Heidelberg und das größte Weinfass der Welt

Millionen von Amerikanern und Japanern können nicht falsch liegen

Offenbar wollen alle japanischen und amerikanischen Touristen, die Deutschland besuchen, nach Heidelberg. Erstaunlich, dass ich noch nie dort gewesen bin, obwohl es weniger als zwei Stunden von meiner Wohnung entfernt liegt. Heidelberg war wohl immer eines der Ziele, das ich bis zu meiner Rente vor mir her schieben wollte. Aber dieses Jahr wollte es der Zufall so, dass ich bei Sonnenaufgang in Frankfurt war und nach einem Ausflugsziel in der Nähe suchte…

Heidelberg ist auf den ersten Blick eine schöne mittelalterliche Stadt mit einer riesigen Kirche und Kopfsteinpflaster. Morgens um halb acht hat kaum ein Laden geöffnet, es gibt aber ein bezaubernd alternatives Café, das Tee und Karottenkuchen hat. Perfekt, um den Tag zu beginnen.

Dann erwacht Heidelberg langsam zum Leben. Kurz vor zehn beginnen die Leute damit, die Kirche lückenlos mit Souvenirshops zu umbauen. Außerdem wird der gesamte Marktplatz vollständig mit Stühlen und Tischen gepflastert.

Ab zehn Uhr kann man dann auch mit der Bergbahn zum Heidelberger Schloss hinauf fahren. Es kostet sieben Euro für die Bergbahn und den Eintritt ins Schloss. Es kostet ebenfalls sieben Euro, wenn man zu Fuß den Berg hinauf steigt und ins Schloss hinein will. Die Wahl fällt also nicht schwer. Die Bahn fährt auch noch alle zehn Minuten.

Das Schloss hat zwar in der Vergangenheit schon einige Schäden erlitten, aber einiges ist noch gut erhalten. Zum Beispiel der Keller, in dem das größte Weinfass der Welt steht. Es ist wirklich gigantisch. Hier wird natürlich auch Wein serviert. Und Weißwurst, und Sauerkraut und so weiter. In einem der anderem Gebäude befindet sich überraschenderweise ein Apothekenmuseum. Darin kann man einiges lernen darüber, wie gefährlich es im Mittelalter war, krank zu werden. Glücklicherweise hat irgendwann jemand herausgefunden, dass Aderlass keine gute Idee ist.

Vom Schlosspark aus hat man einen wirklich tollen Blick auf die Stadt. Man kann sich hier so richtig gut vorstellen, wie die Herrschaften damals hier oben im Schlosspark standen und auf die stinkende und schmutzige Stadt mit ihren stinkenden und schmutzigen Bewohnern hinab geblickt haben und die frische Luft auf dem Hügel genossen haben. Die Bergbahn bringt die Besucher dann auch wieder zurück in die Stadt. Um 13 Uhr war die Schlange vor der Bergbahn dann schon so lange, dass ich mir doch überlegt hätte, zu Fuß zu gehen.

Ein Restaurant zu finden, ist in Heidelberg nicht schwer. Es gibt Kartoffelpuffer, Schäufele (was immer das sein mag), Wildschweinwürste und Zwiebelkuchen. Außerdem gibt es mindestens fünf verschiedene asiatische Gaststätten. Ich bin zwar nicht davon überzeugt, dass Heidelberg die schönste Stadt Deutschlands ist, aber es ist definitiv einen Ausflug wert.

Eure Beatrice!

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