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Beirut – Wie Phönix aus der Asche

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Beirut – So reich, so arm, so alt, so modern und ein wenig kaputt

Der Bürgerkrieg, der den Libanon von 1975 bis 1990 erschütterte hat bleibenden Schaden in der Psyche von Beiruts Bewohnern hinterlassen, aber auch in Beiruts einst so strahlender Architektur. Noch heute sind mitten im Zentrum Gebäude zu finden, die man nur als Ruine bezeichnen kann. Sie sind mehr schlecht als recht abgesperrt und dienen als Mahnmal oder als Graffiti-Leinwand.

Der Libanon war fast schon wieder zu seinem alten Charme zurückgekehrt, als sich herausstellte, dass die Machthaber Millionen an Steuern in ihre eigenen Taschen gewirtschaftet hatten, statt sie für das Wohl des Volkes und des Landes auszugeben. Das machte die Libanesen ziemlich wütend. Zurecht. Zu der Wirtschaftskrise, die einzig und allein korrupte Politiker zu verantworten haben, kam dann noch die Corona-Pandemie (an der diese Politiker keine Schuld hatten – man kann ihnen nicht alles anhängen). Der Tourismus, der mindestens 30% der Menschen im Libanon in irgendeiner Weise beschäftigt kam im März 2020 abrupt zum Erliegen.

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Tyros – So viele alte Steine

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Tyros – Weltkulturerbe im Grenzgebiet

Von Tyros aus sind es nur noch 25 Kilometer bis nach Israel. Bis nach Palästina, sagen die Menschen hier. Hunderttausende palästinensische Flüchtlinge leben hier seit 1948 oder seit 1967 unter miserablen Bedingungen. Ihre barackenartigen Behausungen stehen teilweise nur fünf Meter von den im Vergleich dazu eleganten Wohngebäuden der Libanesen. Es gibt keine Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat. Arbeiten dürfen die Palästinenser im Libanon nicht. Eine traurige Situation, gerade weil sie so aussichtslos erscheint und doch sicher mit etwas gutem Willen lösbar wäre.

Aber ich bin natürlich nicht nach Tyros gefahren, um mir elende Wohnviertel anzusehen. Mein Ziel in Tyros sind die Ruinen, die seit 1984 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen. Davon gibt es hier sogar jede Menge. Zuerst bringt mich mein Fahrer zum Hippodrom. Hier gibt es einen Parkplatz, der allerdings völlig leer ist. Jemand verkauft Eintrittskarten, die umgerechnet weniger als 50 Cent kosten. Das ist wohl auch der Inflation geschuldet. Das Tourismusministerium kommt wohl mit der Preisanpassung nicht so schnell nach wie der Bäcker um die Ecke und der Schuhverkäufer.

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Tripoli – Versteckte Schätze in einer schmutzigen Stadt

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Tripoli – Manchmal knallt es. Dann bleiben wir zuhause.

Tripoli liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Beirut an der Küste des Libanon. Weniger als 25 Kilometer entfernt liegt die syrische Grenze. Tripoli ist allerdings eine der ältesten Städte im Libanon und zudem die zweitgrößte, also steht sie auf meinem Reiseprogramm.

Tatsächlich warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Tripoli. Mein Reiseleiter sagt jedoch, dass das übertrieben ist. „Manchmal knallt es in Tripoli, wenn die Alawiten und die Sunniten sich wieder mal wegen irgendeiner Beleidigung auf politischer Ebene hassen. Aber meistens ist alles ruhig und die Stadt ist ganz normal. Wenn es knallt, bleiben wir halt zuhause, bis sich die Lage beruhigt.“ Ich sehe sogar einige Panzer mitten in der Stadt. Es wirkt aber so, als seien diese nur zur Abschreckung hier geparkt. Die Soldaten sitzen in ihren kleinen Kabinen und rauchen oder schwatzen.

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Byblos – Alte Steine aus neun Jahrtausenden

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Byblos – Antiker geht es eigentlich nicht!

Die Stadt Byblos liegt nur etwa 40 Kilometer nördlich von Beirut an der Mittelmeerküste im Libanon. Es handelt sich um eine ganz besondere Stadt, denn Byblos ist die älteste Stadt der Welt, die ununterbrochen bewohnt ist. Die kleine Hafenstadt blickt auf eine mindestens 9000 Jahre lange Geschichte zurück und diese hat natürlich ihre Spuren hinterlassen.

Es lohnt sich, einen Blick auf den winzigen Hafenbereich zu werfen. Ein Sandstrand grenzt an diesen Hafen und lockt viele Besucher an – zumindest dann, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht und alle behaupten, dass der Libanon gefährlich ist, nur weil die Menschen ihre korrupten Politiker immer wieder rauswerfen und nachhaltig darauf drängen, endlich mal eine anständige Regierung zu bekommen. Das macht die Libanesen sympathisch, nicht gefährlich.

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Cuyabeno – Entdeckungsreise an der Teilzeitlagune

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Cuyabeno – Der Regenwald hat seinen Namen vom Regen

Der Amazonas ist riesig groß. Der Amazonas-Fluss ist riesig lang und das Amazonas-Gebiet ist riesig groß. Es erstreckt sich vom Atlantik bis fast zum Pazifik, von Brasilien über Surinam, Venezuela, Kolumbien bis Ecuador, Bolivien und Peru. Und wenn die Brasilianer ihren ignoranten und gierigen Präsidenten Bolsonaro bei nächster Gelegenheit abwählen, bleibt das vielleicht auch für eine Weile noch so.

In Ecuador steht deren Amazonas-Dschungel auf jeden Fall unter besonders strengem Naturschutz. Hier liegen einige der mehrere hundert Quellflüsse des Amazonas. Einer davon ist der Cuyabeno, ein Fluss, der sich ausschließlich aus Regenwasser speist. Wenn man in der Regenzeit dorthin fährt, was eigentlich ein Versehen meinerseits war, dann kann man diesen Regen auch miterleben und es wird glaubhaft, dass er ausreicht, um ganze Flüsse zu füllen.

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Quito – Sehr diszipliniert und sehr katholisch

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Quito – Koloniale Prachtbauten und Kuchen

Quito ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt, zumindest für alle, die wissen, dass La Paz nicht die Hauptstadt von Bolivien ist. Ich erkenne vieles in Quito wieder, denn vor fünf Jahren war ich schon einmal hier. Der frappierendste Unterschied zwischen 2016 und 2021 ist der, dass ich vielleicht eine Handvoll Touristen begegne, während es vor fünf Jahren noch Massen an Europäern, Asiaten und Amerikanern waren, die Quitos schöne Altstadt bevölkert haben.

Alle tragen hier Maske. Immer und überall. Sehr diszipliniert. Und dabei sind wirklich alle auf den Beinen. An jeder Straßenecke – und wirklich an jeder – stehen Menschen und verkaufen Obst, Süßigkeiten, Snacks und vor allem Kuchen. Jede Menge Kuchen. Beliebt sind Doughnuts (Donas) und richtige Marmorkuchen, die in 12 Stücke geschnitten und auf der Straße verkauft werden. Das wird mir zu Hause fehlen. Der Straßeneckenmarmorkuchen!

Leider ist die größte Kirche mitten an der Plaza Grande in Quitos Altstadt geschlossen, aber ich darf ich die Kirche de la Compania de Jesus hinein, wenn ich fünf Dollar zahle. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Gold die katholische Kirche in Südamerika geraubt und zu einem kleinen Teil auch hier in den Kirchen verbaut hat. Die Kirche de la Compania de Jesus ist regelrecht vollständig im Innenraum mit Gold ausgekleidet. Das ist auch beim zweiten Besuch einfach überwältigend.

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Puerto Ayora – Eine sehr sehr gemütliche Inselhauptstadt

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Puerto Ayora – Besuch im Charles Darwin Center

Die kleine Stadt Puerto Ayora liegt im Süden der Insel Santa Cruz recht zentral unter den Galapagos-Inseln. Nach einigen Tagen auf See und auf den kleineren Galapagos-Inseln, war ich fast überrascht, hier richtige Gebäude zu sehen.

In Puerto Ayora tragen alle Menschen eine Maske, sogar kleine Kinder. Und das auch noch überall. Zwar sind auf den Galapagos-Inseln zurzeit (Juli 2021) 97% der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft, aber die Regeln könnten kaum strenger sein und werden auch sorgfältig eingehalten.

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Dragon Hill – Die Drachen von Santa Cruz

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Dragon Hill – Perfekte Fotomodellle auf dem Drachenberg

Auf der Insel Santa Cruz gibt es viel zu erleben. Die Insel liegt östlich von Isabella und ist relativ rund. Im Norden von Santa Cruz befindet sich die kleine Flughafeninsel Baltra. Von Santa Cruz habe ich nun schon die Las Bachas Bucht gesehen und die Black Turtle Cove. Zeit für einen richtigen Landgang.

Diesen unternehme ich im Westen der Insel, am Dragon Hill. Der Name ist Programm, denn hier leben die Leguane (Iguanas) und bei diesen Kreaturen braucht man nicht einmal viel Fantasie, um ihre Ähnlichkeit mit Drachen zu erkennen. Am Strand empfangen mich ein paar Meerechsen. Sie bewegen sich kaum, weshalb sie zwischen den schwarzen Lavafelsen kaum zu erkennen sind. Ein paar Schritte weiter beginnt ein Pfad, der zu ihren entfernten Verwandten, den Leguane führt. Diesem folge ich.

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Black Turtle Cove – Santa Cruz vom Meer aus

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Black Turtle Cove – Im Haikindergarten von Galapagos

Die Black Turtle Cove ist eine Bucht auf der Insel Santa Cruz. Sie ist eine der Attraktionen der Galapagos-Inseln, unter anderem, weil sich hier der Hai-Kindergarten befindet. Die Black Turtle Cove ist eine Bucht voller Mangroven. Die Nationalparkverwaltung lässt nur zu bestimmten Zeiten einige Boote mit Touristen in die Bucht, damit das ökologische Gleichgewicht nicht gestört wird.

Zwischen den Mangroven ist das Wasser nämlich recht seicht und daher auch schön warm. Daher wählen viele Haie diese Bucht, um ihren Nachwuchs auf die Welt zu bringen und ihn nach zwei oder drei Tagen einfach dort zu lassen. Macht’s gut und viel Glück. Und Mami ist fort. Die Baby Haie sind dann auf sich gestellt. Glücklicherweise haben die Babys ausreichend Zähne, einen Instinkt und genug Fische, die dumm genug sind, in der Black Turtle Cove herumzuschwimmen.

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Santiago, Sullivan Bay – Lava Insel ohne Ziegen

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Santiago – Spielplatz der Seelöwen

Die Insel Santiago liegt direkt neben der kleinen Insel Bartolomé, die ist allerdings um einiges größer. Mit einem Schlauchboot werde ich an einem kleinen Strand i der Sullivan Bucht abgesetzt. Von dort aus führt ein markierter Pfad über ein Lavafeld, das vor etwa 140 Jahren entstanden ist. Anders als in anderen Regionen der Welt wächst auf dieser Lava kaum etwas. Ein paar scheue Ästchen hier und da, aber von Vegetation kann nicht die Rede sein. Die Lava sieht aus, als sei sie gerade erst ein paar Jahre alt.

Ich mache unheimlich viele Fotos von den herrlichen Formen, die die erkaltende Lava angenommen hat. Während die Oberfläche tiefschwarz ist, erkennt man an den Bruchkanten Schichten in verschiedenen Farben. Ich bin begeistert. In letzter Zeit begegnen mir fast überall, wo ich hin fahre, Vulkane.

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