Pompeji – 5000 Tote und eine gefühlte Million Touristen

Pompeji – eine weltberühmte Stadt unter Schutt und Asche

Als Kind habe ich mit Begeisterung Sendungen über archäologische Ausgrabungen gesehen. Die Begeisterung hierfür ist geblieben und ich wollte eigentlich schon immer mal nach Pompeji fahren, um mit eigenen Augen zu sehen, was dort aus der Asche des Vesuvs befreit werden konnte. Pompeji ist schließlich berühmt geworden, weil die Stadt so vollständig und so plötzlich durch einen Vulkanausbruch von der Landkarte verschwunden ist.

Im Jahr 79 nach Christus hatte der Vesuv einen seiner heftigsten Ausbrüche, zumindest einer der heftigsten, von denen wir Menschen wissen. Wissenschaftler haben Beweise für einige mächtige explosionsartige Ausbrüche in den letzten 20.000 Jahren mit gigantischen Eruptionssäulen von bis zu 20-30 Kilometern gefunden. Er war auch vorher schon ein aktiver und fleißiger Vulkan. Im Jahr 79 lebten allerdings an seinem Fuß einige hundert Menschen in der Stadt Pompeji und für die war 79 eindeutig ein Unglücksjahr. Die junge Dame, die mir in Pompeji als Guide dient, geht davon aus, dass viele der Bewohner wohl annahmen, dass wieder einmal ein heftiges Erdbeben im Gange sei. Daher entschieden sich viele dafür, in ihren Häusern zu bleiben, statt zu fliehen. Es muss überall Asche in der Luft gewesen sein.

Auf jeden Fall hat der Vesuv im Zuge dieser Explosion mächtig viel Asche und Geröll ausgespuckt und in Rekordzeit die Städte in der Umgebung unter Asche begraben. Die Menschen sind wahrscheinlich erstickt oder verbrannt. Es gab vielleicht in den ersten Stunden noch eine Chance, sich zu retten. Aber man geht davon aus, dass je nach Quelle 2000 – 5000 Menschen bei diesem heftigen Ausbruch umgekommen sind. Die Archäologen, die Pompeji ausgegraben haben, fanden ziemlich gut erhaltene Leichen in den Straßen und in den Häusern, weil die 30 Kilometer hohe Säule der Eruption nach einigen Stunden auf die Stadt herab fiel und sie unter heißer Asche, Gestein und Lava begrub.

Der Ausbruch von Pompeji war selbstverständlich ein großes Unglück, aber ein unheimlicher Glücksfall für die Archäologen, denn sie konnten eine fast vollständig erhaltene römische Stadt aus dem ersten Jahrhundert unter einigen Metern Erde hervorholen und dabei so einiges über die alten Römer lernen. Es wurden Kleidung, Lebensmittel, Kunstgegenstände, Wandmalereien, ganze Menschen und perfekt erhaltene Gebäude gefunden.

Wer sich heute nach Pompeji begibt, der findet dort erst einmal tausende von Touristen aus allen möglichen Ländern. Es ist fast unmöglich, Fotos zu schießen, auf denen nicht jemand ins Bild läuft. Trotzdem ist es mir halbwegs gelungen, ein paar tolle Bilder zu machen. Ich habe schon viele römische Ausgrabungen gesehen, aber diese ist mit Abstand die eindrucksvollste, vor allem, weil die Gebäude vielfach noch komplett sind. Sie waren halt über 1500 Jahre lang unter der Erde konserviert. Man hat in Pompeji tatsächlich den Eindruck, sich in einer römischen Stadt zu befinden (wenn man es schafft, die Massen an Touristen auszublenden).

Wenn Ihr mal in der Nähe von Neapel seid, fahrt unbedingt nach Pompeji! Das muss man gesehen haben!

Eure Beatrice!

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