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Lomé – Fetische für alle Fälle

Lomé – Moderne Kunst und uralte Riten

Wahrscheinlich beginnen die meisten Reisen durch Togo in der Hauptstadt Lomé. Vieles in Lomé ist vergleichbar mit anderen Hauptstädten oder Großstädten in der Region. Aber es gibt Besonderheiten, die man nur hier findet.

Eine davon ist sicherlich der berühmte Fetischmarkt Akodessewa. Den wollte ich natürlich unbedingt sehen. Es ist tatsächlich ein besonderer Ort. Viel kleiner, als ich ihn mir vorgestellt habe, aber auf jeden Fall einen Besuch wert. In der Mitte stehen verschiedene Statuen von Göttern oder Geistern, unter anderem Von Legba, der zwei Penisse hat. Etwas anderes hätte ich von einem Fruchtbarkeitsgott auch nicht erwartet.

Rund herum befinden sich die Stände, an denen die Bewohner von Lomé alle Zutaten für die verschiedenen Voodoo-Zeremonien kaufen können. Da liegen tote Singvögel, Alligatoren, Chamäleons, Igel, Mäuse, Schildkröten, Geier, Schädel von Hunden, Kühen, Warzenschweinen, Hyänen und Pavianen. Mal nur die Knochen, mal der gesamte Schädel mit allem drum und dran.

Ein freundlicher Herr erklärt mir nur einige der Anwendungsmöglichkeiten der verschiedenen Utensilien.

Aber es hilft nichts, wenn man weiß, wie all die Tinkturen und Zeremonien funktionieren. Nur die Voodoo-Priester, die in kleinen Verschlägen sitzen und auf Kundschaft warten, können die Produkte so anwenden, dass sie jeden erdenklichen Effekt haben. Kopfschmerzen? Schlafstörungen? Liebeskummer? Schwierige Nachbarn? Lungenkrebs? Kinderwunsch? All das können die Fetischpriester regeln. Sie können Amulette herstellen, die genau so gut sind wie eine Unfallversicherung oder eine Einbruchsicherung für ein Gebäude. Mehrfach wird betont, dass hier nur weiße Magie ausgeübt wird, niemals schwarze. Man kann natürlich auch für schwarze Magie alle Zutaten finden. Aber davon muss ich euch ausführlicher erzählen. Wahrscheinlich in meinem nächsten Buch.

In Lomé habe ich den Unabhängigkeitsplatz, das Parlament und schließlich recht ausführlich den alten Gouverneurspalast bewundert. Letzterer ist ein Kunstmuseum geworden, sogar ein sehr modernes mit richtig coolen Exponaten von vielen talentierten afrikanischen Künstlern.

Am Nachmittag war der Messertanz ein absolutes Highlight. Mehr als 20 Menschen, die in irgendeiner Weise zum Hof eines Heilers gehören, tanzen und führen verschiedene Wunder vor. Dabei muss ein Hühnchen dran glauben, unglücklicherweise auf recht grausame Weise. Trotzdem spannend.

Die Tanzbewegungen und auch die Musik erinnern mich sehr an die Elfenbeinküste. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage in Togo und in Benin noch bringen werden. Auf jeden Fall war Lomé schon klasse Anfang für diese Westafrika-Tour.

Eure Beatrice!

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