Burkina Faso – hässliche Städte mit wunderschönen Namen

Allein schon die Tatsache, dass die beiden größten Städte in Burkina Faso die Namen Ouagadougou und Bobo Dioulasso tragen, ist in meinen Augen ein durchaus hinreichender Grund, dieses westafrikanische Land zu besuchen. Hinter diesen Namen verbergen sich zwei mehr oder weniger typische afrikanische Großstädte. Leider sind die meisten Städte in Afrika hässlich. Die Luft ist schlecht von den vielen Abgasen, es gibt fast keine Gebäude, die man als architektonisch gelungen bezeichnen könnte und der Verkehr ist eine Herausforderung für alle Teilnehmer, von der Kuh bis zum überladenen LKW.

Revolutionsdenkmal Blaise Compaoré

Blaise dégage!! – Und ein paar Wochen später war er fort!

Ouagadougou ist spannend, weil man nie voraussagen kann, wie die Begegnung der Rinderherden., Taxis ohne Scheinwerfer und Armaturenbretter, Linienbuss mit Passagieren auf dem Dach und den unzähligen Motorrollern ausgehen werden. Erfrischend fand ich die Grafittis, die die Mauern der Stadt zieren und die noch von der Revolution vor zwei Monaten zeugen. Hier ist „Blaise dégage!“ und „Blaise = Ebola“ zu lesen. Wer etwas genauer hinsieht, der kann noch verbrannte Autowracks vor dem Gebäude des Parlaments erkennen. Ich drücke die Daumen, dass die nächste Regierung sich etwas fairer und besser anstellt, als Blaise, den die Burkiner sehr erfolgreich vertrieben haben.

Hühnchen in Ouaga Taxi Afrika

Bobo Dioulasso liegt weiter südlich. Sie ist einerseits die heimliche Zwiebelhauptstadt des Landes und andererseits eine Kulturstadt. Die Moschee hier ist fast so schön wie ihre Schwester in Timbuktou. Leider kann man ja zurzeit nicht nach Timbuktou fahren.

Bobo Dioulasso ist ein Labyrinth, aber ein friedliches

Der Markt in Bobo Dioulasso ist ein riesiges verwirrendes Labyrinth, in dem es wunderschöne bunte Stoffe, von Fliegenschwärmen besetzte Rinderinnereien, frische Kochbananen, getrocknete Raupen, ganze Wohnungseinrichtungen und sogatr Souvenirs gibt.

Moschee Altstadt

Die Moschee ist mit Abstand das hübscheste Bauwerk von Bobo Dioulasso. Die Altstadt besteht aus tausenden von Lehmhütten, die seit dem elften Jahrhundert immer wieder neu aufgebaut und ausgebessert werden. Die Lehmhütten stehen an einem Fluss, der gleichzeitig als Müllkippe und allgemeiner Waschplatz dient. Das finde ich als unbeteiligte Betrachterin sehr eigenartig.

Bobo Dioulasso Altstadt Bobo

Vor den Häusern sind Fetische angebracht, auf denen Hühner geopfert werden. Daneben hat jemand „FC Barca“ an die Wand gesprüht. Hier verbinden sich Moderne und Tradition. Auch die Religionen mischen sich. Muslime, Animisten und Christen leben nebeneinander und friedlich miteinander. In einem Land, in dem es bedeutendere Probleme als die Unterschiede zwischen Religionen gibt, fühle ich mich sehr wohl.

Hier gibt es kein Ebola! Kommt ruhig alle nach Burkina Faso!

Im Namen meines Reiseleiters und des Fahrers möchte ich Euch alle davon überzeugen, nach Burkina Faso zu fahren. Es gibt hier kein Ebola und auch keinen Blaise Compaoré mehr. Das Land braucht Touristen, die sich für staubige Abenteuer, Maskentänze und grüne Bohnen interessieren!

Nächste Woche berichte ich dann vom ländlichen Teil dieses schönen Landes!

Eure Beatrice!

 

 

Leave a Reply