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Durch das Zagros-Gebirge nach Suleymania

Von Dohuk bis nach Schaqlawa sind es weniger als 300 Kilometer. Trotzdem habe ich für die Strecke den ganzen Tag gebraucht. Das liegt einerseits daran, dass hier im Zagros-Gebirge einfach sehr viele Kurven zu fahren sind und zudem unwahrscheinlich fiese Bodenschwellen die Fahrt zusätzlich verlangsamen. Andererseits liegt es daran, dass auf dem Weg einiges zu sehen ist und deshalb gab es viele Stopps unterwegs.

Da liegt zum Beispiel die kleine Stadt Amydiye. Sie ist schon 700 Jahre alt und thront auf einem kleine Felsplateau. Die Häuser sind bis an die Klippe gebaut, sodass die Stadt wie eine natürliche Krone auf dem Felsen steht. Jetzt, wo die einheimischen Touristen nach den Sommerferien wieder verschwunden sind, ist es ruhig in Amadiye.

In den Cafés sitzen ältere Herren mit traditioneller kurdischer Kleidung und trinken Tee. Das Mosul-Tor und die uralte Moschee harren der Dinge, während sie auf den nächsten Sommer, auf die nächsten Touristen warten.

Eine weitere Attraktion im Zagros-Gebirge sind die Berge selbst, in denen es einige Wasserfälle und sogar Höhlen gibt. Eine der Höhlen hat es zu einiger Berühmtheit gebracht, denn hier haben sich in den 70er Jahren die Peschmerga-Kämpfer ein Feldlazarett eingerichtet. Heute ist in der Höhle ein Café untergebracht.

Nicht weit thront einer der Paläste von Saddam Hussein hoch oben auf einer Felsspitze. Es ist wahrscheinlich der Ort im Irak, von dem man den besten Blick hat. Nach allen Richtungen konnte der Diktator seine Untertanen im Auge behalten. Nur mit einem Hubschrauber gelangte er zu seinem Palast. Seine Frau hatte hingegen ein riesiges Areal im Tal, wo sie einen eigenen Palast hatte. Verrückte Welt. Vielleicht werden diese Bauwerke eines Tages auch Denkmäler, die man besichtigen kann. Dann komme ich zurück.

Über Ruwandz, Rwandz, Ruwandis oder Ruwandus erreicht ich endlich Schaqlawa. Unterwegs kann ich viele schöne Berge sehen, etwas über irakische Dichter und britische Straßenbauer lernen, Stützpunkte der Peschmerga, der Türkischen Armee und der PKK bewundern und die eine oder andere Patronenhülse am Straßenrand finden.

Suleymania ist eine ganz normale Stadt. Es gibt wenig alte Bauwerke zu sehen. Aber das, worauf die Bewohner zu recht stolz sind, ist der riesige Markt, der Souq, der das Zentrum der Stadt bildet. Hier ist was los und es gibt im Grunde alles zu kaufen, was man sich wünschen kann. Obst, Klamotten, Gewürze, Schafköpfe und sogar Labubu.

Kurdistan ist noch immer ein bisschen wild. Aber eben nur ein bisschen.

Tolle Landschafen hier im Zagros-Gebirge!

Eure Beatrice!

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