Lesio Louna – Das Gewitterzentrum
Der Nationalpark Lefini oder Lesio Louna liegt etwa eine dreistündige Fahrt von Brazzaville entfernt. Zunächst bewegt man sich auf einer erstaunlich gut ausgebauten Strecke fort, die man nach etwa zweieinhalb Stunden verlässt, um in einen Pfad einzubiegen, der zwischen meterhohem Gras hindurch führt.


Dieser Pfad ist eine einzige Pfütze, vor allem, wenn man dort ist, während es regnet. Lesio Louna hat aber nicht nur einfach irgendeinen Regen. Hier regnet es und zwar ernsthaft. Es ist tatsächlich – das habe ich irgendwo gelesen – der Ort auf der Welt, wo es am meisten Gewitter gibt. Es blitzt und donnert, es schüttet.
Den Dschungelspaziergang lasse ich ausfallen. Aber die Ranger vor Ort wiederholen ihr Mantra: Um Mittag hört es auf zu regnen. Ich kann diese Zuversicht nicht teilen. Man bringt mir einen Regenanzug und ich mache mich auf den Weg zum Boot. Und siehe da, ziemlich genau gegen 12 Uhr lässt das Unwetter nach.


Die Wälder, durch die man mit dem Schnellboot saust, sind tiefgrün, üppig und sicherlich ein Paradies nicht nur für Gewitter sondern auch für Gorillas. Es leben 70 Tiere im Schutzgebiet. Mindestens. Die meisten von ihnen sieht man nicht, denn sie verhalten sich wie Wildtiere, auch wenn einige von ihnen vor Wilderern gerettet oder aus Zoos hierher gebracht wurden, um ausgewildert zu werden.


Im Schutzgebiet leben aber nicht nur Gorillas, sondern auch Flusspferde und mehrere Affenarten. Obwohl ich bereits im DR Kongo und in Uganda „richtiges“ Gorilla-Tracking miterlebt habe, hat mir der Besuch in Lesio Louna gefallen, einfach weil die Landschaft so anders ist und weil es eben doch ein Erlebnis ist, Gorillas zu treffen, auch wenn sie nur so halb wild sind.
Eure Beatrice!


