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Kerbala – Gleich zwei heilige Schreine

Kerbala – Hadsch hoch zehn

Wenn mich jemand gefragt hätte, welches das größte Pilgerevent weltweit ist, hätte ich einiges auf die Hadsch in Mekka verwettet. Da hätte ich allerdings einiges verloren, denn während in Mekka bei der Hadsch bis zu 2 Millionen Menschen unterwegs sind, kommen jedes Jahr bis zu 25 Millionen Menschen während eines bestimmten Festes nach Kerbala.

Es sind die Schiiten, die hier dem Tod zweier Enkel des Propheten gedenken. Was das ganze etwas entzerrt, ist die Tatsache, dass das Pilgerfest in Kerbala 20 Tage dauert, nicht wie die Hadsch, die nur 5 oder 6 Tage dauert. Trotzdem sind 25 Millionen Besucher natürlich ein ganz schöner Haufen.

Die kleine Stadt meistert das jedoch offenbar recht gut. Selbst an einem ganz normalen Tag sind viele Menschen in Kerbala. Ich war an einem schönen Mittwoch im September an den beiden heiligen Schreinen, in denen Hussein und Abbas begraben liegen.

Beide sind Enkel von Mohammed. Es sind Halbbrüder und sie wurden beide ermordet, weshalb sie als Märtyrer gelten. Menschen bringen ihre Toten zum Schrein, damit diese sich von den beiden Heiligen verabschieden können. Frauen bringen ihre Wünsche am Grab vor und Männer beten vor dem Schrein.

Innen sind beide Schreine ähnlich gestaltet wie der Imam Ali Schrein in Nadschaf. Alles ist voller Spiegelmosaike, bunter Fliesen und Glaskristalle. Riesige pompöse Kronleuchter sorgen dafür, dass alles funkelt und blitzt. Wahnsinn. Frauen mit Federfeudeln sorgen dafür, dass sich die Menge an betenden Frauen nicht zu langsam am Grab vorbei schiebt und dass die neugierigen Touristen den Strom nicht durch fotografieren aufhalten.

Touristen gibt es da übrigens kaum welche. Der Irak ist allgemein noch immer ein Ziel für alle, die sich menschenleere Sehenswürdigkeiten wünschen. Vor allem im September, kurz bevor die Temperaturen erträglich werden und die Besuchersaison beginnt.

Eure Beatrice!

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