wer hier auf der Düne steht, kann sich sowas kaum vorstellen.

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Chinguetti – Eins, zwei drei Chinguettis

By Auf nach Anderswo No Comments

Chinguetti – Die siebtheiligste Stadt der Welt

Eine der spannendsten und bekanntesten Touristenattraktionen in Mauretanien ist Chinguetti. Es sei einmal dahin gestellt, ob man bei Mauretanien überhaupt von bekannten Touristenattraktionen sprechen kann, aber Chinguetti ist auf jeden Fall ein faszinierendes Ziel und Historikern vielleicht sogar ein Begriff.

Im Vorfeld hatte ich einiges über Chinguetti gelesen, hauptsächlich auf französisch und auf englisch. Nun stehe ich vor dem ersten Chinguetti, das schon im 2. Jahrhundert hier gegründet wurde. Eigentlich stehe ich nicht davor, sondern darauf, denn das erste Chinguetti ist irgendwann im 7. Jahrhundert vollständig unter Sand verschwunden. Man hat eine der Moscheen wieder aufgebaut, ein paar Meter über der alten. Hier siedeln seit ein paar Jahren auch wieder ein paar Menschen, aber man sieht schon, dass es einfach kein guter Platz ist, weil der Sand sich schon wieder der neuen Häuser bemächtigt.

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Cuyabeno – Entdeckungsreise an der Teilzeitlagune

By Auf nach Anderswo No Comments

Cuyabeno – Der Regenwald hat seinen Namen vom Regen

Der Amazonas ist riesig groß. Der Amazonas-Fluss ist riesig lang und das Amazonas-Gebiet ist riesig groß. Es erstreckt sich vom Atlantik bis fast zum Pazifik, von Brasilien über Surinam, Venezuela, Kolumbien bis Ecuador, Bolivien und Peru. Und wenn die Brasilianer ihren ignoranten und gierigen Präsidenten Bolsonaro bei nächster Gelegenheit abwählen, bleibt das vielleicht auch für eine Weile noch so.

In Ecuador steht deren Amazonas-Dschungel auf jeden Fall unter besonders strengem Naturschutz. Hier liegen einige der mehrere hundert Quellflüsse des Amazonas. Einer davon ist der Cuyabeno, ein Fluss, der sich ausschließlich aus Regenwasser speist. Wenn man in der Regenzeit dorthin fährt, was eigentlich ein Versehen meinerseits war, dann kann man diesen Regen auch miterleben und es wird glaubhaft, dass er ausreicht, um ganze Flüsse zu füllen.

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Geldingadalur – Noch ein Mal, weil es so schön war!

By Kurz und schmerzlos No Comments

Geldingadalur – Vulkanausbruch bei Sonnenschein

Es gibt viele magische Orte auf dieser schönen Erde, die ich mit Begeisterung schon zweimal oder auch mehrmals besucht habe. Die Tempel von Angkor Wat, das Empire State Building, das Taj Mahal, den Louvre, die Petronas Towers in Kuala Lumpur, den Hafen in Singapur, die verbotene Stadt in Peking, den Palast der Winde in Jaipur, die vatikanischen Museen, die Katakomben in Paris, die Ha Long Bucht in Vietnam und einige mehr. Es gibt noch mehr wundervolle Orte, die ich in den nächsten Jahre ein zweites Mal aufsuchen werde, einfach weil die Erinnerung verblasst und auch weil ich jetzt eine so viel bessere Kamera habe.

Dass ich eine Attraktion allerdings zweimal innerhalb von weniger als einer Woche besuche, ist soweit ich mich entsinnen kann, noch nicht vorkommen. Dazu musste erst ein Vulkan neu entstehen.

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Stepanzminda – So nah es geht am Kasbek

By Traumziel weit weg No Comments

Stepanzminda – Hoch oben im schönen Kaukasus

Auf dem Weg von Tbilissi nach Stepanzminda kommen mir viele Lastwagen entgegen, die schon deutlich bessere Zeiten gesehen haben. Die Landschaft wird zunehmend bergiger und ich habe den Eindruck mich vom modernen Georgien zu entfernen und mich dem urtümlichen Georgien zu nähern. Ich komme an einem Friedhof vorbei, auf dem deutsche Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Der Kaukasus liegt vor mir. Weit, grün und wunderschön. Stepanzminda, das früher Kasbegi hieß, ist ein verschlafenes Bergdorf. Irgendwie finde ich es aufregend, so nah an Tschetschenien zu sein. Die Gegend hat mich schon immer fasziniert und ich finde es traurig, dass es so schwierig ist, die Tschetschenen und die benachbarten Bergvölker zu besuchen. Sobald es geht, werde ich Kabardino-Balkarien, Karatschai-Tscherkessien, Inguschetien oder Dagestan besuchen, allein schon, weil ich so ein Fan von Khabin Nurmagomedov bin.

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