Skip to main content
Tag

Afrika Archive • Beatrice Sonntag

Lesotho – Ein Tag im Königreich über den Wolken

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Lesotho – Das Land der Decken

Ich hatte diese Reise nach Südafrika eigentlich gebucht, weil sie einen dreitägigen Aufenthalt in Lesotho einschloss und ich dieses Königreich, das versteckt oben auf einem Berg mitten in Südafrika liegt, unbedingt einmal sehen wollte. Leider bekam ich ein paar Wochen vor Abflug dann die Nachricht, an die ich mich in der Corona-Zeit fast schon gewöhnt hatte. Es war nicht die schlimmste Nachricht: Ihre Reise ist abgesagt. Sondern die zweitschlimmste: Ihre Reise findet statt, aber es gibt eine Planänderung.

Also befand ich mich im September 2022 auf einer Reise durch Südafrika ohne den Abstecher nach Lesotho. Als ich auf dieser Reise in Himeville am Fuße der Drakensberge angelangt war, war ich Lesotho so nahe. Weniger als 30 Kilometer entfernt. Durch einen glücklichen Zufall fand ich dort jemanden, der mich für sage und schreibe 850 Rand, also weniger als 50 Euro, doch noch nach Lesotho brachte. Zwar nur für einen Tag, aber immerhin.

Read More

Sbeitla – Die Tempeltriade, die Karthago schlägt

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Sbeitla – Grandiose Ruinen und Mosaike in Tunesiens Osten

Viele Besucher sind von Karthago ja ein wenig enttäuscht, weil dort so viel weniger erhalten geblieben ist, als man sich vorstellt und wünscht. Nur 15% von Karthago sind überhaupt ausgegraben, weil auf dem Rest die moderne Stadt Karthago steht und wahrscheinlich sind viele Kunstwerke und Gebäude schon früher geplündert oder kreativ umfunktioniert worden. Die Marmorsäulen der Tempel von Karthago, die in Kairouan beim Bau der Großen Moschee eingesetzt wurden, sind nur ein Beispiel.

Wer also von Karthago etwas enttäuscht ist, sollte nicht aufgeben, sondern weiter Richtung Süden fahren. Da kommt man zunächst einmal an den alten römischen Aquädukten vorbei, von denen Teile noch eindrucksvoll gut erhalten sind. Dann kommt man auch an Zaghouan vorbei, wo die Quelle war, deren Wasser über ebendiese Aquädukte befördert wurde. In Zaghouan steht der römische Wassertempel oder was von ihm übrig ist. Übrig sind von diesem Neptun-Tempel immerhin deutlich mehr als 15%.

Read More

Graaff Reinet – Die schönste Trostlosigkeit der Welt

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Graaff Reinet – Kolonialstadt, vergessen von der Zeit

In Graaff Reinet habe ich in einem hübschen Bungalow gewohnt, der von dicken Schiebetoren, Stacheldraht und Elektrozäunen umgeben war. Irgendwie fühle ich mich in solchen Etablissements immer etwas eigenartig. Für ein paar Tage ist es okay und ich war natürlich froh, fließendes Wasser und Strom zu haben, ja sogar Wifi. Aber ich könnte mich wahrscheinlich nicht daran gewöhnen, in einer Stadt zu wohnen, wo die wohlhabenden Bewohner ihre Grundstücke wie ein Gefängnis ausrüsten, nur um sich sicher zu fühlen.

Graaff Reinet ist eine alte Kolonialstadt, gegründet von den Holländern, die damals das Land ausgebeutet haben. Es ist die viertälteste Stadt in Südafrika. In der Zeit der Apartheid wurde zementiert, was in der Kolonialzeit begonnen hatte: Die reichen Weißen wohnen hier im Stadtzentrum in den schönen weißen Häusern, die heute unter Denkmalschutz stehen und die Schwarzen oder die Coloures People oder wer sonst noch nicht weiß ist, wohnt halt woanders.

Read More

Amarna – Echnatons Hauptstadt

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Amarna – Gräber, Paviane und noch mal Gräber

Die Umgebung von Amarna ist typisch ägyptisch: Der Nil fließt in der Mitte, links und rechts davon wird auf Feldern Gemüse und Getreide angebaut und wieder links und wieder rechts davon beginnt die trockene Wüste. Schlagartig und unbarmherzig wird es staubtrocken.

Genau hier hat der Pharao Echnaton einst seine neue Hauptstadt gegründet. Er hat in Luxor, dem damaligen Theben gewohnt, wie seine Vorgänger auch. Aber er hatte eine Eingebung und verfiel plötzlich der Überzeugung, dass es statt der ganzen verschiedenen bunten Götter in der ägyptischen Unterwelt nur einen einzigen Gott gab und zwar Aton, den Sonnengott.

Read More

Karthago – Ein Wahnsinn der Ingenieurskunst

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Karthago – Wunderschöne Mosaike und fehlende Säulen

Jeder hat schon mal von Karthago gehört. Bestimmt. Wenn nicht in der Schule, dann in einem Museum, einem Buch oder einem Film. Karthago ist glaube ich so berühmt wie Troja. Nur dass es nicht wieder entdeckt werden musste. Es war immer klar, wo Karthago war.

Genau das ist heute auch ein wenig das Problem von Karthago. Es ist so super berühmt und alle wollen die gigantischen römischen Ruinen sehen, aber leider ist nicht allzu viel davon übrig. Also zumindest nicht so viel, wie man sich wünschen würde. Die Ruinen einer punischen Siedlung direkt am Forum auf dem Hügel sind recht gut aufbereitet, aber das Forum, die Bibliothek und der Tempel sind kaum zu erkennen.

Read More

Beni Hassan – Ein Grab mit Aussicht bitte!

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Beni Hassan – Letzte Ruhe am Nil

Beni Hassan ist wahrscheinlich eine der eher unbekannten touristischen Attraktionen in Ägypten. Es handelt sich allerdings um einen Abstecher in die Mitte Ägyptens, der sich für echte Fans von Gräbern, Hieroglyphen und altägyptischen Begräbnisriten wirklich lohnt.

Ich war ja schon immer ein großer Fan von Begräbnisritualen, Totentempeln, Mumifizierung und allem, was mit dem Leben nach dem Tod zusammenhängt. Auch, oder vielleicht gerade weil ich nicht daran glaube. Ich finde es schlichtweg faszinierend.

Read More

Sakkara, Dahschur, Memphis – Lang lebe Imhotep!

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Sakkara – Das Pyramideneinmaleins in Theorie und Praxis

Von Kairo aus lohnt es sich unbedingt einen Ausflug Richtung Süden am Nil entlang zu machen und sich die Pyramiden von Sakkara anzusehen. Es ist problemlos möglich, Sakkara, Dahschur und Memphis an einem Tag zu besuchen. Man fährt von Gizeh aus an einem Kanal des Nils Richtung Süden. Dieser Kanal ist gleichzeitig Teil der Bewässerungsanlage und Müllentsorgungsstätte. Es ist ein Jammer.

Die Pyramiden von Sakkara stehen allerdings abseits des Mülls, abseits der Städte und abseits der Kanäle in der Wüste. Zuerst schaue ich mir die Stufenpyramide von Djoser an. Sie ist die erste Pyramide und war sozusagen ein Prototyp. Noch nicht perfekt, weil sie leider Stufen hatte, aber schon ziemlich klasse. Ihr Architekt Imhotep wurde auf jeden Fall noch Jahrhundert nach ihrer Fertigstellung fast wie ein Heiliger verehrt.

Read More

Luxor – Eine Stadt voller Altertümer

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Luxor – Wie ein riesiges Freilichtmuseum

Auch auf dieser Reise habe ich wieder mal nur einen einzigen Tag, um mir Luxor anzusehen, bevor es wieder weiter geht. Tatsächlich schafft man es prima, sich die Hauptattraktionen des alten Theben innerhalb eines Tages anzusehen. Man sollte halt früh aufstehen und nicht bummeln. Und man muss sich mit den Top Attraktionen begnügen und sich im Klaren darüber sein, dass man 90% der Gräber und Tempel nicht zu sehen bekommt.

Luxor ist wie ein riesiges Freilichtmuseum. Überall steht altes Zeug herum. Richtig altes Zeug. Auf der Westseite des Nils haben die Archäologen aus allen möglichen Ländern seit meinem letzten Besuch bestimmt 20 verschiedene Tempel und Paläste aus der Zeit der alten Ägypter ausgegraben. Da steht so einiges, an das ich mich nicht erinnern kann. Aber das ist ja auch nicht sehr verwunderlich, denn schließlich war Theben über viele Dynastien hinweg die Hauptstadt des altägyptischen Reiches, Ober- und Unterägypten.

Read More

Khartum – Ausgestopfte Krokodile am Nil

By Auf nach Anderswo One Comment

Khartum – Vorm Ertrinken gerettete Tempel

Die Hauptstadt des Sudan empfängt ihre Besucher am internationalen Flughafen, der mitten in der Stadt liegt. Ich weiß nicht, ob ich jemals so lange auf meinen Koffer gewartet habe wie hier. Und das Verrückte war, dass während einer Stunde und 50 Minuten kontinuierlich Koffer auf dem Band rundliefen und ständig neue dazu kamen, nur eben nicht meiner. Glücklicherweise kam er aber dann doch noch.

In Khartum fließen der weiße und der blaue Nil zusammen, um fortan nur noch Nil zu heißen. Hier leben acht Millionen Menschen. Vielleicht auch etwas mehr. Das kann keiner so genau sagen. Zu Khartum gehört auch Omdurman, wo sich der alte Souk befindet. Hier ist den ganzen Tag über ganz schön was los. In der Gewürzgasse riecht es zauberhaft, in der Fleischergasse weniger zauberhaft. In der Souvenirgasse werden verdächtig viele ausgestopfte Krokodile angeboten.

Read More

Nouakchott – Ein Molloch zwischen Atlantik und Wüste

By Auf nach Anderswo 2 Comments

Nouakchott – Ein Fischmarkt, ein Museum und eine kleine Oase der Ruhe

Die Hauptstadt von Mauretanien ist das schnell anwachsende Nouakchott, das relativ zentral an der Atlantikküste des Landes liegt. Die Stadt ist vom Meer und von einer gigantischen Wüste umgeben: der Sahara, die in all ihren Ausformungen und vielseitigen trockenen Landschaften direkt an die Stadt angrenzt. Trotzdem breitet sich Nouakchott aus, denn immer mehr Nomaden oder Halbnomaden kehren dem entbehrungsreichen Leben in der Wüste den Rücken, um in Nouakchott ihr Glück zu versuchen. Die meisten enden in einem entbehrungsreichen Leben in der Hauptstadt zwischen Autoabgasen und den Verlockungen des modernen Lebens.

Der Fischmarkt in Nouakchott zählt zu den sehr wenigen Sehenswürdigkeiten, die es gibt. Im Grunde gibt es keine Sehenswürdigkeiten, aber wer sich die Stadt ansehen will, findet den Fischmarkt sicherlich spannend. Hier ist die Hölle los. Und es riecht auch ein wenig höllisch. Nach Fisch natürlich.

Read More