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Dohuk oder Duhok, das ist hier die Frage

Im Nordirak zwischen den Religionen

Auf dem Weg nach Dohuk liegen gleich zwei Orte, die von außerordentlicher historischer und religiöser Bedeutung sind, nämlich Alqosh und Lalish. Das darf ich natürlich nicht verpassen.

In Alqosh steht eines der ältesten Klöster der Welt. Es steht da nicht nur einfach, sondern ist hoch auf einem Berg erbaut, am Hang, unsichtbar aus der Ferne, weil es aus demselben Stein besteht, der den umgebenden Fels ausmacht.

Zwei Kirchen befinden sich auf dem Berg, eine für die Dreifaltigkeit und eine für die Evangelisten. Leider sind die Hüter des Klosters schlecht gelaunte Mönche, die nicht jeden reinlassen. Immerhin darf ich die Treppenstufen hinauf steigen, alles von außen besichtigen und den grandiosen Ausblick genießen.

In Lalish hingegen zeigt sich mir eine ganz andere Religion, die ich auf dieser Reise noch nicht gesehen habe. Der Tempel von Lalish das höchste Heiligtum der Jesiden. Adi ibn Musafir war ein Moslem, der einen neuen Sufi-Orden gegründet hat. Dabei ging wohl irgendwas schief, denn die Jesiden haben ihn als die Reinkarnation ihres siebten und heiligsten Engels entdeckt und verehren ihn seither.

Adi ibn Musafir liegt hier begraben. Wer sein Grab fünfmal umrundet, darf sich etwas wünschen. Es gibt zudem mindestens fünf weitere kleine Aufgaben, die Wünsche erfüllen. Tolle Sache! Wenn das mit meinem Wunsch jetzt nicht klappt, dann weiß ich es auch nicht.

Mit der Stadt Dohuk habe ich nun schließlich die autonomen Kurdengebiete erreicht. Auf den Landkarten steht Dohuk. In der Stadt begegnet mir überall der Name Duhok. Was denn nun? Wer schreibt es falsch? Niemand. Man schreibt es, wie man will. Die Kurden haben ihre Schreibweise und ihre Schrift, die Araber ebenso. Und ich darf mir etwas aussuchen.

Der Basar ist ebenso lebendig wie der große zentrale Platz, auf dem tausend Tauben von Kindern abwechselnd gefüttert und gejagt werden. Ich freue mich auf die Tour durch das Gebirge, die gleich hinter dem Staudamm von Dohuk oder Duhok losgeht.

Ein absolutes Highlight in Dohuk ist das Peschmerga-Gedenk-Café. Aber davon erzähle ich euch in meinem nächsten Buch mehr. Versprochen.

Eure Beatrice!

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