Nordkorea – Das kurioseste Land der Welt

Nordkorea Reisebericht von Beatrice Sonntag

Nordkorea Reiseberichte von Beatrice Sonntag Nordkorea Reiseberichte von Beatrice Sonntag

In die DPR Korea (Democratic Peoples Republic of Korea) also nach Nordkorea zu kommen, ist heute viel einfacher als es das noch vor einigen Jahren war. Die koreanische Regierung braucht wohl ein paar Devisen. Dennoch hat das Ministerium für Propaganda und Tourismus noch einen langen Weg vor sich, bevor die Reisen nach Nordkorea im Katalog einladend wirken.

Tatsächlich waren die Beschreibungen der Korea-Reisen so abstrus und so wenig einladend, dass ich unbedingt dorthin wollte! Umgekehrte Psychologie vielleicht… auf jeden Fall habe ich mich auch nicht davon abschrecken lassen, dass mein Chef mir eine Bescheinigung ausstellen musste, dass ich für ihn arbeite, damit ich überhaupt ein Visum erhielt.

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Am Ende habe ich tatsächlich ein Visum bekommen und ich bin konnte mich auf die anderen “Ratschläge” der Agentur konzentrieren: Führerkult berücksichtigen, keine Telefone mitnehmen, feindliche Literatur ist verboten, unter feindliche Literatur fällt nahezu alles, was ich bisher gelesen habe (wahrscheinlich sogar ein Telefonbuch und die Raupe Nimmersatt, weil diese Geschichte von einer dekadenten westlichen Lebensweise berichtet), bei Fotos aufpassen, dass man den Statuen keine Körperteile abschneidet

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In Nordkorea stehe ich ständig unter der fürsorglichen und höflichen Beobachtung zweier Reisebegleiterinnen, eines Busfahrers und eines Kameramanns. Von der zwölfköpfigen Gruppe kennt Sun Im, unsere Reiseleiterin alle Namen, Arbeitgeber, Stellenbezeichnungen, Familienstand und so weiter. Allein das ist schon beängstigend.

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Höhepunkte des Reiseprogramms sind die vielen verrückt riesigen Monumente, die Kim Il Sung, Kim Jong Il, der Juche Ideologie und der Partei der Arbeit von Nordkorea huldigen. Während mir gebildete Damen in hübschen Kleidern erklären wie wunderschön und bedeutungsträchtig die jeweiligen Monumente sind, staune ich, wie man nur so viel Geld ausgeben kann, während die Bevölkerung hungert.

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Angepriesener und tatsächlicher Höhepunkt der Reise – und auch der Grund, warum ich den August für meine Nordkorea-Reise gewählt habe, ist das Arirang Festival, bei dem 30.000 Menschen im zweitgrößten Stadion der Welt eine Show veranstalten, die einmalig zwischen Himmel und Erde ist. Solche Perfektion ist nahezu gruselig.

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Was gruselige Perfektion ist, erfahre ich aber erst recht im Kinderpalast. Kleine Roboter präsentieren eine Show, die der Arirang Show kaum in Perfektion und nur wenig in Aufwand nachsteht. Hier werden die Talente gefördert und bis zur Perfektion angetrieben. Im Fernsehen sehe ich jeden Morgen, Mittag und Abend beim Essen die Elite der koreanischen Sängerinnen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen.

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Wenn beim Essen mal der Strom ausfällt, ist es eine wahre Wohltat, weil mit dem Fernseher die allgegenwärtige unheimlich motivierende, ermunternde und nervenaufreibend penetrante Propagandamusik für einen Moment aufhört. Ich werfe alle meine Grundsätze über den Haufen und probiere ein Stück Hundefleisch. Eine wahre Spezialität in Nordkorea. Das sind nicht irgendwelche Straßenköter, sondern eigens gezüchtete besonders leckere Hunde.

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Auf jeden Fall kann ich Euch Nordkorea als ein Kuriosum anpreisen, das einerseits hochinteressant, andererseits irre und verwirrend ist. Auf jeden Fall ist es anders als alle anderen Länder und nach 5 Tagen braucht man definitiv Urlaub!!

Eure Beatrice!

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