Erbil – Das weniger wilde Kurdistan
Erbil ist die Hauptstadt von Kurdistan. So ungefähr. Zwar ist Kurdistan nicht als eigener Staat anerkannt und es wäre vielleicht auch nicht so clever für Kurdistan, sich in der aktuellen politischen Lage in der Region wirklich unabhängig zu machen. Aber immerhin hat Kurdistan einen Sonderstatus innerhalb des Irak mit eigenen Gesetzen, fremden Konsulaten, eigenen Visaprozeduren, einer eigenen Armee und so weiter.


Nach einer Woche im wilden Kurdistan bin ich überrascht in Erbil eine so moderne Stadt vorzufinden. Neonreklamen, saubere Straßen, Hochhäuser mit greller Beleuchtung, Schnapsläden und sogar jede Menge Bordelle warten auf Touristen aus dem Zentralirak – und auf mich. Ich interessiere mich weniger für den Schnaps und die leichten Mädchen, dafür aber umso mehr für Falafelsandwiches und die historischen Sehenswürdigkeiten von Erbil.
Die Zitadelle ist wohl das wichtigste Monument aus vergangenen Tagen. Leider wird sie seit zwei Jahren restauriert und kein Mensch weiß, wie lange das noch dauern wird. Ganze 503 Gebäude befinden sich in der Zitadelle und die alle müssen restauriert werden. Das ist natürlich viel Arbeit. Schade allerdings, dass die Behörden, die für die Renovierung zuständig sind, es nicht schaffen, wenigstens einen kleinen Bereich für Besucher zugänglich zu machen.


Direkt unterhalb der Zitadelle befindet sich der Markt, also der Bazaar. Da ist natürlich auch viel los und es stürzen Farben und Gerüche auf alle Besucher ein. Gewürze, Spielsachen, Kleidung, Fleisch, Parfüm, Tonnen von Nüssen und Tee, sowie endlos viele Süßigkeiten.
Ansonsten gibt es in Erbil noch einige Moscheen, Parks und Restaurants, in denen es leckeres typisch kurdisches Essen gibt. Vielleicht komme ich in ein paar Jahren wieder her, um zu sehen, ob die Zitadelle fertig geworden ist.
Eure Beatrice!




