Qasiannguit empfängt mich an diesem Donnerstag im August mit dem Wetter, das sich alle Grönland-Reisenden wünschen: strahlender Sonnenschein. Es sind zwar nur etwa 10 Grad Celsius, aber dank der Sonne kann ich ohne Mantel herumlaufen und fühle mich pudelwohl.
Die Sonne glitzert auf dem tiefblauen Meer, auf dem ein paar Eisberge an der Stadt vorbei treiben.
Ich muss zugeben, dass ich von Sisimiut noch nie gehört hatte, bevor ich meine Reise nach Grönland gebucht hatte. Die Stadt ist nicht etwa nach der Kaiserin Sissi benannt. Ein Glück. Sisimiut ist grönländisch und bedeutet so etwas wie «die Leute beim Fuchsbau». Mit 5500 Einwohnern ist Sisimiut die zweitgrößte Stadt des Landes nach der Hauptstadt Nuuk.
Nur wenige Länder dieser Erde haben eine so übersichtliche zweitgrößte Stadt. Es gibt ein Museum, das leider geschlossen hat, eine rot angestrichene Kirche aus Holz und eine Reihe bunte Wohnhäuser, die ebenfalls aus Holz bestehen. Etwas außerhalb des Zentrums befinden sich zwei kleine Siedlungen, die als Legoland bekannt sind, weil diese Reihenhäuser so bunt sind wie Lego-Häuser.
Aasiaat ist die fünftgrößte Stadt in Grönland. Dabei ist es an meinen Maßstäben gemessen nicht einmal eine Stadt, sondern eher ein Dorf. Gerade mal 3000 Einwohner hat Aasiaat, das wie jede andere grönländische Stadt auch keine Straßenverbindung in eine andere Stadt hat.
Trotzdem gibt es in Aasiaat mindestens fünf Taxis, was mich sehr verwundert hat. Warum fahren die Leute überhaupt so gerne Auto? Man könnte doch überall hin zu Fuß gehen.
Eines der Highlights in Grönland ist sicherlich die Tatsache, dass es hier Eisberge gibt. Und zwar nicht wenige. In allen Formen und Größen. Vom Kleinwagen bis zur Sydneyoper ist alles dabei. Wer diese Eisberge sehen will, kann das ganz besonders eindrucksvoll in der Diskobucht tun und zwar nicht nur rund um die Bucht herum, sondern auch auf der Diskoinsel.
Auf dieser Insel befindet sich die ehemalige Hauptstadt von Nordgrönland: Qeqertarsuaq. Mit 900 Einwohnern ist es eine typisch grönländische Stadt. Oder eben ein Dorf, wenn man es genau nimmt. Es gibt eine Kirche, eine Schule, einen Helikopterlandeplatz, einen Supermarkt und sogar einen Fußballplatz. Letzterer ist topmodern mit Kunstrasen.
In Antwerpen ist was los. Das darf man auch erwarten von der größten Stadt in Flandern, dem Teil von Belgien, wo Flämisch gesprochen wird. Ich habe noch immer nicht den Unterschied zwischen Niederländisch, Afrikaans und Flämisch verstanden. Aber hier ist es eben Flämisch.
Die ganze Stadt riecht nach Waffeln und die Mülleimer sind eine der Hauptattraktionen. Echt wahr. Wenn man etwas hinein wirft, machen sie Geräusche. Mal applaudieren sie, mal bedanken sie sich höflich und mal rülpsen sie laut. Sehr unterhaltsam.
Aufgrund einer Fahrplanänderung ist Ummanaq auf meiner Reise an der grönländischen Westküste der nördlichste Punkt. Einerseits ist das schade, andererseits versöhnt mich Ummanaq mit dieser Tatsache, indem es mich mit strahlendem Sonnenschein empfängt. Bei 8 Grad laufen die Einheimischen mit sommerlichen Sweatshirts oder dünnen Jacken herum. Ich trage meinen Wintermantel, kann aber auf die warme Mütze verzichten.
Ummanaq liegt, wie fast alle grönländischen Städte zwischen Inlandeis und Meer. Eine Straße, die in eine andere Stadt führt, gibt es auch hier nicht. In den Wintermonaten kommen die Versorgungsschiffe für eine ganze Weile lang nicht in den Hafen hinein, weil der ganze Fjord zugefroren ist. Ich habe mir sagen lassen, dass dann auf dem Eis vor Ummanaq die Weltmeisterschaft im Eisgolf stattfindet. Das muss ich glauben, denn ich werde mich nicht selbst davon überzeugen. Der Winter in Grönland übt überhaupt keine Anziehungskraft auf mich aus.
Wow. Einfach wow. Ilullisat ist genau das, was man sich ausmalt, wenn man eine Reise nach Grönland bucht. Man kann da auch echt Pech haben. Pech in Form von Nebel, von vereisten Zufahrtswegen, von Wind und anderen alltäglichen Katastrophen. Umso glücklicher war ich, als mich Ilulissat an diesem schönen Montag im August mit strahlendem Sonnenschein empfangen hat.
Ich hatte eine Bootsfahrt zu den Eisbergen gebucht und wollte den Rest des Tages damit verbringen, mir das Weltnaturerbe Eisfjord vom Land aus anzusehen. Das hat auch prima funktioniert.
Von Edinburgh aus ist es nur ein Steinwurf bis nach Glasgow. Die Zugfahrt dauert weniger als eine Stunde, dennoch kann das Wetter sehr unterschiedlich sein. Glasgow soll ja eine hässliche Industriestadt sein, aber sie hat sich mir von ihrer schönsten Seite gezeigt. Das Wetter war grandios und ich hatte endlich die Möglichkeit, die Menschen schottisch reden zu hören. Das hat mir in Edinburgh ein wenig gefehlt, weil da so viele Touristen und Einwanderer leben und sich sogar die Einheimischen Mühe geben, verständlich zu klingen.
In Glasgow hatte ich den Eindruck, das wahre Schottland zu erleben. Hier klingen die Worte „medical“ und „miracle“ exakt gleich, was zu herrlichen Verwirrungen führen kann. Warum mit jemand von Medizin und Wundern erzählt hat? Ganz einfach. Bei der Stadtführung lernt der Besucher zunächst einmal, dass die Schotten alles frittieren. Alles. Von der Pizza bis zum Schokoriegel. Alles.
Keine Ahnung, wieso ich es bisher nie nach Schottland geschafft habe. Eine Schande eigentlich, denn schon als Kind habe ich mit Begeisterung Geschichten über Nessie, das Seeungeheuer gelesen. Dann kam natürlich Harry Potter, eine Geschichte, die ich sehr liebe, und irgendwie sind ja auch ‚Die Herrin von Avalon‘, ‚Braveheart‘ und ‚Highlander‘ spannend. Aber was darf man von einem Land erwarten, dessen Nationaltier ein Einhorn ist? Richtig. Viele Geschichten.
Edinburgh ist eine faszinierende Stadt. 4500 Gebäude stehen unter Denkmalschutz und unter dem Schutz der UNESCO. Das muss eine Stadt erst mal nachmachen. Die Geschichte von Edinburgh ist bewegt und blutig. Die Römer kamen hierher und dann die Wikinger. Dann gab es dutzende Kriege und Auseinandersetzungen zwischen England und Schottland.
Mary Stuart, die Königin von Schottland spielt eine wichtige Rolle. Bei ihrer Krönungsfeier soll sie die ganze Zeit geweint haben. Diese Anekdote wird weniger seltsam, wenn man weiß, dass sie zu dem Zeitpunkt neun Monate alt war.
Natürlich kenne ich nicht alle Orte, die auf der Liste der UNESCO stehen. Wenn ich allerdings die Gelegenheit habe, einen dieser Orte zu besuchen, dann ergreife ich sie. So habe ich bei meiner Vorbereitung auf meinen Ausflug nach Albanien erfahren, dass die Stadt Berat mit ihrer Burg auf der Welterbeliste steht.
Der Name sagte mir nichts. Jetzt bin ich schlauer. Berat hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich von einem Hagelsturm überrascht wurde, nachdem es den ganzen Tag über sonnig bei sommerlichen 28 Grad war. Glücklicherweise habe ich einen Unterstand gefunden und der Schauer war nach einer halben Stunde wieder vorüber.