Rishikesh – Die Welt Yogahauptstadt

Yogafreaks am sauberen Ganges

Dass Rishikesh die Welthauptstadt des Yoga ist, habe ich erst wenige Stunden, bevor ich dort ankam erfahren. Da ich mich nicht besonders für Yoga interessiere und schweißtreibende Sportarten bevorzuge, ist das wahrscheinlich kein Wunder.

Rishikesh liegt am Ganges, und zwar in einer Gegend, in der der heilige Fluss noch ziemlich sauber ist. Hier wäre sogar ich bereit gewesen, mich in das heilige Wasser hinein zu begeben. Leider war es so unglaublich kalt, dass ich die Gelegenheit zur Vergebung aller Sünden durch das fünfmalige Untertauchen in den heiligen Fluten, ausschlage. Für das Eintauchen eines einzigen Fußes werden nur ganz winzige Sünden vergeben – wenn überhaupt.

Die Strände am Ganges hier sind jedoch wirklich wunderschön und tatsächlich sehr sauber. Etwas weniger sauber ist die Innenstadt von Rishikesh. Hier ist ganz schön was los. Kühe und Affen sind unterwegs, blockieren die Straßen oder rauben die Touristen aus. Die Affen halten sich besonders gerne in der Nähe der schönen Hängebrücke auf, die über den Ganges gespannt ist und ein prima Klettergerüst darstellt.

Rishikesh ist eine Art Mekka für alle, die sich für Yoga interessieren. Daher treiben sich zwischen den Einheimischen auch zahlreiche meist westliche Touristen rum, die in wallende orangefarbene Gewänder gehüllt sind, ein wenig verklärt dreinblicken und so wirken, als hätten sie eben gerade die Erleuchtung erlangt. Sie nehmen täglich Yogastunden, beten jeden Abend zu fremdartigen Göttern mit vielen Armen und Rüsseln oder essen unheimlich gesunde Lebensmittel. Mehrere Ashrams werben um Besucher aus dem Westen, die dem Chaos in Europa oder Amerika entkommen und ins indische Chaos eintauchen wollen.

Von Rishikesh aus kann man – wenn man keine Yogastunden nehmen möchte – nach Devprayag fahren. Das ist ein winziges Dorf, das etwa eine Fahrstunde von Rishikesh entfernt liegt. Das Besondere an dem Bergdorf ist, dass hier zwei Flüsse mit unaussprechlichen Namen zum Ganges zusammenfließen. Daher ist dies ein heiliger Ort. Die Straßen sind so eng, dass hier nur Kühe, Menschen und Mopeds fahren können. In Devprayag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Kühe beim Treppensteigen gesehen.

Eure Beatrice!

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