Skip to main content

Brazzaville – Zu Gast bei den Sappeurs

Brazzaville – Hauptstadt am Kongo

Die Hauptstadt der Republik Kongo heißt Brazzaville. Daher wird der Kongo auch gerne als Kongo Brazzaville bezeichnet, um die Verwechslungsgefahr mit dem Kongo Kinshasa, der Demokratischen Republik Kongo, zu verringern.

Anders als der große Kongo, das einstige Zaire, war der Kongo Brazzaville eine französische Kolonie. Interessanterweise liegen Brazzaville und Kinshasa unmittelbar nebeneinander, getrennt nur durch den riesigen Kongofluss, der die natürliche Grenze zwischen den beiden Staaten bildet. Es ist nicht leicht, als Tourist vom einen in den anderen Kongo zu reisen. Deshalb konzentriere ich mich auf dieser Reise auf den ehemals französischen Kongo.

Es bleibt genug Zeit für ausgiebige Erkundungen in der Hauptstadt: Brazzaville. Leider gibt es kein Nationalmuseum, zumindest keines, in dem auch Ausstellungsstücke zu sehen wären. Die Stadt muss ihren Charme und ihre Geschichte also auf andere Weise zeigen. In dem Viertel, wo mein Hotel liegt, gibt es moderne Straßen, Banken, Supermärkte, ein paar Botschaften, Hotels und viele Restaurants. Aber wenn man ein, zwei Mal abbiegt, landet man auch hier in staubigen Seitenstraßen.

Die Dreimillionenmetropole wirkt nicht wie ein Molloch, sondern wie eine Aneinanderreihung verschiedener Viertel. Der alte Bahnhof ist eine kleine Attraktion, beinahe ein Monument, denn hier fahren längst keine Personenzüge mehr.

Ein neueres Monument ist das Hilton Hotel, das in den 2023 vom ewigen Präsidenten eingeweihten Twin Towers am Fluss untergebracht ist und einen eigenartigen Charme hat. Sehenswert sind sowohl die Kirche Saint Anne als auch die Herz Jesu Kirche, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Nicht zuletzt liegen sowohl Kinshasa als auch Brazzaville an den berühmten Stromschnellen im Kongo. Dort gibt es Bars, von denen aus man den Fluss beobachten kann und damit auch die jungen Männer, die sich in die Fluten stürzen und sich in den Stromschnellen einmal durchwirbeln lassen. Mit einem Jauchzen und kindlicher Begeisterung.

Etwas wirklich Besonderes in Brazzaville sind die Sappeurs. Ich weiß nicht, ob es etwas Vergleichbares anderswo gibt. Aber hier im Kongo werden sogar Meisterschaften im Sapp ausgetragen. Ich hatte das Vergnügen, fünf Sappeurs in einer Nebenstraße in der Altstadt treffen zu dürfen. Sie haben mir ihre elegante Kleidung, ihre Kunst des Flanierens, Tanzens und Posierens gezeigt und erklärt. Ungewöhnlich, einzigartig.

Eure Beatrice!

Leave a Reply