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Martinique – Europa fern von Zuhause

Martinique – Der ungleiche Kampf der Leguane

Martinique ist ein Überseedepartement von Frankreich, also ein Stückchen Europa, mitten in der Karibik. Hier wird mit Euro bezahlt, die Autos haben französische Kennzeichen und ich muss keine Roaminggebühren zahlen. Am Wetter merke ich jedoch sofort, dass ich im Februar nicht auf dem französischen Festland bin.

Die Hauptstadt der Insel heißt Fort de France und bietet nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten. Eine große Kirche mit einem eigenwilligen Kirchturm und einige historische Bauwerke schmücken die Altstadt. Im Grunde sind die Graffiti, welche die Stadt bunt und karibisch wirken lassen, meine Highlights. Das Fort, welches Fort de France seinen Namen gegeben hat, kann man nicht besichtigen, denn es dient noch immer der französischen Marine als Stützpunkt.

Ich will mehr von der Insel sehen als nur die Hauptstadt, also buche ich einen Ausflug zu zur anderen Seite der Insel. Von Le Robert aus geht es dann mit dem Katamaran weiter, denn ich will die Heimat der einheimischen Kleinen Antillen Leguane besuchen. Chancel heißt die kleine Insel, die gemeinsam mit 9 anderen Inselchen vor Le Robert im Meer liegen.

Man kann zwar auch auf der Hauptinsel Martinique auf die Suche nach Leguanen gehen, aber da trifft man fast nur auf die südamerikanischen Iguana Iguana. Der gemeine Leguan oder Iguana Iguana, lebt in vielen südamerikanischen Ländern und ist die dominante Rasse. Sie kam nach Martinique durch einen Zoo und hat dann irgendwann die einheimischen Kleinen Antillen Legunane verdrängt, vertrieben oder sich mit ihnen zu einer neuen Leguanrasse vermischt.

Auf Chancel, einer unbewohnten Insel von etwa einem mal zwei Kilometern Größe leben bis heute ausschließlich den einheimischen Leguan Iguana Delicatissima. Dieser Name kommt daher, dass es sich um einen besonders schmackhaften Leguan mit zartem Fleisch handelt. Bisher konnten die invasiven Iguana Iguana von hier ferngehalten werden.

Tatsächlich leben hunderte dieser schönen Tiere auf Chancel. Aber man braucht einen erfahrenen Guide, um sie zu finden. Die Weibchen sind grün und die Männchen grau oder braun. Diese Farben sind perfekt angepasst an die Umgebung und verschwinden in den Bäumen, deren Stämme braungrau und deren Blätter leguangrün sind. Mein Begleiter findet natürlich die Leguane und ich bin begeistert. Auf Chancel stehen außerdem noch einige Ruinen von einer einstigen Zuckerplantage, die 1891 von einem Herr Chancel betrieben wurde.

Wenn Ihr also mal nach Martinique kommt, empfehle ich den Ausflug zu den karibischen Leguane. Und einen Rumpunsch!

Eure Beatrice!

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