Geldingadalur – Noch ein Mal, weil es so schön war!

Geldingadalur – Vulkanausbruch bei Sonnenschein

Es gibt viele magische Orte auf dieser schönen Erde, die ich mit Begeisterung schon zweimal oder auch mehrmals besucht habe. Die Tempel von Angkor Wat, das Empire State Building, das Taj Mahal, den Louvre, die Petronas Towers in Kuala Lumpur, den Hafen in Singapur, die verbotene Stadt in Peking, den Palast der Winde in Jaipur, die vatikanischen Museen, die Katakomben in Paris, die Ha Long Bucht in Vietnam und einige mehr. Es gibt noch mehr wundervolle Orte, die ich in den nächsten Jahre ein zweites Mal aufsuchen werde, einfach weil die Erinnerung verblasst und auch weil ich jetzt eine so viel bessere Kamera habe.

Dass ich eine Attraktion allerdings zweimal innerhalb von weniger als einer Woche besuche, ist soweit ich mich entsinnen kann, noch nicht vorkommen. Dazu musste erst ein Vulkan neu entstehen.

Nachdem ich mich, Minuten nachdem mein Testergebnis mich aus der Quarantäne in meinem isländischen Hotel befreit hatte, direkt auf den Weg zum Geldingadalur Vulkanausbruch begeben hatte, stellte sich heraus, dass es eine denkbar schlechte Nacht war, um sich den Vulkan anzusehen. Ich war am Ende trotz wasserfester Skibekleidung triefend nass, vollkommen durchgefroren und zitternd wieder im Hotel angekommen. Ich war hingerissen zwischen schierer Faszination und einem Hass auf die isländischen Wetterverhältnisse. Zudem hatte meine Kamera den Ausflug nicht gut verkraftet und zeigte zunehmend verschiedene Ticks.

Trotzdem oder gerade deswegen machte ich mich drei Tage später, bei blendendem Sonnenschein und angenehmen isländischen 8 Grad sommerlicher Hitze erneut auf den Weg zum Geldingadalur. Auf dem Weg habe ich mir das Geothermalgebiet Seltun oder auch Krysuvik angeschaut und kurz am Graenavatn angehalten, um ein paar Fotos zu machen.

Dann habe ich mich erneut auf den Weg zum Geldingadalur gemacht. Wanderweg A, von dem ich wusste, dass er die bessere Sicht bietet. Nach etwa dreiviertel der Strecke vom Samstag erkannte ich, dass die Wegeführung geändert worden war. Die Lava hatte mittlerweile den Wanderweg überquert und der Hügel, der so phantastisch direkt vor dem Vulkan wie eine Ehrentribüne lag, war nunmehr eine Insel, die von mal mehr mal weniger heißer Lava umgeben war.

Ich beglückwünschte mich dazu, die beschwerliche, nasse und kalte Tour am Samstag unternommen zu haben, denn ich war wohl eine der letzten paar hundert Personen, die den Vulkan noch ganz aus der Nähe hatten betrachten können. Jetzt brauchte man einen Hubschrauber, um dorthin zu gelangen. Schwein gehabt.

Ich wandte mich also in Richtung des neuen Wanderweges, der noch nicht ganz so gut ausgetreten war. Dann aber musste ich anhalten, denn zu meiner Linken sah ich viele Menschen stehen. Sie gaben staunende Laute von sich. Und tatsächlich. Da gab es etwas zum Staunen. Sie starrten auf das Lavafeld, das sich bewegte. Meine Güte. Schon wieder hatte ich unendliches Glück. Ich konnte bis zu zehn Meter an die flüssige und sich zügig fortbewegende Lava heran. Näher war kaum möglich, weil es dann einfach zu heiß wurde.

Später bin ich auch bis zum Aussichtspunkt gelaufen und habe mir ein paar Vulkanausbrüche am Geladingadalur angeschaut, die immer noch alle sieben Minuten, aber nun etwas weiter weg stattfanden. Noch immer grandios. Unbeschreiblich. Aber mein Highlight bei diesem Besuch war definitiv die flüssige Lava aus nächster Nähe. Sie machte ein Geräusch wie von berstenden Glasscheiben und Türen, weil sie an der Oberfläche immer wieder abkühlte und dann von der nachströmenden Lava zerbrochen wurde. Ein Spektakel, das ich vielleicht nie wieder so erleben werde.

Ich habe ein paar Videos davon gemacht. Die findet Ihr auf meinem Youtube-Kanal.

Also ich war begeistert. Was haltet Ihr davon?

Wenige Tage nachdem ich zu Hause war und feststellen musste, dass meine Kamera zwar die Bilder noch abgespeichert hatte, aber durch den Wasserschaden dauerhaft geschädigt worden war, las ich im Geldingadalur Blog, dass der Wanderweg A nun vollends von der Lava verschlungen war. Ich bin halt ein Glückspilz.

Eure Beatrice!

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