Dominica – Insel der 365 Flüsse
Dominica ist zwischen den beiden französischsprachigen Inseln Martinique und Guadalupe. Die Insel war selbst oft genug französisch und zwischendurch immer wieder britisch, dass auch hier ein bisschen Französisch in das Creol gemischt ist. 1978 hat Dominica von den Briten seine Unabhängigkeit erlangt und feiert diese seither jedes Jahr mit einem großen Fest am 3. November. Alle auf der Insel lieben dieses Festwochenende, außer die Agutis, denn sie stehen am Festwochenende nicht wie sonst unter Naturschutz, sondern auch dem Speiseplan.


Der Nationalvogel von Dominica ist die Kaiseramazone, ein grüner Papagei, der nur oben in den tropischen Bergwäldern der Insel lebt. Vier von diesen Kaiseramazonen, deren Abbild auf der Flagge von Dominica zu sehen ist, wurden gefangen und in einen Käfig gesteckt der im botanischen Garten in Roseau steht. Aber alle anderen genießen ihre Freiheit. Wer sie jagt oder ihnen schadet kann im Gefängnis landen.
Dominica gilt als die grüne Insel unter all den grünen Antilleninseln. Was unmöglich scheint, wenn man von St. Lucia oder Martinique nach Dominica kommt, wird dann doch wahr, denn tatsächlich ist Dominica noch ein gutes Stück grüner als ihre Schwesterinseln. Der Wald ist hier dichter, üppiger, artenreicher und ja, auch grüner.


Ich habe mir für meine Besichtigungstour auf Dominica drei besondere Orte ausgesucht. Im Grunde habe ich nur ja gesagt, als die Dame, Paula, die mir eine Rundfahrt über die Insel verkauft hat, mir Vorschläge gemacht hat. Also hat sie mich zu den Trafalgar-Wasserfällen gebracht. Diese beiden Wasserfälle sind nur wenige Dutzend Meter voneinander entfernt und ihr Wasser bildet weiter unten einen von 365 Flüssen, die es auf Dominica gibt. Für jeden Tag des Jahres hat die Insel einen Fluss und meine Begleiterin Paula hebt hervor, dass Dominica die einzige Karibikinsel ist, deren Hauptstadt an einem Fluss liegt.
Der Fluss, der unterhalb der Trafalgar-Wasserfälle fließt, plätschert munter in einem steinigen Bachbett talwärts und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er nach dem Hurrican Maria 2017 eine solche Wucht entwickelt hat, dass er eine Brücke mit sich gerissen hat. Diese ist mittlerweile ersetzt worden und wir können sie passieren, um zu den Schwefelquellen zu gelangen. Die Straßen hier auf der Insel sind irre schmal und teilweise so steil, dass der Motor von Paulas Wagen klagende Laute von sich gibt.


Die Schwefelquellen riecht man schon vom Parkplatz aus. Ihr Wasser ist dort, wo es aus dem Boden sprudelt, kochend heiß. Bis 120 Grad warm sogar. Auf dem Weg hinab wird es immer kühler, bis man bei etwa 45 Grad die Hand hineinhalten kann. In der Nähe der Schwefelquellen haben bereits ein paar Spa-Etablissements eröffnet, denn das schwefelhaltige Wasser soll sehr gut sein für die Haut.
Paula erklärt mir, wie auf der Insel aus Kakao, Zimt und Muskatnuss eine besondere Schokolade hergestellt wird und erzählt davon, dass in der Mango-Saison 42 verschiedene Mangosorten auf Dominica wachsen. „Dann kullern die Mangos überall auf den Straßen herum und fallen tonnenweise von den Bäumen. Man kann sie sammeln, aber weil es so viele gibt, kann man sie nicht verkaufen, weil es niemanden gibt, der sie kaufen würde.“
Ich nehme mir fest vor, nächstes Mal in der Mangosaison nach Dominica zu kommen.
Eure Beatrice!


