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Antwerpen – Sonne, Regen, Sport und Kunst

Antwerpen – Pokemon im zweitgrößten Hafen Europas

In Antwerpen ist was los. Das darf man auch erwarten von der größten Stadt in Flandern, dem Teil von Belgien, wo Flämisch gesprochen wird. Ich habe noch immer nicht den Unterschied zwischen Niederländisch, Afrikaans und Flämisch verstanden. Aber hier ist es eben Flämisch.

Die ganze Stadt riecht nach Waffeln und die Mülleimer sind eine der Hauptattraktionen. Echt wahr. Wenn man etwas hinein wirft, machen sie Geräusche. Mal applaudieren sie, mal bedanken sie sich höflich und mal rülpsen sie laut. Sehr unterhaltsam.

Ich hatte das Glück, an genau dem Wochenende in Antwerpen zu sein, an dem hier die Europameisterschaft im Street-Basketball stattfand. Das heißt jetzt 3X3 und ist sogar seit Kurzem olympische Disziplin. Antwerpen war so nett, einen Basketball-Court mit Tribüne mitten in der Stadt aufzubauen und dann auch noch interessierten Besuchern freien Eintritt zu dem Event zu gewähren. Richtig cool. Die Spiele sind besonders kurzweilig, denn sie dauern nur zehn Minuten. Also netto zehn Minuten, alles in allem maximal 25. So konnte ich sowohl das deutsche Damenteam als auch das deutsche Herrenteam anfeuern und die Weltmeister aus Lettland sowie die amtierenden Europameister aus Litauen gegeneinander antreten sehen. Nicht schlecht!

Das Rubenshuis hatte leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und so musste ich mich anderweitig nach Spuren dieses wohl berühmtesten Antwerpeners machen. Immerhin kann sein Grab in der Sint Jakobskerk besichtigt werden. In der Kirche hängen auch ein paar seiner Gemälde. Leider halt keine nackten dicken Damen, sondern religiöses Gedöns. Im Königlichen Museum der schönen Künste hängen sogar noch mehr Bilder von Rubens, aber auch hier nicht die ersehnten dicken Damen. Ich kenne mich aber auch mit Rubens nicht allzu gut aus. Alles was ich kenne sind die charakteristischen übergewichtigen Mädels. In dem königlichen Museum gab es aber immerhin einige andere Gemälde, die mir gut gefallen haben: Ein Dali und einige schräge Bilder von Magritte.

Im September wechselten sich Regen und Sonne in Antwerpen ab. Immerhin hatte ich weitgehend Glück, auch wenn während der Hafenrundfahrt ein ordentlichen Schauer herunterkam. Diese Rundfahrt hat jedoch drei Stunden gedauert, denn der Hafen ist riesig. Es ist der zweitgrößte in Europa und der dreizehntgrößte Weltweit. Es ist wenig überraschend, dass die acht größten sich in China befinden. Für Europa ist Antwerpen aber eine ziemliche Nummer, und das obwohl er etwa 80 Kilometer vom Meer entfernt liegt.
Ich habe ziemlich gestaunt, wie viele Docks, Lagerhäuser, Schleusen und Chemiefabriken es hier gibt. Und mitten drin liegt das kleine Dorf Lillo mit 100 Einwohnern, das noch nicht den Industrieanlagen weichen musste. Schöne Geschichte: Die Cafébetreiberin in Lillo stand vor einigen Jahren kurz vor dem Ruin und war schon drauf und dran, das Café zu schließen, als plötzlich hunderte von Besuchern den Laden stürmten. Es stellte sich heraus, dass Pokemon Go täglich 2000 begeisterte Spieler nach Lillo brachte und das Café war gerettet. Der Hype hat ein wenig abgenommen, aber Lillo scheint erst mal gerettet.

Ich kann also Antwerpen durchaus empfehlen. Wenn man all die Museen besuchen will, braucht man mehr als nur drei Tage. Schließlich ist es auch spannend, einfach mal durch die hübsche Altstadt oder das Diamantenviertel zu spazieren. Zumal dieses Viertel ja auch in meinem Roman Earthventure in Las Vegas vorkommt. Tatsächlich habe ich in Antwerpen an diesem Wochenende mehr traditionell gekleidete Juden gesehen, als in Israel in einer ganzen Woche.

Eure Beatrice!

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